Gestern im Labor..

Also es wird doch wirklich immer abstruser im Labor..

Da steht man Nichts ahnend vor der Zentrifuge und will zur Abwechslung seiner Arbeit nachgehen, denkt an nichts Böses. Steht da plötzlich , Apfel essender Weise, ein Zivilist in der Tür. Eigentlich hätte ich ihn wegen Apfel essens der Räumlichkeit verweisen sollen, aber da ich gerade meine Frühstückspause zugunsten der Zentrifuge unterbrochen habe, steht mein Essen noch in meinem kleinen Pausenraum, der zwischen Probenannahme und Labor liegt. Das hätte meine Autorität irgendwie untergraben. (Eigentlich darf ich da auch nicht essen, weil die Reagenzkühlschränke in dem Raum stehen, NEIN!! Fragt nicht..,aber ich bin eben ein kleiner Rebell und weigere mich einfach, für zwei Mal Brot abbeißen in die Kantine zu gehen. Zumal ja regelmäßig Panik ausbricht, wenn ich mal gerade nicht im Labor anzutreffen bin..)

Schnell stellt sich heraus, der Herr Fallobst vertilger hat ein Anliegen. Laborwerte soll er abholen. Und auch nicht seine Eigenen (die hätte er von mir auch nich erfahren..), sondern die einer weiblichen Patientin. Dem Himmel sei Dank, dass es sowas wie Datenschutz scheinbar nicht gibt. Hätt ich das gewusst, hätt ich bereits stundenlange Patientengespräche mit der Frau von der Käsetheke geführt. -.-
Welche Pappnase hat den zu mir geschickt?!
Ich wollte ja schon darauf hinweisen, einfach mal am schwarzen Brett nachzusehen, wo ich alle Patientenergebnisse aushänge, besann mich aber darauf, dass der arme Mann ja nun auch nichts dafür kann.

Nun muss ich aber erstmal herausfinden, wer das Genie war, dass ihn zu mir geschickt hat. Also wieder den Detektivhut aufgesetzt und auf den, von Herrn Fallobst vertilger genannten Stationen angerufen. Will natürlich wieder keiner gewesen sein. Also anders..
Name der Patientin, deren Laborwerte von ihm in Empfang genommen werden sollten, geben lassen. Schnell stellte sich heraus, dass ich von der noch gar kein Blut bekommen habe.
Also Herrn Fallobst vertilger ins Kreuzverhör genommen. Aha, Blut wurde notfallmäßig in der Ambulanz abgenommen. Wurde also vermutlich auch notfallmäßig dort bearbeitet. Also die Ambulanz auch noch angerufen und gefragt, ob die das Blut da bearbeitet haben. Haben sie. Super Sache, ich bin aus dem Schneider. Was die mit ihren Daten machen, kann mir ja sowas von Wurst sein. So stellte sich dann auch heraus, dass die Pappnasen wahrscheinlich (wirklich sicher kann man sich bei denen ja nie sein..) tatsächlich unschuldig sind, weil der Herr Fallobst vertilger einfach nur nicht richtig zugehört und deswegen nur Käse verstanden hat. Er sollte nämlich nicht nach unten ins Zentrallabor (das bin ich, aber es ist schon lange kein Zentrallabor mehr), sondern in die Zentralambulanz ins Notfalllabor.
Hätte er zugehört, statt an seinem Apfel zu nagen, er hätte dieses Wurst Käs Szenario vermeiden können.

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