Erinnerung einer Laborfee

Welch Traumstart in die neue Woche. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie begann damit, dass ich mitten in der Nacht, wild hustend, aus meinem Traum gerissen wurde, weil ich scheinbar noch zu blöd war, im Schlaf vor mich hin zu sabbern und mich in Folge dessen verschluckte. Vermute ich jedenfalls. Ich war zum Zeitpunkt des erzwungenen Erwachens nicht so ganz bei mir.

Zur Krönung fiel ich dann noch fast aus dem Bett, weil ich nach meinem Saftkarton greifen wollte, der aber weiter entfernt stand, als von mir angenommen, es dazu noch irgendwie dunkel war und ich auch kein Nasenfahrrad auf hatte. Schlechte Kombination, wehe einer lacht! Ist ja alles nochmal gut gegangen. Das Blöde ist, wenn man des Nachts plötzlich wach wird, ist man erstmal, genau, wach. Die REM Phase war fast unwiederbringlich in weite Ferne gerückt, weswegen ich mein Einschlafen aufs Neue zelebrieren durfte. Kleine Randinformation:  Zu diesem Zeitpunkt der Nacht war es dafür eindeutig schon zu spät, da mein Einschlafen viel Zeit in Anspruch nimmt.

Nach (in meiner schläfrigen Wahrnehmung) kurzer Zeit, begann plötzlich mein Bett zu vibrieren. Ich dachte zunächst an einen neuerlichen Traum, doch dem war nicht so. Da simste mich wer aus meinem Schlummer. Wie frech! Liest der Mensch denn meinen Blog nicht?! Morgens kein Anschluss unter dieser Nummer! Schon wollte ich, nachdem ich ein paar unartikulierte Laute mit quengelndem Unterton abgesetzt hatte, dem frechen Schreiberling die Meinung tippen, was ihm denn einfiele, mitten in der Nacht meine, gerade erst wieder erlangte, REM Phase zu unterbrechen. Das macht sonst nur meine beste Freundin, wenn sie vergisst, dass es auch Menschen gibt, die keinen Nachtdienst haben. Ein Blick auf die Uhr ließ mich in meinem Vorhaben allerdings inne halten. 5 Minuten vor Aufstehen. Naaarf! Nix hier mitten in der Nacht.
So konnte ich meinen Focus ersteinmal auf den Inhalt lenken, welchen die Textnachricht mir vermitteln wollte, ich musste ja sowieso aufstehen. (Naarf!)

-Guten morgen und einen schönen Start in die neue Woche-

*___* Ahhhwwwwwwwwwwwwwww!!

Zum Glück habe ich den MorgenHöhlenmenschen nicht schreiben lassen. Auch nochmal gut gegangen.

Das Schreiben vermeintlich mitten in der Nacht, bringt sonst, wie bereits angedeutet, nur meine beste Freundin. Dieses Mal war sie es nicht, aber es war ja auch nicht mitten in der Nacht.

Wieso ich das erzähle? Weil ich jetzt eine Geschichte über meine beste Freundin erzählen möchte und eine Überleitung brauchte! 😉

Meine beste Freundin (= BF), nennen wir sie doch einfach Jennifer, und ich kennen uns schon gefühlte tausend Jahre. Ich weiß nicht wieviele es wirklich sind, aber 20+ bestimmt. Und wenn man sich so lange kennt, dann hat man zusammen nicht nur Höhen und Tiefen ausgestanden und ein paar wirklich sinnbefreite Dinge erlebt und, wie ich fürchte, auch getan, sondern würde sich für die andere ohne weiteres den rechten Arm abhacken. Oder sich, wie in meinem Fall, von ihr einen Schlauch von der Nase in den Magen frickeln lassen.

Hier kommt nun also die Geschichte, wie meine BF Jennifer mir eine Magensonde legte…

Es war ein schöner Freitag Nachmittag vor 6,7,8 Jahren, als Jennifer mich ein Wochenende lang mit ihrer Anwesenheit beglückte (Wir wohnen ein wenig auseinander). Zu diesem Zeitpunkt war sie noch in der Ausbildung zur Krankenschwester und meine Zeit als Laborfee war noch nicht angebrochen. Ja, Freundschaften zwischen kranken Schwestern und Laborfeen sind grundsätzlich möglich. Das ist wie bei Hunden und Katzen. Wenn man die schon von klein auf zusammensetzt…naja…egal.

