Rückblick

Heute ist Dienstag und so ein Dienstag ist ja an sich schon prädestiniert dafür, dass absolut nichts los ist. Man siehe auch hier.

Abgesehen davon, steht mein Urlaub schon an der nächsten Straßenecke und winkt recht freundlich. Dort hat er auch Feierabend und Motivation kennengelernt und die drei sind jetzt die besten Freunde. Nur noch zwei Mal arbeiten, dann ist Urlaub. Noch drei Mal schlafen, dann ist Festival. Dann beginnt auch meine hedwigfreie und vor allem recht internetlose Zeit. Ich bin mal gespannt, was der NotebookMän sagt.

Und weil heute Dienstag ist und so absolut nichts passiert ist, außer, dass ich nicht mehr ganz wie eine Signalleuchte aussehe, erzähle ich euch heute von meinem allerersten Tag hier im Laborchen.

Es war an einem kalten morgen, mitte November, als ich mich anschickte, zum allerersten Mal ins Labor zu brausen. Nein stimmt nicht, es war bereits das zweite Mal. Ich war einige Wochen zuvor bereits da, um mir den Laden mal aus der Nähe anzusehen. Fand ich scheinbar gut.

Jedenfalls sollte ich um 08:00 Uhr da sein. Da der Weg von der Haustür bis zur Labortür nur etwa 15km lang ist und ich ja den kleinen Dicken unterm gluteus maximus habe, habe ich ausgerechnet, dass ich für diesen Weg etwa 20 Minuten brauchen werde. Theoretisch stimmt das auch. Praktisch habe ich allerdings nicht bedacht, dass ich durch die Innenstadt fahren muss. Was heißt fahren..Am frühen Morgen rollt man ja eher durch die Innenstadt, als das man fährt. So auch an diesem Morgen. Selbstverständlich. Dazu kam noch, dass ich eben leider den Orientierungssinn eines Stücks Nusskuchen habe und deswegen auch noch damit beschäftigt war, mich nicht zu verfahren. Totaler Stress und das am ersten Arbeitstag. Das konnte ja nur heiter werden. Mitten in der Innenstadt ging plötzlich nichts mehr. Verdammt. Auch das noch..unpünktlich am ersten Arbeitstag. Ganz großer Sport. Gedanklich sah ich die MutterFee schon mit erhobenem Zeigefinger vor mir, wie sie sich anschickte mir eine Predigt über unpünktlichkeit am Arbeitsplatz zu halten, konnte aber gerade noch das schlimmste verhindern, indem ich die Musik etwas lauter drehte.

Als ich am Labor ankam, war es 08:15 Uhr und da ich noch nicht wusste, dass das Krankenhaus auch einen Hinterausgang hat (vor dem ich zielsicher auch geparkt hatte) und noch weniger wusste, dass sich das Labor unmittelbar neben diesem Hinterausgang befindet, lief ich erst um das ganze Gebäude, zum Haupteingang, um mich dann von dort aus zum Labor aufzumachen. Ich hatte schon die schrecklichsten Visionen, was wohl der Kollege sagen würde, weil ich zu spät war. Und dann komme ich am Labor an, will gerade Energisch die Tür aufreißen und laufe fast dagegen, weil selbige immernoch verschlossen war. Der Kollege war noch nicht eingetroffen.

Gut, Sorgen wegen des zu spät kommens musste ich mir so nicht mehr machen, dafür bestürmten mich gleich -zig neue Fragen.

