Wenn wir uns eine eigene Kneipe kaufen würden..

Es ist immernoch Freitag, irgendwann am Nachmittag und ich freue mich noch, dass ich bei Trivial Persuit gewonnen habe. Ich gewinne höchst selten, egal bei welchem Spiel.

Bevor ich allerdings weiter von meinem Wochenende bei Zartbitter/Vollnuss erzähle, muss ich nochmal in der Zeit zurück gehen, denn in meinen Erwähnungen gestern habe ich etwas vergessen.

Gisbert hat mir Torte gebacken!!! Zitrone/Baiser! Die habe ich mir gewünscht. Und sie war lecker! *__*
Aus dem restlichen Baiser, der (die? das?) nicht mehr auf die Torte gepasst hat, bastelt Gisbert kleine keksähnliche BaiserLeckerchen. Und die waren auch lecker (sie sind es immernoch. Ein paar sind nämlich noch übrig.) !

Jetzt können wir weitermachen.

Als die Torte vertilgt und die Spiele gespielt sind, widmen wir uns der Fragestellung, was wir mit dem restlichen Tag und dem aufkommenden Abend anfangen wollen. Zuerst was futtern. Seit dem ollen Knäckebrot am Morgen habe ich nichts mehr schnabuliert und so langsam verlangt der Magen wieder nach Nachschub. Wahrscheinlich, weil der Adrenalinschub, der mich seit dem Morgen in den verschiedensten Konzentrationen begleitet, langsam abebbt. Fast höre ich meine Nebennieren, wie sie erschöpft schnaufend in ihre Sessel fallen, sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn wischen und laut die Kaffeepause ausrufen.

Die Frage, was es zu mampfen gibt, haben Gisbert und ich schon im Vorfeld besprochen. Heute gibt es Käsespätzle. Die habe ich mir auch gewünscht, weil ich noch nie welche gegessen habe. Diese Aussage lässt Gisbert, bei der das Rezept dafür quasi genetisch verankert ist, spontan annehmen, ich sei in einer Höhle aufgewachsen.

Während Gisbert sich anschickt die Käsespätzle zu bauen, stehe ich entertainend daneben und schaue fasziniert zu. Menschen, die kochen können, sind für Küchenlegastheniker wie mich immer ein ganz großes Highlight. Hedwig bespaßt sich derweil mit Jürgen von der Lippe. Das wird ihm so ganz allein aber schnell zu langweilig und so beschließt er, die Zubereitung des Essens musikalisch zu untermalen. Er nimmt sogar Musikwünsche entgegen. Voll gut!
Während des Essens schauen wir dann alle zusammen Jürgen von der Lippe. Ich liebe Jürgen einfach. Zum Nachtisch gibt es spielen mit den niedlichen Pelztieren. Riesige Viechers. Wenn man die wirft und gut trifft, kann man damit bestimmt Kleinkinder bewusstlos schlagen.

Nach ein bisschen spielen, verdauen und aufhübschen geht es ein bisschen vor dir Tür. Stadt angucken und abhotten. Die Reihenfolge wird spontan festgelegt. Wir erreichen eine Tanzlokalität, in der heute Musik aus den 80ern, 90ern und Kram von heute laufen soll. Ich liebe sowas. Wir sind zeitig da, so dass noch Gelegenheit für ein Bier und zahlreiche Lästereien, die anderen Gäste betreffend, bleibt.

Nach etwa 1 Stunde beschließen wir uns ein Stempelchen abzuholen und erstmal an die Luft zu gehen. Gisbert sagt, dass der Stempelknecht mich gemustert hat. Da mein Dialekt (wenn ich mich denn entschließe, ihn mal raus zu lassen..) ein wenig mit dem vorherrschenden Selbigen kollidiert, oute ich mich durch bloßes sprechen schon als Tourie. Scheint auch dem Stempelknecht nicht entgangen zu sein.

Weil wir noch ein wenig quatschen wollen, ohne uns anbrüllen zu müssen, kapern wir die Kneipe nebenan, wo Hedwig Gisbert und mir einen Tequila spendiert. Leider ohne Salz. Saftladen! Das Hedwig bekommt ein strahlendes Lächeln vom Kellner, da dieser Mitleid mit der fahrenden Partei hat. Danach erfolgt der fliegende Wechsel zurück in die Tanzlokalität, aber nicht, bevor Hedwig sich noch ein Lächeln von besagtem Kellner abgeholt hat. Nettes Völkchen.

