FestivalFee

So, dann haue ich jetzt endlich mal den Bericht vom Festival raus, bevor es so lange vorbei ist, dass sich kein Schwein mehr daran erinnert, dass ich überhaupt da war. Außerdem kommt der BruderFeeerich morgen bestimmt nach hause und will dann seinen Laptop benutzen, weswegen ich dann die Fotos nicht mehr einbauen kann. Manchmal denke ich tatsächlich mit. Meistens aber nur zufällig.

So, ich war, wie angekündigt, auf dem Blackfield Festival in Gelsenkirchen. Dieses findet seit einigen Jahren im Nordsternpark statt. Die Location ist ideal, denn sie bietet viel Platz für uns schwarze Gestalten und man kann die Bühne auch noch sehen, wenn man weit hinten steht. Und man kann auf den Rängen des Amphitheaters sitzen, wenn man nicht unten vor der Bühne stehen möchte. Ich möchte meistens nicht unten vor der Bühne stehen, da ich zu der Zielgruppe gehöre, die meist durch die Gegend geschubst wird. Das versaut mir regelmäßig meinen Festivaltag und deswegen sitze ich lieber gemütlich auf einem der unteren Ränge und sehe mir alles an. Sollen sich die Hardliner da hinstellen. Oder die Ausdruckstänzer..

Samstag Morgen ging es früh aus dem Bett. Ich musste mich ja auch noch aufhübschen. Leider ohne mein neues Glätteisen, da Ämäsän sich nicht in der Lage sah, es zum vereinbarten Zeitpunkt zu liefern. Aber da schöne Menschen ja bekanntlich nichts entstellt, ging es auch so. Ich warf mich also in mein PinupKleidchen, erhob das Lidstrichziehen zur Kunstform (da bin ich wirklich pingelig..) und schlüpfte in meine Plateauschuhe. Naja nicht ganz, zuerst schlüpfte ich in meine Turnschuhe. Ich musste ja schließlich noch fahren. Sah auch wirklich kaum bescheuert aus. Pinup mit weißen Sneakers. Besser, man stellt sich das nicht vor. 😀

Dank Navi war der Weg nach Gelsenkirchen kein Problem. Die Parkplatzsuche allerdings schon, da der Festivalparkplatz bei meiner Ankuft angeblich bereits voll war. Das angeblich steht da aus verdammt gutem Grund. Jedenfalls wurde ich zu einem Ausweichparkplatz gelotst, der sich gefühlt in der nächsten Stadt befand, tatsächlich aber wohl höchstens so ein Kilometerchen weg war. Also rein in die Plateauschuhe und zum Festivalgelände gelatscht. Der perfekte Start in den Tag, sozusagen. Dort angekommen war mir erstmal warm. Wo kam denn nun die olle Sonne so plötzlich her? Netzstrumpfhosen mussten her. Da es recht frisch war, als ich zu hause abfuhr, warf ich mich in eine etwas dickere Strumpfhose, um nicht frieren zu müssen. Super Plan, ehrlich. Mir war warm, aber glaubt ihr da wäre mal ein Stand mit so popligen Netzstrumpfhosen gewesen? Einen habe ich gefunden. Und auch gleich mein Geld gewinnbringend investiert. Kurz darauf lief ich noch einem Bekannten in die Arme, der mir auch gleich mein Weihnachtsgeschenk übergab und bei dem ich mir dankbar ein wenig Sonnencreme schnorren konnte. Ich war froh, dass der vom MPS gerade abgeheilt war, da wollte ich nicht gleich wieder neuen züchten, aber mit Sonne habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Wer denn auch bitte Mitte Juni in Deutschland?? Ja, ich weiß, Weihnachten war nicht gerade gestern, aber wir sehen uns nicht so häufig und das war eine gute Gelegenheit. Auf dem Parkplatz traf ich dann auch die Liebste MibiFee, nebst üblichem Anhang. Der Anhang, das sind ihr Feeerich, ihr Bruder und dessen Freundin. Ich freu mich immer, wenn ich alle mal zu Gesicht bekomme. Kurz darauf schrieb auch die TanteFee, dass sie und ihr Freund eingetroffen wären und erkundigte sich nach meinem Verbleib. Also hin. Die Begrüßung war herzlich und ich freute mich, als ich hörte, dass wir uns nahezu die gleichen Bands anschauen wollten.

Die ersten Bands des Tages wurden auch neugierig beäugt und angehört, denn viele kannte ich noch nicht, es hätte mein Leben allerdings auch nicht grundlegend verändert, hätte ich sie gekannt. Von den Bands, die ich nicht kannte, waren nur zwei oder drei dabei, bei denen ich froh bin, dass ich sie jetzt kenne, da sie eine Bereicherung für den musikalischen Genpool auf meiner Festplatte sind.

