Definiere Notfall

Anruf in der Blutbank – Konserven werden benötigt. Sofort. Am besten gestern.

Konserven werden dem Patienten zugeordnet, es werden Segmente abgetrennt und zusammen mit dem Blut des Patienten aufs Gerät gestellt. Dieses ermittelt dann Blutgruppe, Antikörpersuchtest und führt die Kreuzprobe durch. Wenn alles fertig ist, werden die Werte freigegeben und die Konserve auf die Reise geschickt. Das dauert, wenn alles schnell geht, etwa anderthalb Stunden.

Konserven kommen im Krankenhaus an.

Krankenhaus-MTA ruft an: Das sind ja normale Konserven..der Patient braucht bestrahlte.

(Stand natürlich nirgendwo. Hätte die Kollegin erspüren müssen. Hätte sie mal am Anforderungsschein geleckt, hätte sie es vielleicht auch schmecken können)

Kollegin: Hättet ihr vielleicht mal früher erwähnen können. Bestrahlte muss ich erst bestellen.

KH-MTA: Ja, wir brauchen die aber jetzt. Der Patient ist schon im OP.

Kollegin: Alleine das Bestrahlen dauert eine halbe Stunde. Ich bestelle die jetzt und schicke die dann mit Blaulicht ungekreuzt zu euch rüber.

KH-MTA: Aber wie kommst du denn dann an die Segmente? Lass die lieber erst zu dir bringen, dann kannst du die noch abmachen.

Kollegin: Das ist doch Quatsch. Das kostet doch viel zu viel Zeit. Ich schicke die zu euch, dann kannst du die Segmente abtrennen und mir per Eilfahrt zuschicken. Ich kreuz die dann.

~ Gefühlte Ewigkeiten der Diskussion später ~

Die Konserven kommen an, die Segmente werden abgetrennt und der ganze Krempel wird mit Blaulicht ungekreuzt weiter ins Krankenhaus geschickt.

Am Mittag, als der Spätdienst ankommt, sind die Konserven, die vor Stunden noch so wahnsinnig dringend waren, noch immer nicht als ausgegeben markiert, und damit auch noch nicht im Patienten drin. Es wird gewartet, bis auch der letzte Kreuzprobenbefund vorliegt. Am frühen Nachmittag werden sie dann transfudiert.

 

Kenn‘ wa nich

Ein Krankenhaus, irgendwo in unserem Wirkungskreis. Im OP stehen Ärzte und entnehmen Proben bei dem Patienten, der da gerade vor ihnen liegt und davon nix mitbekommt.
Diese Proben werden fachgerecht verpackt und sollen sich nun auf den Weg zur hausinternen Pathologie machen, die sie untersuchen soll.
Dass die Pathologie sich zwar im gleichen Haus, wohl aber in einem anderen Flügel befindet, hat dem armen Tropf, der sich der Proben annahm, wohl niemand gesagt. Gelandet sind sie auf dem Stapel mit den Proben, die zu uns kommen sollen.
Die Proben werden zu uns gebracht und landen in der Annahme. Die kann, berechtigter Weise, nichts mit ihnen anfangen. Sie sind nicht beschriftet wie gewohnt und auch sonst lässt nur der Absender auf dem Umschlag darauf schließen woher sie kommen.
Die Annahme schickt, nach ausgiebiger Prüfung, alles wieder zurück ins AbsenderKrankenhaus.
Im Krankenhaus werden die Proben ausgepackt, geprüft und man kommt einstimmig zu dem Schluss, dass man keine Ahnung hat, warum das Labor das Geraffel ins Krankenhaus geschickt hat.
Die Proben werden zurück ans Labor geschickt. Wohlgemerkt alles mit dem Regeltransport. Zwischen diesen Routinefahrten liegen mehrere Stunden.
In unserer Annahme ist man aufgrund des erneuten Auftauchens der Proben überrascht und auch ein wenig verstimmt.
Anrufe werden getätigt, ohne Ergebnis.
Die Proben werden erneut ins Krankenhaus geschickt…
…und kommen erneut zu uns zurück.
Nun wird für weitere Investigation der Probenumschlag geöffnet. Dort nun findet sich endlich der entscheidende Hinweis, wohin die einstmals wertvolle Fracht geschickt werden muss.
Anrufe werden getätigt, Proben werden per Kurier verschickt.
Da das ganze Hin und Her einen halben Tag in Anspruch nahm, kann man davon ausgehen, dass die Ärzte im OP vermulich längst neue Proben entnommen haben, so es denn möglich war. Man will ja schließlich auch irgendwann mal fertig werden.