Jedenfalls, kam Jennifer vorbei, pfefferte ihren Kram auf meinen Sessel und fing an mir von den Geschehnissen des Tages zu berichten. Sie kam gerade von der Berufsschule (Nennt man das bei Krankenschwestern auch so..?).
Wie man Magensonden legt hatte sie gelernt und berichtete mir, wie man es schafft, einen Schlauch von der Nase des Opfers in dessen Magen zu befördern. Kein Detail ließ sie aus und schilderte mir ihre geglückten Versuche an den Mitlernenden. Nach Beendigung ihres Berichts und nach ausgiebiger Bauchpinselung meinerseits ob  ihres Erfolgserlebnisses, bekam ihr Gesicht, einen für sie ganz typischen Ausdruck. Jennifer wollte irgendwas. Und zwar von mir. Mir schwante böses, ich fragte aber dennoch.

I: Jennifer? Kann es sein, dass du irgendwas sagen willst?

J: Öhm *hust, stotter, stammel* Also..ja..ähm..

I: ???

J: Jaaaa, ich hab das doch heute nur zwei Mal machen dürfen und mir fehlt da jetzt ein bisschen die Routine und so..und da wollte ich fragen…

I: Hast du das Zeuch dafür in deiner Tasche?

J: *zustimmend nick*

I: Und ich soll jetzt das Opfer sein, dem du den Schlauch durch den Hals jagst?

J: Wenn es dir nicht allzu viel ausmacht…?!

I: *seufz* Kann da irgendwas bei passieren?

J: Nein, nein…

Pfffff als ob!! Später dazu mehr..

I: Ja komm, dann mach halt.

Man ist ja eine gute Freundin und hilft wo man kann..ich Idiot!

Freudig, ob meinem Einverständnis mich von ihr verstümmeln zu lassen, kramte sie die von ihr benötigten Materialien aus der Tasche und bereitete alles vor.

I: So, wie funktioniert das jetzt hier?!

J: Ich schieb dir jetzt den Schlauch durch die Nase in den Hals und wenn er am Kehlkopf vorbei ist, musst du ihn runter schlucken und das wars eigentlich schon.

I: Klingt ja einfach. Sollte also zu schaffen sein, verletzungsfrei aus der Sache rauszukommen.

J: Ach, da verletzt sich keiner. Bereit?

I: Ab dafür!

Jennifer setzte also den Schlauch an meine Nase und schob ihn vorsichtig in Richtung oben.
Kennt ihr Hirnfrost? Genau so fühlt sich das an.

Der Plan sah vor, dass der Schlauch die Verbindung zwischen Nase und Rachen findet und diese dann in Richtung Kehlkopf passiert. Das tat er aber selbstverständlich nicht. Eher kam es mir so vor, als stieße er immer wieder von innen an meinen Hinterkopf. Angenehm ist übrigens anders.

I: Ähm..Jennifer?! (Sprechen mit Schlauch in der Nase klappt ganz ausgezeichnet. Klingt nur etwas..naja..nasal)

J: Hmm?? *hoch konzentriert pröckel*

I: Also irgendwie eckt da was an…

J: Hmm!!

Und was macht Frau, wenn sie irgendwo drückt und dabei auf Widerstand stößt? Genau, fester drücken.

I: Jennifääääääääär!!!!

J: Hmm?? *aufschreck* Was denn? Tats weh?

I: Ach unwesentlich. Hallo?! Das Ding kommt gleich am Hinterkopf wieder raus! Begünstigt durch dein Nachdrücken!

Versucht mal bitte Autorität auszustrahlen, wenn ihr klingt wie ein Schlumpf..

J: Aber es geht nicht weiter rein zu schieben..

I: Ach nein?! Und deswegen dachtest du, lobotomierst du mich mal eben oder pierced mir kurz den Hinterkopf oder wie?!

J: Ja aber was machen wir denn jetzt?!

I: Also..wenn mein Hirn nicht verquirlt an dem Schlauch hängen soll, wenn du selbigen aus meinem Kopf entfernst, ziehst du diesen jetzt besser aus meiner Nase.

J: Aber..aber..aber.. *drucks, stotter, stammel*

I: ZIEH IHN RAUS! *freundlich aber bestimmt..immernoch wie ein Schlumpf kling*

J: *enttäuscht grummel*

Wird Jennifer den Schlauch aus der Nase der Fee ziehen? Wird Feenhirn an dem Schlauch kleben? Ist das Projekt Magensonde gescheitert?

All das und noch mehr erfahrt ihr dann morgen. 😉

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4 Gedanken zu “Erinnerung einer Laborfee

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