  • Ist heute überhaupt dein erster Arbeitstag oder solltest du gerade irgendwo ganz woanders sein?
  • Hast du bei der Terminabsprache irgendwas falsch verstanden oder gar irgendeine wichtige Information verpeilt?
  • Wo ist der blöde Knilch, der den Laden hier schmeißt?!

waren nur die wichtigsten. Nun gut, nun war ich schonmal da. In meiner Panik versuchte ich die Laborleitung im Haupthaus zu erreichen, die aber zu dieser Uhrzeit selbstverständlich noch nicht im Haus war. Da stand ich also vor dem Labor und wusste nicht genau was ich mit mir anfangen sollte. Nach ca. 20 Minuten des Rumstehens, sprach mich eine Schwester an (heute weiß ich, dass es Schwester Annegret war..) und fragte mich, wieso ich denn vor verschlossenen Labortüren stünde. Kurz erklärte ich die Situation, stellte mich gleich als zukünftige Laborfee vor und fragte bei der Gelegenheit gleich, ob sie etwas von dem Kollegen wüsste. Sie konnte aber auch nur feststellen, dass er eigentlich längst hätte anwesend sein müssen. Immerhin besaß sie einen Laborschlüssel und konnte mich so von meinem Dasein auf dem Flur befreien. Brachte mir jetzt aber auch nicht so viel. Saß ich eben im Labor, statt auf dem Flur zu stehen. Zwischendurch versuchte ich es immer wieder bei der Laborleitung, erreichte aber niemanden.

Irgendwie passiert mir sowas ständig. An meinem ersten Arbeitstag in dem Labor, in dem ich vorher beschäftigt war, sagte man mir, ich möchte doch bitte um 08:00 Uhr dort aufschlagen, was ich auch tat. Mit dem Ergebnis, dass ich zwei Stunden dort herumsaß, weil der Chef nicht anwesend war (weil 6 Wochen im Urlaub..) und sich keine Abteilung für mich verantwortlich fühlte. Irgendwie zeichnet sich da ein Muster ab.

Ich saß also mutterseelenallein im Labor und fragte mich, was, außer Däumchendrehen, ich noch tun könnte. Im Haupthaus erreichte ich niemanden und mittlerweile wartete ich fast eine Stunde. Die PCs und Geräte schonmal anzuschmeißen traute ich mich nicht so richtig. Aber ich konnte gleich erste Erfahrungen bei der Probenannahme sammeln, denn die wurden bereits abgegeben. Damals noch nicht so zahlreich.

Gerade, als ich beschloss, dass ich jetzt eigentlich wohl wieder nach hause gehen könnte, stand dann auch der Kollege in der Tür. Grund seiner Verspätung: Er stand auf der Autobahn im Stau, da ist ein Auto in Flammen aufgegangen, woraufhin erstmal alles gesperrt werden musste. Und da das Labor noch relativ neu ist, hatte er sich noch nicht die Mühe gemacht die Nummer der Ambulanz zu verinnerlichen, so dass er hätte anrufen können. Pappkopp.

Naja, wenigstens musste ich mir keine Sorgen darüber machen, dass ich an meinem ersten Arbeitstag zu spät war.

4 Gedanken zu “Rückblick

  1. Erinnert mich an den ersten Praktikumstag bei meinem späteren Ausbildungsbetrieb. “ Ach so, eine Frage hätte ich doch noch: Wann fangen Sie denn morgens an?“ – „Zwischen sieben und neun.“
    Da klingt ein guter Mittelwert von 8 doch gut, um pünktlich vor der Tür zu stehen, oder?
    Nunja – um 7 Uhr fingen eine Handvoll Leute von der Hotline an – am anderen Standort. Hier saßen die Vertriebler und die Außendienstler. Und so stand ich um halb 9 immer noch auf dem Bürgersteig, ehe die erste Angestellte die Tür aufschloss – und erstmal nix mit mir anzufangen wusste. Sie hat mich dann erstmal in der Küche bei der Kaffeemaschine zwischengeparkt, wo ich dann um neun endlich eingesammelt wurde…

    • Sowas lieb ich ja wie Fußpilz. Ich finde das macht einen sowieso schon irgendwie nicht so prickelnden ersten Tag, weil man neu ist und noch nicht weiß wie der Laden läuft, nicht gerade besser, wenn man dann erstmal noch da rum steht..

  2. Klingt bei mir nach Vorstellungsgespräch vorvorletzter Job: Mitten im kalten Winter, Samstag vor Weihnachten. Chef Eins steht vor der Labortür: „Ja, wir müssen noch auf Chef Zwei warten, ich hab den Schlüssel vergessen!“

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