Der Kreis schließt sich

Wie ich bereits erzählte, bin ich wieder Laborfee. Dieses Mal habe ich mich in ein Zentrallabor eingezeckt, welches einige Krankenhäuser in der näheren Umgebung versorgt.
Und wisst ihr, wer ebenfalls wieder mit von der Partie ist?
„Mein“ Krankenhaus, mit dem hier damals alles anfing. Die heißen jetzt anders (weil Pleite gegangen..), haben (offensichtlich) keine eigenen Laborräumlichkeiten mehr und haben (ebenfalls offensichtlich) den Anbieter gewechselt (wahrscheinlich ebenfalls wegen Pleite). Bietet sich an, da der letzte Versorger in einer ganz anderen Stadt lag. So geht das mit den Proben jetzt viel flotter und dauert nicht mehr den ganzen Tag. So die Proben denn auch losgeschickt werden.. Wir kennen das.

Ich habe sogar schon mit Dr. Huhn telefoniert! Ausgehend von dem, was mir die Kollegen erzählt haben, hat er sich kein bisschen verändert. ^^ Er erinnert sich allerdings nicht mehr an mich. Natürlich nicht. Soviel Hysterie frisst wahrscheinlich eine Menge Ressourcen und es ist ja auch schon ein Weilchen her. Ich habe aber auch erfahren, dass meine Lieblingspflegerin noch immer dort arbeitet und das hat mich wirklich gefreut. Ich hatte befürchtet, sie sei schon längst low gegangen oder weggetrackt (ihr merkt, ich werbe hier gerade schamlos für ältere Beiträge..), aber Schwester Annegret ist noch da. Ich hätte fast ein kleines Tränchen verdrückt. Ich freue mich schon darauf, sie mal am Telefon zu haben. Ich hoffe, wenigstens sie erinnert sich noch an mich. Wäre doch seine Minzfrische König Nachforder noch dort. Es wäre ein gar königlicher Spaß.

BäpschlorFee setzt „Job“ ein. Es ist sehr effektiv.

Na ihr?

Kaum dreht man sich um, steht plötzlich schon wieder Ostern vor der Tür. Ich habe ein paar Tage frei und kann euch deswegen endlich erzählen, was es neues gibt.

Das BäpschlorStudium ist endlich geschafft. Da alle Masterstudiengänge, die ich interessant fände, erst im Wintersemester starten, vertreibe ich mir bis dahin ein bisschen die Zeit. Und zwar mit arbeiten.
Mir fiel Mitte Februar, quasi mitten im Lernstress, nämlich siedend heiß ein, dass man nach dem Studium möglicherweise Geld benötigt, um all den Luxus, an den man sich während des Studiums doch irgendwie gewöhnt hat, weiter finanzieren zu können. Zum Glück habe ich mir einen Job ausgesucht, in dem immer Stellen frei sind. Ich möchte allerdings erstmal nicht darüber nachdenken, warum das so sein könnte. Jedenfalls habe ich mich beworben und wurde prompt eingestellt. YAY!
Ich bin also, erstmal befristet bis Ende September, wieder Laborfee. DOPPELYAY!

Im Moment ist alles noch furchtbar anstrengend, weil da so viele neue Menschen und Eindücke auf mich niederregnen, aber ich habe nette Kollegen und einen interessanten Arbeitsplatz, which is nice.

Vor allem habe ich aber endlich wieder was zu erzählen. Nochmal YAY!