Aber wie das eben nunmal so ist, wenn man Familie wiedertrifft, die man lange nicht gesehen hat, gerät man irgendwann ins Quatschen, weswegen ich einige Bands auch eher rudimentär mitbekommen habe. Das Gespräch mit meiner Tante erschien mir irgendwie wichtiger.

Am frühen Abend ging es ab ins Zelt. Zum ersten Mal hatte das Blackfield Festival nämlich zwei Bühnen aufgebaut. Die Zweite befand sich, gefühlt, ebenfalls in der Nachbarstadt, tatsächlich war sie gleich nebenan, außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes. Um zu diesem Zelt zu gelangen, musste man durch ein Gelände, welches ich jetzt mal diplomatisch als nicht Kundenorientiert bezeichnen würde. Den Bodenbelag als groben Kies oder Schotter zu beschreiben, wäre noch untertrieben. Ich musste durch einen Steinbruch laufen. Auf Plateauschuhen. Man sollte doch meinen, der Veranstalter wüsste um sein Klientel..scheinbar nicht. Aber ein Trick, um sich nicht versehentlich noch die Haxen zu brechen, war schnell ersonnen. Das Geheimnis ist, auf Zehenspitzen zu gehen. Auf Plateauschuhen etwas knifflig, aber möglich. So erreichte ich unbeschadet das Zelt, um beim Eintreten gegen eine Wand aus Hitze und abgestandener Luft zu rennen. Zelt eben. Frühlingsfrisch kann man da wohl irgendwie nicht erwarten. Leider war weder die Band, die ich sehen wollte, besonders gut, noch war die Luft besonders Kontaktlinsenfreundlich, weswegen ich das Zelt auch recht rasch wieder verlies und zu meiner Tante zurückkehrte, die wohlwissentlich zurückgeblieben war, damit wir zu VNV Nation einen guten Platz hatten.
Das war auch wirklich bitter nötig, denn bereits zur vorletzten Band füllten sich die Ränge, da so ziemlich jeder vermutlich nur wegen VNV Nation gekommen war.

VNV Nation Publikum

Alle wollen sie Ronan sehen

Und dann ging es endlich los. Whuuuhuuu war das großartig. Es war eine super Stimmung und ich habe das Konzert wirklich in den vollsten Zügen genossen.
Das Amphitheater war gerammelt voll und Ronan Harris hat tolle Stimmung verbreitet.

VNV

Tolle Band, tolles Publikum

Nur wegen VNV hatte sich dieser Tag (und so langsam auch die Qualen, denn den ganzen Tag in Plateauschuhen zu stecken, mit einer einschneidenden Netzstrumpfhose an den Füßen ist irgendwann nicht mehr ganz so angenehm) vollends gelohnt. Ich bin so froh, dass ich sie mal wieder Live erleben konnte. Den kleinen, dicken, glatzköpfigen, freundlichen Mann muss man einfach nur gut finden. Während ich das schreibe, überlege ich schon, ob der neue Spitzname für den kleinen Dicken nicht demnächst Ronan sein wird. Ich werde das überdenken. 🙂

VNV

Der Ronan

Im Anschluss an das wirklich tolle Konzert, schmuggelten mich meine Tante und deren Freund noch rasch zu ihrem Zelt, denn sie hatte mir auch noch etwas mitgebracht. Geschmuggelt deswegen, weil man eigentlich nur mit einem Campingbändchen auf das Gelände darf, welches ich natürlich nicht vorweisen konnte. Tantes Freund war während der Schmuggelaktion eine wirklich große Hilfe, da ich in solchen Situationen bekannt dafür bin, Schnappatmung zu bekommen.
An ihrem Zelt angekommen, schenkte mir Tantchen ein Kleid aus ihrem Kleiderschrank, für das sie sich zu alt fühlt. Ich hoffe, sie hat noch mehr Klamotten in ihrem Schrank, für die sie sich zu alt fühlt. Ich merkte auch gleich an, dass sie beim nächsten Ausmisten ja an mich denken sollte.

Danach folgte noch ein Gewaltmarsch zum Parkplatz, den ich am liebsten gekrochen oder Barfuß gegangen wäre. Aber ich bin ja knallhart und habe es durchgezogen. Danach ging es ab nach hause. Schnell die Spachtelmasse vom Gesicht gekratzt, rasch geduscht und ab ins Bett.

Die Nacht war kurz, denn am nächsten Morgen hieß es wieder früh raus.

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