Eine Woche voller Montage

Moaaaah, was für eine Woche. Ekelhaft!
In manchen davon ist wirklich der Teufel zu hause. Diese war so eine.
Von den unerfreulichen Turbolenzen habe ich ja bereits berichtet. Doch die gehören zum Laborwahnsinn dazu, es kann ja nicht immer alles glatt laufen. Doch für gewöhnlich verfolgt so eine Arbeitswoche ihren eigenen Rhythmus. Und weil ich nunmal ein Gewohnheitstier deluxe bin, bringt es mich immer wieder aus meinem Trott und ist höchst bedrohlich für meinen inneren Frieden, wenn eine Woche so unhöflich ist und, wie diese, aus ihrem Rhythmus fällt.

Für gewöhnlich läuft eine typische Arbeitswoche folgendermaßen ab:

Montag: Pünktlich zum Start der neuen Woche, ist das Probenaufkommen am höchsten, da das zurück liegende Wochenende zahlreiche Menschen kollektiv ermatten zu lassen scheint. Die Problemchen der Ärzte könnten zahlreicher und belangloser nicht sein und alles in allem verbringt man den Tag damit, zwischen Telefon, Zentrifuge und den Geräten hin und her zu rennen und dabei eine Kuhle im Laborboden zu hinterlassen.
Und da man gerade wieder einmal all wöchentlich aus dem Paradies Wochenende vertrieben wurde, fällt die Motivation, dies alles zu tun, schlagartig in schier ungeahnte Tiefen und verhält sich umgekehrt Proportional zu dem Wunsch selbige zu nutzen, um mit dem Gesicht voran und einem Lächeln auf den Lippen in eine rostige Kreissäge zu laufen. An richtig guten Tagen darf man abends auch länger bleiben, damit all der Glanz dieses Arbeitstages in vollen Zügen ausgekostet wird.

Dienstag: Der Verlust des Wochenendes ist soweit überwunden, die Motivation kriecht langsam aus ihrem Loch und setzt probeweise mal einen Fuß vor die Tür.
Die Anzahl der Proben reduziert sich schlagartig auf ein Minimum und man hat viel Zeit um andere Dinge zu erledigen. Und wenn die alle erledigt sind, viel Zeit zu lesen. Wenn nicht wieder eine von den Pappnasen im Spätdienst sitzt, darf man auch pünktlich nach hause.

Mittwoch: Bergfest! Grund zur Freude, denn das Wochenende ist nicht mehr weit. Die Motivation hat es mittlerweile bis an die Straße geschafft und winkt allen vorbei fahrenden recht herzlich.
Das Probenaufkommen bewegt sich irgendwo zwischen Montag und Dienstag und von 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr ist meist nichts los. Außerdem findet heute Teil I der großen Wartung statt. Solche Geräte wollen schließlich gehegt und gepflegt werden. Sie sind ja auch teuer genug. Die Chancen pünktlich zu hause zu sein sind im Allgemeinen recht gut.

Donnerstag: Wochenende, so nah und doch so fern…Die Motivation guckt sich andächtig die Blümchen im Garten an.
Teil II der großen Wartung tritt in Kraft. Das Probenaufkommen erreicht Dienstagsniveau und weil man alles andere bereits Dienstag erledigt hat, bettelt man ab dem Nachmittag förmlich darum endlich arbeiten zu dürfen. Dieser Wunsch wird meist eine halbe Stunde vor Feierabend erfüllt und bringt einem eine halbe Stunde längeren Aufenthalt ein. Mindestens.

Freitag: Die Motivation schlägt lachend im Garten Purzelbäume. Gedanklich sitzt man schon im Wochenende.
Dieser Tag ist der Bastard der ganzen Woche. Richtiggehend schizophren der kleine Scheißer. Er kann dich auf Donnerstagsniveau ruhig in das freudig erwartete Wochenende geleiten oder dir vor die Füße spucken und dir noch einen Tritt hinter her verpassen, indem er dich vor lauter Proben rennen lässt, dass du dir wünschst, endlich wieder Montag zu haben, damit du nicht mehr so viel rennen musst.
Pünktlich nach hause kommt man in den seltensten Fällen, egal in welcher Stimmung er sich gerade befindet, denn irgendeine Pappnase missgönnt es einem immer, dass man am Ende des Tages ein freies Wochenende hat.

Diese Woche jedoch verlief ungleich schlimmer. Es kam mir so vor, als sei ich in einer Endlosschleife aus Montagen gefangen. Der aufkommende Frühling schien den unbeobachteten Moment genutzt zu haben, um zahlreiche Menschen dahin zu raffen. Oder wenigstens krank zu machen. Die Hormone. Ich sags ja. Dazu kamen noch die aufkommenden Ermittlungsarbeiten und der Rest des normalen Laboralltags, der vor lauter Proben bereits geräuschvoll aufschrie, weil er sich vernachlässigt fühlte. So sehr ich mein Alleinsein auf der Arbeit auch manchmal schätze, diese Woche hat es doch eher dazu geführt, dass ich spätestens am Nachmittag in geistiger Embryonalhaltung in einer Ecke meines Hirns lag (körperlich ging ja nicht, weil ich rennen musste..) und jämmerlich nach meiner Mama winselte.

Da war man am Ende des Tages froh, wenn man es noch aus der Dusche ins Bett geschafft hat, um mit dem Laptop auf dem Schoß von den Qualen des Tages zu berichten 😉

Und weil ich diese Woche schon so viele Montage hatte, habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und mir den nächsten einfach mal frei genommen, um ihn mit angenehmen Dingen zu verbringen, wie zum Beispiel zum Amt zu gehen oder [Bitte hier passende und viel spaßigere Aktivität, als einen Montag im Labor, einfügen]

In diesem Sinne, gehabt euch wohl, schönes Wochenende.

Bis Dienstag 😉

Ein Gedanke zu “Eine Woche voller Montage

  1. Also du weißt wenigstens, wo deine Motivation ist… Meine ist auf die Suche nach dem Zensurmännchen gegangen, das nach der Klapse eine Weltreise gemacht hat und vor 2 Jahren die letzte Ansichtskarte von der Karibik schickte…

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