Ich werde mich nun also anschicken und alles niedeschreiben, was mir einfällt, damit ich es nicht vergesse und ihr in den nächsten Tagen was zu lesen habt. Das wird schön.

Fee vs. Rücken: Das böse Wort mit M

Hirn: Mach, dass es aufhört. Mach, dass es aufhööört!! Warum tut uns der Herr das an?

Fee: Boah, stell dich nicht so an. Es sind nur 20 Minuten. Und hör auf so zu reden. Du bist nicht Gollum. 

Hirn: Ich will zurück auf die Fangomatte. Da war es schön. 

Fee: Du bist hier nicht zum Vergnügen. Du bist hier, damit Rücken wieder klar kommt. 

Rücken: Lasst mich da raus. Ich läge auch lieber noch 20 Minuten auf der Fangomatte. 

Fee: Memmt hier nicht rum. Mit euch kann man nirgendwo hingehen. 

Hirn: Hättest du deine Marotten nicht bis ins unendliche kultiviert, könnten wir das hier alle genießen. 

Fee: Fresse jetzt. An der Stelle könnte ich das auch ohne Marotten nicht genießen. 

Donnerstagmorgen, 08:40 Uhr. Ich  bin bei der Krankengymnastik und wurde gerade von der Fangomatte getrennt (und weine deswegen noch ein bisschen, weil ich sie jetzt eine Woche nicht mehr sehen werde..), da fällt dem Physiotherapeuten das wahrscheinlich schlimmste Wort aus dem Mund, das ich mit Krankengymnastik assoziiere. 

Physio: So Frau Fee. Heute steht Massage an. 

Hirn: Ö.Ö 

Fee: Äh.. Ok. 

Hirn: Ok? OK?! Was ist daran Ok? Hast du gekifft? 

Fee: Jetzt bleib ruhig. Es sind nur 20 Minuten. Du wirst es überleben. 

Hirn: Er wird uns die ganze Zeit aaanfaahaaassään… 😩 

Fee: Ja, ich weiß das. Mir ist das Prinzip der Massage bekannt. 

Hirn: Wie kannst du da nur so ruhig bleiben? 

Fee: Wat is mit dir? Du bist mein Gehirn. Wenn du eskalierst, eskaliere ich auch. 

Hirn: Dann verhalte dich gefälligst entsprechend. Flucht! Fluuuucht! 

Fee: Das geht jetzt aber gerade nicht..

Hirn: Weißt du noch, an welcher Stelle der Bandscheibenvorfall sitzt? 

Fee: Ja. 

Hirn: Weißt du, wo der massieren wird? 

Fee: Jaha. 

Mein Bandscheibenvorfall liegt zwischen L4 und L5. Um es weniger medizinisch auszudrücken, er liegt verdammt nah an meinem Hintern. Ich mag es generell nicht massiert zu werden..oder überhaupt unnötig angefasst zu werden, aber so nah in Arschgegend ist das eine ziemlich harte Prüfung für meine Comfort Zone und mich. Auch, weil ich nicht sehe, was da gemacht wird.

Hirn: Wieso sind wir noch hier?! 

Fee: Was soll ich jetzt machen? Aufstehen, ihn wegtaklen und rausrennen? 

Hirn: Vielleicht?! Wieso muss er uns anfassen? Ich möchte das nicht. 

Fee: Du strengst mich echt an. 

Hirn: Du mich auch. 

Rücken: Muss das so unangenehm sein? 

Herz: Immerhin geht es uns danach bestimmt besser. 

Fee, Hirn, Rücken: Fresse! 

Fee: Ruhe jetzt. Alle! Es sind 20 verschissene Minuten! Ihr überlebt das. Wir können das hier noch genießen. 

Hirn: Weißt du noch damals? Die Fangomatte? Das war schön. 

Fee: Ihr macht mich fertig. 

Physio: Das wars auch schon. Bis nächste Woche. 

Hirn: Endlich! 

Am Abend ist mein Rücken voller Petechien. 

Mein Körper die Diva.