Hulk mit Flügeln

Am Vormittag denkt man noch man hätte, allein durch die pure Anwesenheit der eigenen Person, über die Technik triumphiert, da hat man am Nachmittag schon wieder so eine unverschämte Pfütze auf dem Boden. Und der Wassersensor? Liegt frech da und macht einfach mal nichts, während die Pfütze sich fröhlich auf den Weg in Richtung Steckdosen und Kabel macht.
Aber man möchte ja professionell sein und nicht gleich panisch bei der Service Hotline anrufen. Zuerst im Haupthaus nachfragen, ob es das Problem schonmal gab und ob es sich ohne Techniksklaven beheben lässt. Scheinbar nicht, denn mein Kollege lacht mich erstmal aus. Na gut, also doch panisch bei der Service Hotline anrufen. Panik muss immer dabei sein, weil die sonst nämlich keinen Techniksklaven raus schicken, der sich das Weh Weh mal ansieht. Wenn man sagt „jaaaa..da is zwar son Problem, aber geht eigentlich noch…“ kommt so ein Fuzzie erst vorbei, wenn man knietief in der Plörre steht und am Besten gleich noch gebrizzelt wird, weil irgendein schlauer Kopf die Wasseranlage genau vor der Steckdosensammlung angeordnet hat.

Aber die Heinis von der Hotline erstmal erreichen. Fast drängt sich der Gedanke auf, dass alle Mitarbeiter kollektiv in die Kaffeepause verschwinden, sobald das Telefon klingelt. Die schlaue Laborfee weiß sich aber glücklicherweise zu helfen und ruft, Schnappatmung vortäuschend, beim Notdienst an, der einen dann erstmal anranzt, wieso man überhaupt beim Notdienst anruft, so ganz ohne Wartungsvertrag.
Hat man doch naiv gedacht, bei der potentiellen Flutung, inklusive Verbrizzelung des Labors, handele es sich tatsächlich um einen Notfall. Sachen gibts.

Das Problem ist schnell und völlig hochdramatisiert geschildert, alle Daten sind aufgenommen, nun heißt es erstmal wieder warten. Es muss erst ermittelt werden, wenn (und wahrscheinlich auch ob überhaupt..) einer der Techniksklaven ausrücken kann. Währenddessen tropft es fröhlich weiter und die Pfütze freut sich über immer neuen Zuwachs. Am Besten das Leck erstmal mit Zellstoff abdichten und die Pfütze wegwischen, bevor der Sensor doch noch auf die Idee kommt seiner eigentlichen Aufgabe nachzukommen und das Terrorgepiepse wieder los geht.
Zwischen all diesen Ereignissen betrauert man noch den offensichtlichen Mangel an der Befähigung sich vierteilen zu können, denn plötzlich möchten zahlreiche Ärzte und diverse Schwestern eine persönliche Betreuung für alles mögliche, inklusive unmögliche.

Und da der Tag ja gerade so perfekt und völlig stressfrei über die Bühne geht, kann man sich auch gleich wieder darüber aufregen, dass die EDV immer noch alles andere als stabilisiert ist und man sich nun zum 150. Mal neu einloggen darf und einem keiner sagen kann, woran das nun wieder liegt.
Auch nach einer Stunde noch kein Zeichen vom Notdienst Mann, der vor einer Stunde sagte, er rufe gleich zurück. Auch kein Verlass mehr auf das Pack!
Ich habe definitiv nicht die Geduld für sowas!!
In den nächsten 1 1/2 Stunden muss da was kommen, sonst werd ich zum Hulk!! Mit Flügeln!!

Na wenigstens wird sich endlich dem EDV Problem angenommen. Allerdings von den Deppen der Krankenhaus EDV, was bedeutet, es ginge schneller, wenn man einen Affen mit nem Stein mit der Problematik betraut.
Aber gut, man kann nicht alles haben.

Nach zwei Stunden noch immer kein Rückruf. Langsam wirds unverschämt. Der Gedanke, dass der gute Mann sich längst in den Feierabend verabschiedet und mein Anliegen vor lauter Freude darüber vergessen hat, erhärtet sich.

Eine weitere halbe Stunde später, hmpf..HULK SEHR BÖSE!!! Immer noch kein Rückruf. Die grüne Farbe vergeht schnell wieder, denn bei einem Gegenanruf stellt sich heraus, dass dort ebenfalls alle in die Kaffeepause verschwunden sind. Ein Notdienst, der nicht erreichbar ist. Tja, es gibt viele erste Male im Leben. Die Pfütze wird mir also auch noch morgen bei der Arbeit gesellschaft leisten. Ich glaube die Suche nach einem Techniksklaven wird mehr Zeit in Anspruch nehmen als ich dachte.

Doch auch an solchen Tagen gibt es einen Feierabend. Hier sinkt die Laune dann nochmal auf einen neuen Tiefpunkt, denn man wird der Tatsache gewahr, dass man das Auto heute morgen am Arsch der Welt geparkt hat und dass es draußen scheiße kalt ist.

In diesem Sinne, auf morgen, bis Wiedersehen..

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