Heimfahrt mit Varieté

Da ich, neben dem Fee sein im Labor, ja tatsächlich auch noch so etwas wie ein Privatleben besitze, dachte ich mir, ich erzähle heute mal ein wenig daraus. So amüsant ganzen Gurkenköppe im Krankenhaus auch sind, ab und zu braucht man mal eine Pause von dem Laborirrsinn. Stattdessen also heute etwas aus meinem ganz privaten Irrsinn.

Ich gehöre zur Auto fahrenden Gesellschaft. Ich fahre nicht gern, ich fahre auf keinen Fall gut und ich bediene so ziemlich jedes Klischee über Frauen am Steuer, dessen ich habhaft werden kann.

  • Ich habe keine Ahnung, was mein Auto alles kann oder nicht kann, weiß aber, dass es „Altherrenblau“ ist und dass vier volle Einkaufstüten in den Kofferraum passen.
  • Ich kann absolut nicht einparken. Weder vorwärts, noch rückwärts. Wenn mein Auto doch einmal ordentlich in einer Parklücke steht, war das durch den Zufall bestimmt oder ich hatte gerade etwa 20 Minuten Zeit zuviel.
  • Ich verfahre mich, egal wo ich hin muss. Wenn ich neue Wege fahren muss, plane ich immer ein gewissen Maß an Verfahrzeit ein und habe dazu noch sämtliche Rufnummern der Person, zu der ich gerade will, dabei, für den sehr wahrscheinlichen Fall, dass ich auf einem Feld lande und nicht mehr weiß, wie ich da weg komme. Bevor ich einen Weg wirklich fehlerfrei fahren kann, muss ich ihn bestimmt gefühlte 100 Mal gefahren sein. Und in Folge dessen, fahre ich einen Weg selten so zurück, wie ich ihn gekommen bin. Ohne Orientierungssinn sieht man eben viel mehr von der Welt.
    Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich kein Navi verwende. Das ganze Gesabbel irritiert mich beim Fahren  und außerdem ist die Musik meist ohnehin viel zu laut. Da würde ich HansHans gar nicht verstehen.
  • Natürlich hat mein Auto auch einen Namen. Es heißt „Der kleine Dicke“. Manch einer würde sagen, dass der Name nicht förderlich für sein Ego ist, aber der kleine Dicke steht da sowas von drüber. Er nimmt sogar die Vanilleduftkerze im Becherhalter stillschweigend hin. Ein ganzer Kerl!

Trotz all dieser Defizite, bin ich im Auto schon so ein kleines Highlight. Sobald ich im Auto sitze, wird der kleine Dicke zur kleinen dicken Musicbox für mich und meine Umwelt. Ob meine Umwelt mein Geschramme auch hören möchte, sei mal dahin gestellt. Man hört mich meist eher irgendwo ankommen, als das man mich sieht.
Ich würde niemals auf den Gedanken kommen, in einem Club, einer Disco, nennt es wie ihr wollt, zu tanzen, aber im Auto geh‘ ich ab wie ein Zäpfchen. Meine Bremslichter leuchten meistens im Takt der Musik, so wird der Fahrer hinter mir auch gleich mit bespaßt. Da kann ich dann auch singen, obwohl ich nicht singen kann, bzw. da ist es mir egal, dass ich nicht singen kann. Die Musik ist so laut, da hört mich sowieso niemand raus. Ich mache im Auto quasi das, was andere, neben dem Waschen, unter der Dusche machen.
Ich möchte mal annehmen, dass es für meine mit-an-der-Ampel-Steher in ihren Autos, sowie für die Fußgänger, irgendwie amüsant ist, mir bei meinen allabendlichen Vorstellungen zuzusehen (Niemals morgens! Wir erinnern uns: morgens fährt der Instinkt, nicht das Hirn.)
Dafür ist es für mich umso amüsanter, die verstörten Blicke der Mitfahrer oder Fußgänger zu sehen, wenn mal ein Lied mit einem, vielleicht etwas ungewöhnlichen Text läuft. Wobei..Neulich hat jemand neben mir an der Ampel leise mitgesungen (ich hab’s genau gesehen!!). Der kannte das Lied. Dann wurde ihm klar, was er da singt und war etwas peinlich berührt.

Aber das alles (bis auf die Defizite, die sind immer da..) tritt natürlich nur in Kraft, wenn ich allein fahre.
Ich mach‘ mich doch nicht für jeden zum Horst. 😉

2 Gedanken zu “Heimfahrt mit Varieté

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