How to hang out with Laborfee

Ich hasse meine Online Box. Ich hasse sie wirklich. Dieses Ding, ist in seiner Boshaftigkeit nicht zu übertreffen. Den ganzen Vormittag hat es mich herumgescheucht. Es hat mich so weit gebracht, dass ich Martin eine Beschwerdemail geschrieben habe. Mein Kopf war vor lauter Gepiepse vollkommen umnachtet!
Ich konnte sie so positionieren, dass sie wenigstens ein paar Stunden Ruhe gab. Vielleicht sollte ich den Bereich großräumig absperren, damit niemand auf die fixe Idee kommt wieder daran rumzupröckeln.

Da aber heute sonst gänzlich nichts passiert ist, erzähle ich einfach mal was anderes.
Muss ja auch zur Überschrift passen, was ich hier so von mir gebe.

Für gewöhnlich gestaltet es sich im Krankenhaus so, dass die Laborfeen für die Schwesternschaft die Kellerkinder sind. Die Ansammlung von gemeinen Hexen, die immer gleich anrufen und motzen, weil wer irgendwas wieder (wohlgemerkt wieder..zum wiederholten Male) nicht richtig gemacht hat und die für alles das Geburtsdatum des Patienten haben wollen.

Dafür ist der Schwesternverein für uns eine Ansammlung von Pappnasen, die einfach nicht Verinnerlichen wollen, wie das mit dem Labor funktioniert, dass man bei einigen Dingen durchaus auch tricksen kann, wenn was nicht ganz richtig ist, bei anderen eben aber nicht und die es nur selten schaffen eine Laboranforderung fehlerfrei über die Bühne zu bringen.
Überspitzt betrachtet natürlich. *hust*

Und da dieser Tage die Überlebenstipps  für allerlei Berufsgruppen ja so munter aus dem Boden schießen, schließe ich mich gleich an (auch, weil mir heute einfach nichts besseres einfallen mag..) und teile mit euch ein paar Tipps, wie man eine Laborfee, neben den bereits erwähnten Opfergaben, bei der arbeit sehr glücklich machen kann.
Und da das hier mein Blog ist, natürlich speziell wie man mich bei der Arbeit ganz besonders glücklich machen kann.

