CSI – Labor: The Nightmare Continues

My dear Mr. Singing Club. Auf den Tag hätte ich in der Form auch getrost verzichten können.

Fast kam es mir so vor, als sei der gestrige Tag nur ein Traum gewesen und dies hier sei sei der wirkliche Montag.

Ich startete schon recht unerfreulich in den Arbeitstag, indem ich die Erkenntnis gewann, dass die Krankheit meines Großgerätes sich wohl über Nacht rapide verschlechtert hat. Ich wusste, ich hätte es nicht ohne Wadenwickel schlafen lassen sollen.
Die Kalibration, wie auch die anschließenden Kontrollen des Sorgenkind-Analyten, eine einzige Katastrophe. Das war zwar nach ein bisschen gebastel schnell behoben, merzte den Fehler, der bereits gestern zu Grunde lag, aber nicht aus. Die Horatio Cane Gedächtnis Sonnenbrille habe ich in weiser Voraussicht schon gar nicht mehr abgenommen.

Leider waren die Mitarbeiter im Haus heute nicht so zuvorkommend wie gestern. An ruhige Ermittlungsarbeit war heute nicht zu denken. Das Telefon klingelte in einer Tour (König Nachforder, Herzog zu Mentos kau, Freiherr von Minzfrisch hatte schließlich Dienst…) und die Proben stapelten sich bis in den Nachmittag. Die Tatsache, dass ich den Großteil der Proben mehrfach messen musste, weil das Sorgenkind arg schwächelte und ich gewährleisten musste, dass alles auch korrekt raus geht, trug auch nicht gerade zur Entspannung bei.

Nach neuerlichen Krankheitssymptomen, besprach ich mich auch wieder mit meinem Kollegen, der mir, nachdem ich ihm weitere Forschungsergebnisse präsentierte, ans Herz legte vielleicht dann doch mal die Service Hotline anzurufen, damit ein Techniksklave ausrücken kann. Och nööö!
Da aber alle anderen Ermittlungen ins Leere liefen, blieb mir nicht viel anderes übrig, außer vielleicht noch das ganze Ding einfach abzufackeln und felsenfest zu behaupten nie so ein Ding gehabt zu haben. Zweiteres erschien mir einen Monent lang ungleich attraktiver und ich fragte mich schon, ob man mir die Geschichte wohl abgekauft hätte.
Weil ich aber ja eine gute Laborfee bin und dazu auch noch bescheuert, griff ich zum Telefon und wählte die Nummer der Service Hotline. Es ging sogar jemand ran. Diesem Telefonsklaven schilderte ich kurz die Problematik und legte den Schwerpunkt darauf, anzudeuten, dass der Techniksklave mein Gerät geschrottet hat.
Der Mensch am anderen Ende der Leitung rückte zwar keinen neuen Sklaven raus, der bei dem Gerät mal Pat Pat macht, gab mir aber einen wertvollen Ermittlungstipp. Stichwort Rollpumpenschlauch. Das ist, wie es der Name vielleicht vermuten lässt, ein Schlauch, der sich an, bzw. auf einer Rolle befindet. Da diese Rolle sich fast laufend bewegt, ist der kleine Gummischlauch nach einiger Zeit ziemlich geplättet und muss ausgetauscht werden. Speziell dieser kleine Schlauch ist von großer Wichtigkeit, da er die Zufuhr der konzentrierten Waschlösung steuert, mit deren Verdünnuung das Gerät gespült wird. Stimmt die Verdünnung nicht, wird nicht richtig gewaschen, es kommt zu Verschleppungen, falschen Messergebnissen, mit einem Wort: Zur Laborapokalypse. Na gut, waren zwei Wörter.
Klingt irgendwie nach den Symptomen, mit denen mein Gerät sich plagt und der Schlauch sieht auch ziemlich platt aus. Hat der Techniksklave wohl vergessen.

Der Schlauch war schnell gewechselt. Der Kanister, in dem sich bereits verdünnte Waschlösung befand, wurde ausgeleert und das Gerät so animiert gleich mal neue herzustellen.
*räusper* An dieser Stelle möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich so schlecht über die Fähigkeiten des Techniksklaven gedacht habe. Ich werde sogleich berichten warum.

Ich leerte also den Kanister für die Waschlösung und installierte ihn anschließend wieder in das Gerät. Leider ist diese Stelle nur schwer einzusehen, so dass mir entging, dass der Wasserschlauch nicht im, sondern neben dem Kanister hing. Das Resultat war ein 1A geflutetes Labor. Ich wollte mir gerade Patientenergebnisse  ansehen und stand plötzlich in einer Pfütze. In einer wirklich großen Pfütze. Ich schwöre, da ist ein Goldfisch an mir vorbei geschwommen.

Ich habe also den gleichen Fehler begangen wie der Wartungshorst vor einem halben Jahr. Gleicher Fehler, gleiches Resultat. Nur trocken machen musste ich dieses Mal allein. Zunächst baute ich einen Deich aus Zellstoff, um die Wassermassen davon abzuhalten den Krankenhausflur zu stürmen. Eine Stunde und kiloweise Zellstoff später, war zum Glück alles wieder einigermaßen trocken. Dafür stinkt das Labor nun nach Zellstoff, ist aber immerhin porentief rein.
Ob das Wechseln des Schlauchs den Fehler nun wirklich behoben hat, wird sich zeigen. Da ich nun erstmal wieder abwarten musste, beschloss ich die Horatio Cane Gedächtnis Sonnenbrille erst einmal bei Seite zu legen und mich aktiv mit dem Gedanken an meinen Freund den Feierabend zu bespaßen. Der stand zum Glück auch Recht bald wieder vor der Tür, um mich nach hause zu begleiten. Leider musste ich ihn ein wenig warten lassen, da 5 Minuten vor Feierabend noch eine Notfallprobe rein kam. Sowas liebe ich ja. Aber gut. Notfall ist Notfall.

Der Feierabend war mir zum Glück nicht böse. Ein geduldiger und höflicher Bursche, dieser Feierabend.
Vielleicht backe ich ihm wirklich mal Kekse…

Ein Gedanke zu “CSI – Labor: The Nightmare Continues

  1. Ja mach das, back dem Feierabend mal ein paar Kekse.
    Und dem Freiherr von Minzfrisch würde ich ein paar Darmflutende Medis des Grauens unter die Mentos mischen.

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