Satz mit X

Wahlweise auch gern „Verlass‘ dich auf andere und du bist verlassen“.

Ich glaube, die Woche kann furchtbarer gar nicht beginnen. Die ganze Woche ist jetzt nachhaltig Mist, weil heute so schrecklich ist, dass es für einen Tag gar nicht ausreicht. Das muss ich auf mehrere Tage aufteilen, um nicht doch noch spontan, mit dem Gesicht voran, in eine Kreissäge zu rennen.

Was ist geschehen?

Ich bekam vor einigen Stunden einen Anruf von der Personalabteilung und die Mitteilung, dass man meine Kündigung ablehne, weil zu spät. Schön blöd.
Ist richtig, ich habe die Kündigung spät abgeschickt, weil es aus den verschiedensten Gründen früher nicht ging. Aber ich bin ja auch nicht ganz blöde im Hirn. Da ich vorher noch nie außerhalb der Probezeit gekündigt habe, fragte ich Menschen, die die ein oder andere Kündigung bereits hinter sich haben, ob es immernoch fristgerecht sei, wenn ich die Kündigung so abschicke, wie ich sie eben abgeschickt habe. Zur Antwort bekam ich mehrere vor Überzeugung nur so strotzende „Ja“s und habe mich drauf verlassen.
Tja, schön blöd, denn jetzt bezahle ich gerade schmerzhaft viel Lehrgeld. Unwissenheit schützt eben nicht vor Strafe.

Das Männlein von der Personalabteilung kommt mir aber trotzdem entgegen. Das heißt, er versucht es wenigstens und wurde auch nicht müde, während unseres Gesprächs anzuführen, wie großzügig dieses Entgegenkommen überhaupt sei und dass ich froh sein könne, dass ich bei genau diesem Labor gelandet bin, da andere sicher gesagt hätten „Pech“.
Da aber beiden Parteien nicht damit geholfen sei, so sagte er, könne er mir noch anbieten, um eine Aufhebung meines Arbeitsvertrages zu bitten. Er versuche derweil einen geeigneten Nachmieter zu finden. Es würde die Sache auch begünstigen, würde ich jemanden kennen, der an meiner statt hier arbeiten wollen würde. Blöd nur, dass ich absolut niemanden kenne, der gerade eine Stelle sucht und gleichzeitig so dumm wäre, hier freiwillig anzufangen.
Also wildere ich nun bei denen, die gar keine Ansprüche haben dürfen, weil sie nämlich gerade erst ihr Examen gemacht haben.
Ich habe meiner ehemaligen Lehrerin eine EMail geschrieben und mal angefragt, ob bei der gerade frisch entlassenen Truppe vielleicht noch jemand dabei ist, der noch eine Stelle sucht und den Mist hier gern für mich weiter machen würde. Vielleicht habe ich ja Glück und es findet sich ein bekloppter.

Da ich den Optimismus aber nun wirklich nicht mit Löffeln gefressen habe, bin ich derzeit der Ansicht, dass ich mir mein Studium dieses Jahr, sollte ich denn einen Platz bekommen, ganz kräftig an den Hut stecken kann, da man auf die Schnelle niemanden finden wird, der mich hier vertritt und ich somit auch nicht vorzeitig aus dem Vertrag rauskommen werde.

Es ist ja nicht so, als sei ich Rückschläge nicht gewohnt, aber das ist tatsächlich einer, bei dem ich nicht wirklich weiß, wie ich damit umgehen soll. Ich werde zwar mit dem üblichen “ Wird sicher alles gut“ getröstet, aber so richtig dran glauben kann ich da gerade nicht dran. Ich würde am liebsten nach hause fahren und mich irgendwo verkriechen.

Keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen soll. Bleibt mal wieder nur abwarten..

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12 Gedanken zu “Satz mit X

  1. Wie viel zu spät hast du denn gekündigt bzw. wie sieht denn deine Kündigungsfrist aus, wenn ich fragen darf? Es gibt ja immer noch die Möglichkeit einer einvernehmlichen Kündigung… was vermutlich das „Entgegenkommen“ ist, was der Personaler da gemeint hat.
    Auch wenns gaaaanz böse und natürlich nicht legal ist – ein Krankenstand für die Zeit kommt nicht in Frage? Ich bin selbst in ner Personalabteilung und bei uns wird in so einem Fall eigentlich immer eine Einvernehmliche abgeschlossen, eben um das Risiko nicht zu haben dass jemand dann zwar am Papier noch bei uns arbeitet, aber im Endeffekt daheim bleibt und wir trotzdem noch zahlen müssen. Und das sogar noch ohne dass derjenige einen Nachfolger für uns findet – das ist doch wirklich nicht die Aufgabe von Mitarbeitern sondern vom Recruiting?

