Die Sache mit den Barcodes 2.0

Wir haben bereits gelernt, die harmlosen, die nervigen und die einfach nur dämlichen Fehler zu unterscheiden, bei der Sache mit den Barcodes.

Heute gesellte sich spontan eine neue Kategorie hinzu. Nämlich die Fehler, die bewirken, dass man sich in Embryonalhaltung, daumenlutschend, auf den Boden legen möchte.

1 1/2 Stunden vor Feierabend vernahm ich wie Proben, die nach Bearbeitung lechzten, zu ihrem angestammten Platz in der Probenannahme transferiert wurden. Da gerade wenig los war, schickte ich mich an, sogleich mit der Bearbeitung zu beginnen, als mein Enthusiasmus ein jähes Ende fand. Mir vollkommen unbekannte Barcodes besetzten die Röhrchen und grinsten mir metaphorisch frech ins Gesicht. Es ist ja nichts Neues, dass das ein oder andere Mal ein falscher Barcode den Weg auf ein Röhrchen findet, diese lassen sich meist schnell zuordnen (Notfalllabor, Schein, etc…), aber dieses Konstrukt hatte ich überhaupt noch nie gesehen.
Also den Zugang zu meinem Reich, bis auf die Probenannahme, verschlossen und erstmal die Kolleginnen der Ambulanz um investigative Mithilfe gebeten. Leider waren die Barcodes auch ihnen gänzlich unbekannt.
Was folgte, war eine einstündige Odyssee, während der ich mich ein Mal durch das Haus telefonierte, auf der Suche nach diesem Patienten oder wenigstens nach der Pappnase, die so bräsig war, die Proben in dem Zustand abzugeben.
Auf einer Station brüllte man mir ins Ohr, man hätte zu arbeiten und drückte mich dreist weg, noch bevor ich mein Anliegen vortragen konnte. Unverschämtes Pack!!
Nachdem mir alle relevanten Stationen versicherten, dass sie den Patienten nicht kennen, musste ich, der Schnappatmung nahe und ganz kurz vor Tobsuchtsanfall, im Haupthaus anrufen, um weiteres Vorgehen zu klären. Die Kollegen wussten selbstverständlich auch nicht, wie weiter zu verfahren war.
Mein Daumen wanderte langsam in Richtung Mund und die Knie ließen verlauten, dassmein Brustbein heute wirklich ganz bezaubernd aussähe und man gern zum Kuscheln vorbei käme.
Letzter Ausweg: Facharzt. Wehe der kann mir nich sagen, was ich jetzt mit dem Modder machen soll!! Kann er aber. Dem Himmel sei Dank!!
Das Brustbein lässt bei den Knien verlauten, dass das mit dem Kuscheln heute nichts würde und auch der Daumen besinnt sich schlagartig auf seine aktuellen Aufgaben. Jetzt aber flott die Probe aus der Hölle noch durch die Geräte gefegt und dann nichts wie in den Feierabend. Nach diesem Erlebnis mehr als verdient.
Wenn ich den Spezi erwische, der mir den Mist da einfach hingelegt hat..
Aber da ist ja zum Glück noch meine Lieblingsstation, der Hort der Pappköppe, die mir diesen einfach nicht gönnen und schnell noch 10 Minuten vor Schluss 3 Proben vorbei bringen, die ich dem Überbringer auch sogleich in den Rachen stopfen möchte. Wenn der Spätdienst noch nicht gehen darf, darf ich das auch nicht. Was ist denn schon eine halbe Stunde länger bei 10 Stunden Dienst am Karnevalsfreitag.
Ich stell mich aber auch an..

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Ein Gedanke zu “Die Sache mit den Barcodes 2.0

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