Das Grauen geht, das Grauen kommt

Whoa, die Hälfte des kleinen Notizbuches, in welchem ich meine Ideen festhalte, wenn es mich auf der Arbeit mal überkommt, ist schon voll. Beidseitig. Was sagt uns das? Wahrscheinlich, dass ich zuviel schreibe. Werde ich damit aufhören? Selbstverständlich nicht! Das olle Notizbuch ist ein Werbegeschenk und hat noch ca. 4 Geschwister. Muahahaha!!

Aber mal zu den Geschehnissen des heutigen Tages.

Heute, kurz nach aufschlagen meinerseits in meinem so gehassten, geliebten, mich auf irgendeine Weise emotional ansprechenden, Laborchen, klingelte das Telefon. Der MorgenHöhlenmensch, der ich eben bin, fand das überhaupt nicht gut und war aufs äußerste empört über die morgendliche Störung. Der Klingelton verriet allerdings, dass mir ein Anruf aus dem Haupthaus blühte. Den konnte ich schlecht ignorieren und musste dazu auch noch irgendwie kompetent und seriös wirken. Beides auf einmal. Am frühen Morgen. Binnen Sekunden musste der MorgenHöhlenmensch vertrieben und das Hirn, voll funktionstüchtig und auf Betriebstemperatur, hervorgekramt und auf seinen Arbeitsplatz verwiesen werden. Alle Beteiligten waren ausgesprochen unglücklich, ob dieses Zwischenfalls. Gar bildlich hatte ich das kleine AdrenalinMännlein vor Augen, welches panisch, einen orangen Helm auf dem Kopf tragend, durch meinen Kopf und Körper läuft und brüllt „Alle Mann auf ihre Posten! DIES IST KEINE ÜBUNG!!“

Am anderen Ende der Leitung begrüßte mich, innerlich scheinbar vor guter Laune leuchtend (ich bin allergisch gegen so viel gute Laune am frühen Morgen), Phil aus der EDV. Phil wollte gern wissen, was es mit meinem Online Box Problem auf sich hat und Gedöhns.
Ich habe Martin anfang der Woche eine erzürnte Mail geschickt, in der ich recht bildlich beschrieb, dass entweder Box oder Fee einen langsamen, qualvollen Tod sterben wird, wenn dieses, von ihrer Boshaftigkeit induzierte, Terrorgepiepse nicht augenblicklich aufhört. Dabei habe ich gründlich darauf geachtet, auf subtile Weise durchscheinen zu lassen, dass nicht ich diejenige sein werde, die diesen Tod stirbt.

Scheinbar hat Martin im Geheimen interveniert und schickte mir nun Martin, der das Problem lösen und den Kleinkrieg zwischen Fee und Maschine beenden sollte.
„Ich komm dann heute am frühen Vormittag mal vorbei.“ sagte er. Bin ich die einzige, für die das nach „Ich komme dann mal vorbei. Hast du so zwischen heute und Oktober Zeit?“ klingt?

Um elf war von Phil noch nichts auf weiter Flur zu entdecken. Was heißt früher Vormittag? Oder, anders gefragt, was heißt früher Vormittag bei einem Burschen, der den ganzen Tag vor dem PC hockt? Ob es da wohl Unterschiede in der Zeitrechnung gibt?
Das Fernbleiben von Phil machte mich nervös und so wollte kein wirkliches Pausenfeeling aufkommen. Die Leute kommen nämlich immer dann, wenn ich gerade bis zur Strin mit Marmelade verklebt bin, weil ich gerade esse, wenn sie durch die Tür rauschen.
Das Frühstück wurde also eher inhaliert, statt gesittet gemampft, da der Magen keine weitere Pausenverzögerung duldete und androhte die Magenschleimhaut zu involvieren. Und siehe da: 11:30 Uhr Auftritt Phil. Phil ist ein kleines Njamm Njamm, dass wirklich gut riecht. Von dem kann Pfleger Riechtgerngut echt noch was lernen. In Phils Schlepptau, eines der Geschwister meiner Online Box. Fachmännisch wurde der Teufel in Form einer schwarzen Box abgekabelt und die neue, die hoffentlich mehr nach dem anderen Elternteil schlägt, angestöppselt. Und ganz Service Män, blieb Phil auch so lange, bis er sicher war, dass auch alles wieder Fachgerecht läuft. Wenn ich demnächst EDV Probleme habe, werde ich nur noch ihn anrufen. Ich glaube, die Jungs aus der EDV und ich, wir werden gute Freunde.

Der Tag verging…

Heute Nachmittag dann das Grauen!

Kurz vor Fahrer passierte es und erwischte mich eiskalt. Der Akku meines Handys verabschiedete sich ins Nirvana. Mitten im Gespräch via SMS. Dabei war heute morgen noch voll!!
Ausfall des Entertainmentcenters. Grausam! Was würde nur mein Gesprächspartner denken?! Der kennt mich ein bisschen. Der könnte meinen ich wäre beim Üben meiner BürostuhlKür mal wieder an die Wand gefahren und läge nun bewusstlos im Labor oder schlimmer noch, er könnte glauben ich hätte keine Lust mehr mit ihm zu schreiben! Himmel bewahre!! Keinesfalls würde er allerdings denken, dass ich ausnahmsweise mal arbeiten könnte. Das passiert an einem Donnerstag einfach nicht.

3 Stunden, in Worten DREI STUNDEN!!!, musste ich ohne mein Handy auskommen. Es glich einem kleinen Weltuntergang.
Manch ein geneigter Leser könnte nun annehmen, ich neige zur Überdramatisierung. Dem ist ganz entschieden nicht so. Ich bin 10 Stunden allein, Mutterseelenallein, in diesem Labor und auf Websites, die auch nur im Entferntesten mit sozialen Netzwerken zu tun haben, darf ich nicht drauf (und wenn doch dann genau 1x). Ich bin also völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Ich würde vereinsamen ohne die regelmäßige Bespaßung via SMS.

Und als wäre das noch nicht genug, kam, mitten in meinem Kummer, ein Arzt/Pfleger/Mensch ins Labor gestürmt, wedelte mit der einen Hand, in welcher sich natürlich Proben befanden, vor mir herum und hielt mit der anderen seinen Schokoriegel. Ohne mir etwas davon abzugeben! Zur Strafe wies ich ihn energischst darauf hin, dass essen im Labor untersagt wäre.

Toll! Er konnte seinen Schokoriegel draußen weiter essen, aber ich hatte nun weder ein funktionstüchtiges Handy, NOCH einen Schokoriegel.
Eine Runde Mitleid für die gebeutelte Laborfee. Ich glaube, ab morgen habe ich immer ein Ladegerät in der Tasche…

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3 Gedanken zu “Das Grauen geht, das Grauen kommt

  1. Ach du olle, mitleiderregende Knutschkugel! Ich geb dir mal nen Vorrat mit an Süßkram.
    Und BTW: Wieder schön geschrieben 😉

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