Von low gehen, floaten und wegtracken

Na? Weiß einer wovon ich rede?
Ich wurde ganz schamlos angefixt, ohne dass ich es habe kommen sehen. Unverschämt sowas.

Schwester Annegret ist die Schuldige. Da kommt die doch einfach rein, während ich und Helferlein gepflegt beim Nichtstun sind, und erzählt in einem Nebensatz, dass eines ihrer Hobbies das Fallschirmspringen ist. Sowas kann die mir doch nicht einfach erzählen. Ich bin noch jung und beeinflussbar. Das habe ich auch gleich unter Beweis gestellt, einen Gesichtsausdruck aufgelegt, der diesem hier gleicht  *__________________* und erstmal in aller Ausführlichkeit nachgefragt, wie das denn so ist, wie lange man dafür ausgebildet sein muss, wo man das lernen kann und, für mich als Studentin, ganz wichtig, wieviel sowas kostet. Kostet zuviel. ;)

Aber es war trotzdem kuhl, mal was darüber erzählt zu bekommen. Zum Beispiel, erzählte sie uns von diversen Rekordversuchen und Großformationen und all so tollen Sachen.
Und weil wir so erschöpft vom Nichtstun waren, gab sie uns auch gleich einige FallschirmspringMagazine zu lesen, unter anderem eines, in dem ein Artikel über einen Rekordversuch abgedruckt war, an dem sie und ihr Mann ebenfalls teilnahmen. Aufregend.
Darüber wollte ich, selbstverständlich, mehr erfahren und las auch sogleich den Artikel. Doch bereits nach den ersten paar Sätzen gelangte ich an ein Hindernis. Ich verstand nicht mehr, was dort stand. Da war die Rede von zwei Fallschirmspringern, die beim Versuch, sich zu formieren, untereinander glitten, low gingen, noch versuchten zu floaten, aber schließlich wegtracken mussten.
Meine Reaktion auf diesen merkwürdigen Satz, war ein wohl artikuliertes “HÄ?!”, was das Interesse des Helferleins weckte, dem ich den Satz nochmal vorlas. Den Rest des Tages sinnierten wir darüber, was diese merkwürdigen Begrifflichkeiten wohl meinen könnten und hatten auch Ideen, die der wirklichen Bedeutung recht nahe kamen. Aber gleichzeitig sorgte dieses sinnieren auch für viel Gelächter denn wir fanden diesen Satz, dessen Autor definitiv nicht auch nur eine Sekunde darüber nachdachte, dass vielleicht auch NichtFallschirmspringer mal in dieser Zeitschrift blättern könnten, so dermaßen lustig, dass wir auch gleich versuchten, diese drei Begriffe so oft es nur ging in unsere alltäglichen Unterhaltungen einzubauen. Irgendwann werde ich diese Worte in meiner Umwelt etabliert haben, denn mein Plan ist es, sie fest in mein aktives Vokabular einzubauen. Ich weiß nur noch nicht wie. Wer das liest und mal Kommentieren möchte, egal wann, darf gern mitmachen. ;) Jede Interpretation ist erlaubt. Ich bin gerade, z.B. nicht müde, sondern gehe low und ich muss echt schon versuchen zu floaten, wenn ich nicht hier, mit dem Kopf auf dem Schreibtisch, wegtracken will. Klappt super, finde ich. Hat ein bisschen was von der Sprache der Schlümpfe.

Am nächsten Tag fragte ich gleich Schwester Annegret, was es mit diesen Begriffen auf sich hat. Natürlich konnte sie mir auch erklären, was die alle zu bedeuten haben, aber die richtige Bedeutung ist nicht halb so lustig, wie meine neuen Schöpfungen.
Aber sollte ich in nächster Zeit mal einem Fallschirmspringer begegnen, kann ich wenigstens voll auf dicke Hose machen, weil ich ganze drei Fachbegriffe und deren Bedeutungen kenne. Fällt das schon unter gefährliches Halbwissen?

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4 thoughts on “Von low gehen, floaten und wegtracken

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