Ostern wird zartbitter – Ankunft unter Ulmen

„Our whole universe was in a hot dense state, Then nearly fourteen billion years ago expansion started. Wait..“

Oh nein..der Wecker..viel zu früh am Freitag morgen. War ich doch erst um ein Uhr zwischen den Laken verschwunden. Ja, ich weiß, ich habe groß und breit angekündigt, dass ich früh in die Federn gehen werde, damit ich Freitag morgen fit bin. Hat nicht geklappt. Ich habe mich hoffnungslos verquatscht und hätte ich nicht interveniert, wäre das wahrscheinlich noch ewige Zeiten so weiter gegangen. Ich weiß, ich bin eine schreckliche TratschTante.

So muss ich Freitag Morgen eben damit leben, dass ich nicht ganz so taufrisch bin wie erwartet und auch nicht annähernd so gesund wie erhofft. Unartikulierte Laute von mir gebend, wuchte ich mich aus dem Bett und ersinne mir einen Plan, was ich noch alles wie tun muss. Zuerst..die Wegbeschreibung zum Königreich „Am Arsch der Welt“ ausdrucken. Der Drucker will nicht. Natürlich nicht. Ich will ja schließlich etwas von ihm. Völlig undenkbar. Nach einer halben Stunde habe ich ihn soweit bekehrt, dass er die Wegbeschreibung auf Papier gebannt preis gibt. Die wird auch sogleich dort platziert, wo ich sie auf keinen Fall vergessen kann.

Als Nächstes wird sich in anständige und vor allem bequeme Klamotten geworfen. Drei Stunden im Auto erfordern ein gewisses Maß an Komfort. Am Liebsten würde ich in Gammelhosen fahren, aber dann würde ich mich auf eine Stufe mit den JoggingHosen Augusten stellen, die immer und zu jedem Anlass in JoggingHosen auf die Straße gehen und das ist vollkommen ausgeschlossen.

Schnell noch ein paar Sachen zusammen gepackt, ein bisschen KnäckeBrot gemümmelt und entsprechende Beiträge in den sozialen Netzwerken dieser Welt abgesetzt, dass ich ab sofort weg und nicht mehr zu erreichen bin, dann gehts los. Naja..dann würde es los gehen, wenn das NavigantionsGerät mich lassen würde. Aber es möchte lieber noch einige Minuten darüber diskutieren in welche Ecke des Königreichs „Am Arsch der Welt“ ich denn nun eigentlich möchte. Eine halbe Stunde später kann ich diese Diskussion, dem Himmel sei Dank, beenden und endlich losfahren. Schon wieder später als geplant, aber immernoch im Zeitplan liegend. Dann aber, die erste Diskrepanz. Navigationsgerät und Routenplaner haben nicht den gleichen Weg für mich ausersehen. Was tun?!

Ich verlasse mich auf das Navigationsgerät. Dann muss ich nicht die ganze Zeit auf den Zettel glotzen. Also los. AutobahnPlaylist in die Anlage geworfen und ab geht’s. Und das geht überraschend gut. Bis ich laut beschreie, dass es überraschend gut geht. 1 1/2 Stunden fahre ich fröhlichst über die Autobahnen dieses Landes, bis mich das Navi plötzlich darauf hinweist, dass es sich nun ausgeautobahnt hat. Gut, fahre ich also von der Autobahn ab.
Um Plötzlich mitten im Nirgendwo zu landen! Wo bin ich hier?! Felder..überall Felder..!! Das Navi verlangt von mir, rechts abzubiegen. Aber rechts ist ein unbefestigter Feldweg..Da möchte ich nicht lang fahren. Also fahre ich geradeaus weiter. Das möchte wiederum das Navi nicht und lockt mich auf einen Berg. An ein Feld..wie könnte es anders sein. Das Navigationsgerät ist der festen Überzeugung, dass ich, wenn ich nun in eine Straße einbiege, die ebenfalls in einem unbefestigten Feldweg endet und auch die Einfahrt nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge frei ist, an meinem Ziel bin. Das hier ist auf keinen Fall das Königreich „Am Arsch der Welt“.

Kurz bekomme ich Panik, weil ich nicht weiß, was nun zu tun ist und wie ich wieder zurück auf die Autobahn komme. Dann aber bricht Hirn sich Bahn. Mein treuer Freund Hirn. Immer da, wenn ich ihn brauche. Hirn rät mir, einfach das Navi noch einmal daran zu erinnern, wo ich eigentlich hin möchte. Das funktioniert glücklicher Weise sogar. Ich fahre also wieder an den Feldern vorbei, durch das Dorf und an dem Feldweg vorbei, in den ich eben noch hinein fahren sollte. Nun weiß ich auch endlich wo ich bin, denn ich werde einem OrtsSchild gewahr. Ich befinde mich in dem beschaulichen Ort Ulmen. Sehr schön hier. Nur eben nicht da, wo ich hin wollte. Tut mir leid, Volk von Ulmen.

