Die Sache mit der Kommunikation

Laboranalysen dauern ihre Zeit. Je nach Material, Anforderung und Häufigkeit der Analyse. Manches bekommt man in drei Minuten, Anderes dauert eine halbe Stunde und wieder Anderes ist in zwei Wochen noch nicht fertig. In meinem kleinen Reich dauert eine Komplettanalyse mit alles und scharf etwa zwischen 30 und 45 Minuten. Bei, ich nenne sie diplomatisch mal, pflegeintensiven Proben, dauert es auch gerne mal 1 1/2 Stunden.
Nun schleicht sich ab und an auch mal eine Probe ein, deren Ergebnisse schnell irgendwo gebraucht werden. Dazu muss die Laborfee aber nuneinmal wissen, welche Proben das sind, denn dann können sie bevozugt behandelt werden. Heißt, sie werden im Notfallmodus zentrifugiert und auf die Notfallposition im Gerät gestellt, werden also zügig bearbeitet.

Wie gesagt, dazu muss im Vorfeld eine gewisse Art der Kommunikation stattgefunden haben. Diese kommt jedoch meistens erst in Gang, nachdem ein verärgerter Arzt bei mir anruft und erzürnt danach Fragt, wo denn die Probenergebnisse, die man am Besten gestern schon hätte haben müssen, bleiben. Dann steht die Laborfee dumm da. Wenn man Pech hat, steht die Probe schon im Gerät und bei ganz viel Pech, steht sie noch an letzter Stelle und ist noch nicht einmal pipettiert, weil vor ihr noch 30 andere Röhrchen in der Schlange stehen und auf ihre Bearbeitung warten. Ein bisschen wie beim Amt.
Und das nur, weil irgendein Genie nicht die Hirnkapazität besaß, um die Information von der Station bis ins Labor zu tragen oder es zu aufwändig fand, das Röhrchen mit dem neon orangen Klebchen zu versehen, auf dem fett EILPROBE steht. Solch eine Information ist für die Laborfee selbstverständlich vollkommen nebensächlich. Zumal man an einem durchschnittlichen Montag morgen auch nur 30 Proben zeitgleich durchs Gerät fegt. (Wenn man von einem MVZ ausgeht, ist diese Anzahl fast verschwindend gering, aber wenn da eine Notfallprobe zwischen hockt, reicht es dafür, dass sich die Bearbeitung noch ewige Zeiten hinziehen kann. Blöd, wenn man dann das Ergebnis innerhalb von 10 Minuten braucht.)

Auch folgende Situation hat wirklich großes Anbrüll Potential. Krankenschwesterchen kommt ins Labor und drückt mir eine Versandtasche in die Hand. Völlig normales Szenaio. Bei der Probenübergabe schafft es Krankenschwesterchen auch tatsächlich die Information, dass es sich bei gerade in Übergabe begriffener Probe um einen Notfall handelt, an mich weiter zu geben. Soweit erfreulich. Kommunikation hat bis hierher super funktioniert. Ich freue mich. Solange, bis ich die Tasche öffne und feststelle, dass sich darin Proben von etwa 3 bis 8 Patienten befinden und Krankenschwesterchen den Notfall nicht namentlich benannt hat. -.-
Das bedeutet wieder, dass ich mich quer über die Station telefonieren muss, um zu erfahren, ob ich mir von den zahlreichen Patientenproben einfach eine aussuchen kann, die ich als Notfall behandle oder ob sie vielleicht doch eine bestimmte Probe schnell analysiert haben möchten. (Meist antworten sie dann solch lustigen Quatsch wie „Könnten Sie nicht alle vorziehen..?“)

In diesem Sinne..Redet miteinander!!

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