  • Es wäre super, wenn ich nicht schon einen Sack Proben vor der verschlossenen Labortür finde, wenn ich im Krankenhaus aufschlage. Es gibt Menschen, die klauen einfach alles. Auch in einem Krankenhaus und auch Probentaschen. Und ich bin dann Schuld, wenn die nachher Weg sind.
  • Meine Labortür kann man durchaus auch leise öffnen und sogar auch leise schließen, wenn man die notwendigen motorischen Fähigkeiten besitzt. Ich weiß, ich beschwerte mich über die Schleicher, die lautlos Proben auf meiner Theke positionieren, aber es gibt auch andere Mittel und Wege sich bemerkbar zu machen, ohne mir jedes Mal einen Schuss Adrenalin durch die Venen zu jagen. Ein „Guten morgen“ oder „Hallo“ wäre doch prima.
  • Wenn etwas an meiner Tür oder neben der Probentheke hängt, würde ich es lesen. Das hängt da nicht, weil es ohne hässlich aussähe, sondern könnte von Relevanz sein, was die Gabe von Informationen betrifft.
  • Guckt, bevor ihr mich anmault, dass die Probe nicht da ist, bitte erst, ob sie überhaupt schon abgegeben wurde. Das sie abgenommen wurde, heißt nicht gleichzeitig, dass sich bereits jemand erbarmt hat, sie mir zukommen zu lassen.
  • Ein freundlicher Umgangston am Telefon wäre auch schön. Ich weiß die Schwesternschaft hat viel Stress, aber den habe ich auch und ich schaffe es trotzdem, dass es klingt als redete ich gern mit euch.
  • Wenn ihr etwas nachfordern oder über einen Befund wissen wollt, brauche ich das Geburtsdatum. Vor allem, wenn der Name des Patienten Müller/Maier/Schmitz lautet oder so unaissprechlich ist, dass Flatulenzen eher danach klingen, als meine kläglichen Versuche ihn zu lesen oder gar zu schreiben.
  • Vermeidet es bitte mein Labor zu betreten, um mir zu sagen, ihr hättet Arbeit für mich. Das ihr nicht zum Haare fönen zu mir kommt, ist mir klar. Das gleiche gilt übrigens auch für den Satz „Ich hab hier Blut..“ . Sicher habt ihr das. Wegen 200g Aufschnitt werdet ihr kaum hier sein.
  • Die sich ständig wiederholende Feststellung, dass es in meinem Labor warm/heiß/stickig/laut ist, verbessert die Situation in keinster Weise und wurde von mir bereits nach dem zweiten Mal verinnerlicht.
  • Wenn ich sage, ich rufe an, wenn verlangter Wert vorliegt, dann werde ich das tun. Dann schreibe ich mir für diesen Anlass sogar ein Klebchen, welches mich daran erinnert. Es besteht also kein Grund in den 15 Minuten Messzeit 4x anzurufen, um zu fragen, ob der Wert schon vorliegt.
  • Wenn ihr mich bittet einen Wert durchzugeben, dann sorgt doch bitte auch dafür, dass jemand ans Telefon geht, wenn ich anrufe.
  • Mir 2 Minuten vor Feierabend einen „Notfall“ zu bringen, der die letzten drei Stunden auf Station vor sich hin dekantierte (Ja, ich kann das sehen, Abnahmezeit steht im Auftrag..) ist einfach nur frech.
    Mir 2 Minuten vor Feierabend einen „Notfall“ mit den Worten „Früher hab ichs nich geschafft“ zu bringen auch.
  • Fragen über die Abläufe im Haupthaus bitte auch am Haupthaus fragen. Das ist ein bisschen so wie im ElektronikMarkt, nicht meine Abteilung. Wir sind alle Fachidioten.
  • Mir dann zu sagen, ich müsste das aber wissen, weil ich schließlich für das Haupthaus arbeite, ist ebenfalls frech. Ich rufe auch nicht auf der Intensivstation an und frage was in der Inneren grade so läuft. Ihr seid ebenfalls Fachidioten.
  • Bitte keine gebrauchten Nadeln/Kanülen und Gedöhns mit in die Probentasche werfen. Ich weiß zwar, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, aber HIV oder HEP möchte ich dann wirklich nicht haben. Die kann man nämlich nicht umtauschen.
  • Bitte macht die Gerinnungsröhrchen voll! Bitteeeeeeeee!!
  • Blutgruppenröhrchen/ Abstriche und Gedöhns gehen zwar ins Haupthaus, es macht aber trotzdem Sinn, diese ausgiebigst zu beschriften und vielleicht die eine oder andere Anforderung auszufüllen. Auch die Feen im Haupthaus sind keine Hellseher und Proben ohne Beschriftung landen im Müll.
  • Wenn ihr Thrombozyten (Blutplättchen) aus Citrat (Gerinnungshemmer im Gerinnungsröhrchen) möchtet, bietet es sich an, mich vorher davon in Kenntnis zu setzen. Wenn ich die Thrombos , in dem Glauben es handele sich um eine Gerinnung, mittels Zentrifugalkraft auf den Röhrchenboden geschleudert habe, gestaltet sich das Zählen selbiger irgendwie schwierig.
  • Wenn ich esse, versucht bitte nicht, mir eure Proben buchstäblich in die Hand zu drücken. Das finde sogar ich ein bisschen eklig.

Mir fallen noch so viele ein. Daraus kann ich dann bei Zeiten einen Teil 2 bauen. Das sind natürlich alles Punkte, die ich bereits mehrfach in taktisch klugen Situationen bei den richtigen Leuten hervorgebracht habe. Gebracht hat es bisher wenig, aber ich gebe nicht auf. Und wenn alle Stricke reißen, warten zu hause immer drei gute Freunde auf mich.

Ben, Jerry und Häagen Dazs 😉

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