Ich schaffe es tatsächlich zurück auf die Autobahn. Das sieht schon richtiger aus. Blöder Weise hat der kleine Abstecher durch Ulmen, mit anschließender Siteseeing Tour mich Zeit gekostet. Doch den deutschen Autobahnen sei Dank, gibt es auf diesem Abschnitt keine Geschwindigkeitsbegrenzung, weswegen ich den kleinen Dicken ein bisschen antreibe, um die verlorene Zeit wenigstens Teilweise wieder rein zu holen.

Ich komme zu spät. Natürlich komme ich zu spät. Hat tatsächlich irgendjemand damit gerechnet, dass ich pünktlich komme?!  Das nervt mich, aber es ist leider nicht zu ändern. Da ich mich drei Stunden zurück erinnere, daran, dass das NavigationsGerät nicht wusste, in welche Ecke von „Am Arsch der Welt“ ich möchte, da es die Straße mehrfach gibt, weiß ich nichtmal, ob ich hier wirklich richtig bin. Also hilft nur Gisbert kurz anzurufen. Ein Blick auf mein Handy zeigt, Gisbert erwartet mich schon, denn sie hat bereits zwei Mal angerufen. Auf dem Weg zur vermeintlichen Haustür, blickt mich ein Hahn komisch an. Ja, das könnte Gisberts Haus sein.

Der Anruf bestätigt, ich stehe vor dem richtigen Haus. Ich bin endlich da.

Ich kenne Gisbert ja schon von Fotos, aber in natura sehe ich sie zum ersten Mal. Ich bin so nervös und weiß erstmal so gar nichts mit mir anzufangen, außer, neben körperlich, auch geistig anzukommen. Zum Glück, scheint es ihr einigermaßen genauso zu gehen. Das Hedwig ist noch auf der Arbeit, was uns Gelegenheit gibt, schonmal zaghaft die ersten Gespräche in Gang zu bringen. Und wie das bei zwei Frauen in einem Raum nunmal so ist, wird aus dem zaghaften GesprächsPlätschern schnell ein GesprächsBach und schließlich eine GesprächsFlut und die Zeit vergeht wie im Fluge. Auch kleine Präsente werden ausgetauscht. Ich schenke ihr ein Flambiergerät und sie mir einen selbst modellierten Buchling. Wie der aussieht, behalte ich aber für mich. Nur so viel, er ist schön. 🙂 Auch die Mitbewohner, in Form von kleinen, pelzigen, uuunglaublich niedlichen Nagetieren werden mit großem Interesse von mir beäugt. Ich bin schon nicht mehr ganz so nervös und mittlerweile auch im Geiste angekommen. Langsam wird es gemütlich. In meinem Kopf und auch bei Gisbert.

Das Hedwig kommt wenig später auch von der Arbeit und das zaghafte Kennenlernen beginnt von neuem.

An diesem Tag lerne ich etwas für mein Leben. Ich bin so unglaublich zu blöd zum Skat spielen. Das ganze Spiel ist für mich ein einziges böhmisches Dorf. Auch nach mehrmaligen Anläufen, konnte ich den „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ Blick einfach nicht daran hindern, mein Gesicht zu betreten. Was wirklich blöd ist, denn bei Zartbitter/Vollnuss wird gern Skat gespielt. Ich werde allerdings geloben, meine Hausaufgaben zu machen und es weiter zu versuchen. Irgendwann kann ich es bestimmt.Dafür bin ich der Pro in Trivial Persuit in der Disney Edition. Ein Erfolgserlebnis braucht der Mensch. Ich glaube, das Spiel kaufe ich mir auch.

Wir wird der Tag enden? Wie wird das Wochenende verlaufen? Ist die Fee wirklich so fett geworden, wie angekündigt?
Das alles und noch viel mehr, gibt es morgen.

4 Gedanken zu “Ostern wird zartbitter – Ankunft unter Ulmen

  1. Für alle Ungeduldigen………..der Rest des Beitrags wird sicher schön.
    Ich habe das Wochenende mit der Fee sehr genossen und sie nur sehr ungern wieder der Laborwelt überlassen.

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