Montag wär mir lieber..

Was war das denn heute für ein gar ekelhafter Dienstag?! Kann ich nicht wieder Montag haben?

Der Montag war wirklich gediegen. Also für einen Montag. Noch vor dem Aufstehen dachte ich mir, dass der Dienstag dann richtig Tiefenentspannt werden muss, wenn der Montag schon so benutzerfreundlich war.

Am…ähm..Gluteus maximus..hängt der Hammer!

Ich muss allerdings dazu sagen, ich bin krank, schon wieder. Ich bin dieses Mal allerdings selbst schuld. Konnte ja kein Mensch ahnen, dass 9°C zum Fahren mit weit geöffneten Fenstern noch etwas zu kalt und somit dem Hals irgendwie nicht so zuträglich sind. Das ich das Geschramme, welches aus meinen Boxen dröhnt immer laut mitgröle, hat wahrscheinlich auch nicht zur Besserung beigetragen. Jedenfalls klinge ich nun so, als wäre ich Günni vom Bau, der jeden morgen ein Frühstück aus Whiskey und Zigarette zelebriert und in seiner Freizeit Lastwagen auf Sport1 zieht. Mit dem Mund!
Dieser Zustand ist wiederum meiner guten Laune, die sich vor einiger Zeit unter den Tisch verkrochen hat und schon ein bisschen komisch riecht, nicht zuträglich, ergo bin ich auch noch richtig mies drauf.
Eine super Kombination, wie mir sicherlich jeder freudestrahlend zustimmen wird. Daher war gestern ja auch so super, weil echt krankheitsfreundlich. Nicht viel los und wenn, dann wenigstens unkompliziert.So gefallen mir meine Montage. Ich konnte ja nicht ahnen, dass Montag und Dienstag diese Woche Lust hatten mal die Plätze zu tauschen.

Schon beim Auspacken der Proben von letzter Nachtm sah ich – Tiefenentspannung sieht anders aus. Da purzelten mir doch gleich mehrere Anforderungsscheine entgegen, was wohl bedeutet, dass die EDV des Nachts wohl wieder gecrashed ist. Wieso eigentlich immer, wenn die Nacht über viele Proben kommen?! Ich fühle mich akut gemobbt.
Neben den zahlreichen Proben mit Anforderungsschein kamen dann auch noch eine ganze Menge regulärer Proben hinzu. Hatten gestern alle keine Lust oder ist das die Art der Schwestern und Ärzte den kalendarischen Frühlingsanfang zu zelebrieren?!  Die Bilanz des Auspackens erbrachte folgende Problematik: 25 Gerinnungen noch bevor der Routine Bär so richtig anfängt zu steppen. Mein Gerätchen kann aber immer nur 10 auf einmal bearbeiten. Das ist sonst kein Problem, da die Pröbis sonst den Anstand besitzen nacheinander bei mir aufzuschlagen, statt mich Flutwellenartig zu überfallen.
Natürlich sind auch wieder genug Notfälle mit am Start, so dass sich die Bearbeitung der regulären Proben noch weiter hinzieht. Da kann man nur hoffen, dass dieses Mal alle daran gedacht haben ihre Notfälle auch anzumelden. Haben sie natürlich nicht, aber ich bin eben Optimist, was soll ich machen? Wenigstens sind alle geduldig und verzögern den Ablauf nicht durch lästigen Telefonterror. Vielleicht macht Günni ihnen Angst? Oder Günnis Kampfhund, der in kurzen, regelmäßigen Abständen durchs Labor kläfft. Ich muss ja sagen, so ein Husten ist ein prima Workout. Ich habe schon ein bisschen Muskelkater. Das Fahrerle sieht mich auch schon ganz mitleidig an, gestern wie heute. Das heißt, ich muss mir auch noch Gedanken darüber machen, dass ich nicht nur wie Günni klinge, sondern auch wie Günni aussehe. Ich beschließe kurzfristig, dass schöne Menschen nichts entstellt und habe gleich ein Problem weniger. HA! So geht das, ihr komplexbeladenen Frauen! 😉

Zwischenzeitlich hat die Ambulanz den Turbo eingelegt und scheint im Akkord Blut abzuzapfen, um mich damit zu beglücken. Also Schokolade wäre mir wirklich lieber.
Zum Mittag hin komme ich dann zu der Überzeugung, dass es unmöglich noch jemanden in diesem Haus, ach was sage ich, in diesem Dorf, gibt, dessen Blut ich hier noch nicht sehen habe. Heute Nacht werde ich von Citratröhrchen (Gerinnungsröhrchen) träumen, das ist mal klar.
Die Bilanz dieses Vormittags: So viele Proben, wie sonst den ganzen Tag. Eigentlich schon mehr.
Da sich mittlerweile auch die Nase einmischt und nun ebenso dicht ist, wie der Hals, recherchiere ich gleich mal, wie man em effektivsten durch die Haut atmet, während schon die nächste Probenwelle über mich herein bricht. Ich glaube ich arbeite demnächst nur noch unter Terminvergabe..
Zu meinem großen Glück, erinnert sich König Nachforder, Herzog zu Mentos kau, Freiherr von Minzfrisch genau in dem Moment auch wieder daran, dass er im Besitz eines Telefons ist und macht auch gleich Gebrauch davon. Er möchte wohl einfach nicht verstehen, dass zu dieser Tageszeit und bei diesem Betrieb auch seine Proben etwas länger dauern können.