Leider ist die vorherrschende Musik weder aus den 80ern, noch aus den 90ern und wenn das, was da läuft wirklich Musik von heute ist, sollte ich darüber nachdenken, ob ich nicht wirklich in einer Höhle aufgewachsen bin und dort scheinbar noch immer wohne.
Für ein bisschen Kurzweil sorgt der hausinterne Fotograf, der dort seine Runden dreht und uns fast in den Wahnsinn treibt. Aber, da man in allem das Positive sehen muss, beschließt Hedwig des Fotografen Rundenzeiten zu stoppen. Das gipfelt in einem laut gerufenen ZIEEEEEEEEEH!!! als der Fotograf wieder einmal an uns vorbei kommt und seine Rundenzeit gerade ganz vortrefflich ist. Der Schrei irritiert sowohl ihn, als auch die uns umgebende Umwelt, was uns selbstverständlich sehr erheitert.

Da die Musik sich wehement weigert besser zu werden, ist es nun Zeit für ein bisschen Stadt gucken, mit der Option auf eine spätere Rückkehr. Nach ein wenig herumführen, zeigt Hedwig uns seine LieblingsKneipe. Die Kneipe der Hoffnungslosigkeit. Ich bin höchst Pro Kneipe, weil ich nämlich nicht tanzen kann. Ich bin nicht einmal sicher, ob das, was ich da tue, noch ungestraft als rhythmische Bewegung durch geht.
Daher genau das Richtige für die Fee. Auch dort gibt es wieder Tequila. Dieses Mal ohne Zitrone. Narf!

Dann bleibt Zeit, sich ein wenig umzusehen. Gemütlich ist es. Herr Wirtschaft (so nennen wir den Mann hinter der Theke liebevoll) ist auch echt nett (im Sinne von dufter Typ, nicht im Sinne von scheiße!) und die Kellnerin entspricht ganz Jürgen von der Lippes reden. Sie ist nämlich die schönste Frau der Welt.

Ich werde einem T-shirt gewahr. Die Kneipe der Hoffnungslosigkeit verkloppt tatsächlich ihre eigenen T-shirts. Völlig zu Recht, wie ich finde. Ich beschließe, dass meine gesamte weitere Exsistenz ohne dieses T-shirt absolut sinnlos ist und möchte gleich eins kaufen, doch leider ist meine Größe vergriffen. Erst keine Zitrone und dann kein T- shirt! Naja, immerhin ein Grund wieder zu kommen.
Die Zeit verfliegt und so langsam werde ich müde. Richtig ekelhaft müde. Aber ich sage nichts, weil es gerade so schön ist, außerdem muss ich mich ja nicht gleich am ersten Abend als der alte Sack outen, der ich nunmal bin. Also wird noch ein alkoholhaltiges Getränk geordert. Das Letzte für mich, da Alkohol und ich uns nur in den seltensten Fällen gut verstehen. Ich überspringe meist den Teil, in dem man lustig wird und gehe gleich zu „Kann mir mal jemand kurz die Haare halten?!“ über, was in Gesellschaft immer recht suboptimal ist. Auch der, von Herrn Wirtschaft spendierte Umtrunk, bleibt von mir unangetastet. Frefel, ich weiß das, aber ich möchte vermeiden, dass der Abend ein jähes Ende nimmt.

Später, viel später geht es dann nach hause, nicht ohne noch bei der goldenen Schwalbe halt zu machen. Ich befrage Hirn, ob essen noch drin ist, aber Hirn antwortet nur „Is mir egal, frag Magen.“, während Magen nur antwortet „Is mir egal, frag Hirn.“

Essen um diese Uhrzeit ist sowieso ungesund, So!

Zu hause angekommen, wird noch schnell der letzte Rest gefuttert und dann gehts auch schon rasch ins Bett. Bzw. in meinem Fall, auf die Couch. Diese Couch hätte eigentlich ihren eigenen Eintrag verdient. Legt oder setzt man sich drauf, macht sie einem anhand des Geräusches von entweichender Luft unmissverständlich klar, dass man, selbst wenn man wollte, nicht mehr in der Lage sein wird sich aus eigener Kraft jemals wieder zu erheben.
Ich liebe diese Couch!

Noch vor wirklichem Kissenkontakt bin ich eingeschlafen, werde aber, kurze Zeit später, durch Schritte wieder geweckt.
Ich weiß genau, da guckt mir jemand beim Schlafen zu, dazu muss ich die Augen nichtmal öffnen, beschließe dann aber, dass es mir, entgegen meiner Natur, einfach Wumpe ist, da ich bereits die Zurückgewinnung des komatösen Zustandes anstrebe.

Hier ist nun erstmal Schluss, den Rest gibt es in einem neuen Artikel, weil dieser hier sonst zu lang werden würde. Und den gibts auch nicht morgen, sondern sofort. Sonst werd ich ja mit erzählen niemals fertig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s