Das Highlight des Tages ist dann definitiv die fortschreitende Retardierung der HNO.
Schicken mir Proben, deren Barcode und Auftragsnummern mal so gar nicht leserlich sind und bei denen man die Patientennamen auch nur so halb entziffern kann. Großer Sport!
In der Hoffnung, ein Anruf würde dieses Problem seiner Zerstreuung zuführen, rufe ich also bei den Mädels der HNO an und siehe da, ein Anruf reicht selbstverständlich nicht! Alles was ich erfahre ist, dass der Drucker derzeit nicht richtig druckt (Danke, seh ich selbst..) und dass sie keine Ahnun haben, wo im Patientenauftrag sich die Auftragsnummer für das Labor versteckt. Schlecht, aber immerhin können sie mir schon mal sagen, was überhaupt gemessen werden soll. So könnte ich, wenn ich wollte, wenigstens neue Aufträge anlegen. Will ich aber nicht!! Letzte Chance, der Probenpuffer. Da stehen alle Proben drin, die heute oder in den nächsten Tagen noch ins Labor sollen. Ich hoffe inständig, dass ich sie da finde. Nach ewig langem Suchen finde ich die Aufträge tatsächlich auch und habe nun endlich die Barcodenummer zum Drucken neuer Klebis. Hat am Ende genauso lange gedauert, wie ein erneutes Anlegen des Auftrags, aber egal. Ich hasse es Aufträge neu anzulegen, vor allem, wenn die Aufträge eigentlich existieren und ich nur nicht ran komme.

Das zweite Highlight folgte gleich auf dem Fuße. Dr. Verpeilt ruft an und will wissen, ob die neuen Anforderungsprofile schon freigeschaltet sind.
WAS-FÜR-NEUE-PROFILE?! Ich bekomme Schnappatmung!! Da mauscheln die an den Profilen rum, aber keiner kommt mal auf die Idee der Laborfee was davon zu erzählen?! Scheint dem Chef ja zu gefallen, wenn ich da stehe wie die letzte Kompetenzwurst. Mangels Informationen muss ich Dr. Verpeilt vertrösten. Sogar der weiß mehr als ich. Nicht zu fassen sowas.
Martin muss her, aber ganz schnell. Es ist aber immernoch zu viel los, um großartig telefonieren zu können, also schnell zwischen zwei Pröbis eine EMail auf den Bildschirm geworfen und Martin um Hilfe angefleht. Ich hoffe er ist im Bilde oder kennt die Person, die im Bilde ist.
Am Nachmittag, ziemlich pünktlich nach Fahrer, wird es dann, dem Himmel sei Dank, wieder etwas ruhiger. Und wer sich bis hier hin mal gefragt hat: „Macht die Olle eigentlich zwischendurch auch mal Pause?“ Macht sie. Und zwar jetzt. Ich kann es nämlich nicht haben, wenn ich in meiner Pause noch 27 Mal aufstehen muss, weil irgendwas piepst oder angeschaut werden will. In meiner Pause will ich meine Ruhe. Dann sitze ich in meinem kleinen Räumchen (das, in dem ich nicht essen darf 😉 ) mit einem Tee, was zu essen und meinem Buch. Dann werden die Fenster aufgerissen und, soweit vorhanden, die Sonne rein gelassen. Nachdem ich mir diese ordentlich habe auf den kalkweißen Pelz scheinen lassen, zieht es mich mal wieder ins Internet, wo ich als erstes meine Statistik hier begucke. Naaaja. Aber ein neues Land ist dazu gekommen. UND!! Jemand hat mich via Google gefunden. Das erste Mal. Das probiere ich selbstverständlich auch gleich mal aus und siehe da.. da steht er, mein kleiner Blog. Ich muss nicht mal scrollen. Ich bin irgendwie ein bisschen stolz. Ob ich mich deswegen auch ein bisschen gebauchpinselt fühlen darf?
Ich hoffe dem Googlefinder hat es bei mir gefallen und er kommt bald wieder. Und bringt beim nächsten Mal gleich ein paar Freunde mit. 😉

Und so neigt sich dieser Arbeitstag auch wieder seinem Ende zu. Wenn..ja wenn da nicht wieder die Probe auf den letzten Drücker wäre. Ach, meine lieben Freunde von, nein, nicht von der Intensivstation, dieses Mal sind es die Gefäßchirurgen. Man muss sie einfach lieb haben..

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