    Ansonsten natürlich – schöne Scheiße dass nicht alles nach deinen Vorstellungen läuft…. 😦
    Aber – aufgeben tut man einen Brief und deshalb: das löst sich sicherlich irgendwie!!! 🙂

    • Ich habe die Kündigung am 03.07. geschrieben. Da der 01. ein Sonntag war und ich nicht zugegen, habe ich die bereits geschriebene Kündigung quasi neu datiert und noch einmal ausgedruckt und dann eben verschickt. Hätte ich mal besser lassen sollen. Mit dem alten Datum wäre es wahrscheinlich noch durchgegangen. Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate, jeweils zum Quartalsende. Und da eben diese drei Tage fehlen, sind die vertraglichen Bedingungen nicht erfüllt. Wie gesagt, ich kann jetzt noch einen Wisch an die Personalabteilung schicken, in dem ich um die Aufhebung meines Vertrags, zu einem bestimmten Datum außerhalb der Kündigungsfrist, bitte und dann hoffen, dass das auf diesem Weg klappt.
      Ich könnte mich selbstverständlich auch einfach pünktlich zu Beginn des Studiums krank schreiben lassen. Aber ich glaube, dass ich, würde mir etwas auf dem Weg zur Uni oder eben von dort nach hause, passieren, nich versichert wäre. Blöd. Außerdem würde ich ja immernoch Gehalt beziehen und hätte deswegen keinen Anspruch auf Bafög, auch blöd.
      Alles gerade irgendwie suboptimal.

      • Wow, diese Kündigungsfrist ist natürlich nicht ohne – und da gleich drei Monate zu verlieren und krank zu sein ist natürlich was anderes als nur ein Monat. Nein, über drei Monate würde ich dieses Spielchen auch nicht spielen wollen, eben auch wegen so Dingen wie Versicherung und Bafög etc….

        Schöne Scheiße….. aber ja, versuch es mal mit der einvernehmlichen, ich drück dir auf jeden Fall die Daumen!

      • Wann geht denn das Studium genau los? Zweite Oktoberhälfte? Und wo? Gibts da nicht ggf die Möglichkeit über ein paar geschickt plazierte Urlaubstage Einführungs/Organisationstage mitzunehmen und dann ein paar Fehltage zu haben? Ist zwar nicht optimal, aber besser als direkt ein/zwei Semester zu verlieren. Es ist ja auch nicht ungewöhnlich, dass Nachrücker bis zu drei Wochen später erst dazustoßen. Optimal ist das nicht, aber vermutlich machbar…
        Viele Grüße!

      • Das Studium soll Mitte Oktober losgehen. Ich habe auch schon überlegt, ob ich es so in der Art machen soll. Wäre wirklich ärgerlich, wenn ich einen Platz bekäme und den sausen lassen müsste. Je nachdem wie es kommt, kann ich mich vielleicht auch noch mit einem Studienberater zusammensetzen. Im Prinzip bräuchte ich nur das Material dieser Semester. Das könnte ich auch auf der Arbeit durcharbeiten. Ist ja nicht so, als hätte ich hier nicht ab und an mal Zeit. Und für Prüfungen etc. brauche ich dann eben mal Urlaub oder so. Wenn ich Glück hab, lässt sich trotzdem alles irgendwie regeln. Kommt Zeit, kommt Weißbrot, wie es so schön heißt.

  2. Mensch, das ist ja echt doof 😦
    Das mit den 3 Monaten zum Quartalsende ist für mich zu sehr Juristendeutsch – wann genau kämst du aus dem Vertrag raus, wenn sie sich auf keine Aufhebung einlassen?
    Ich glaub, versichert wärst du schon, auch wenn du krankgeschrieben bist und zur Uni gehst, so ganz eindeutig ist das meines Wissens nicht. Allerdings könnte der Arbeitgeber dir ziemlich sicher Probleme machen, wenn er rausbekommt, dass du zur Uni gehst, obwohl du krank bist – es sei denn, du wirst wegen etwas krankgeschrieben, das es dir unmöglich macht, im Labor zu arbeiten, wo deine Genesung aber nicht durch ein Studium beeinträchtigt wird. Denn die Rechtsprechung ist ja, dass man während einer Krankschreibung alles unterlassen muss, was die Genesung hindert. Wenn du aber als Krankenschwester mit einem gebrochenen Arm krankgeschrieben bist, darfst du ohne weiteres ins Kino gehen.
    Ich drück dir ganz doll die Daumen, dass sich jemand findet bzw. sie sich auf einen Aufhebungsvertrag einlassen!!!
    (Und NIE auf andere Leute, die irgendwas meinen, verlassen… NIE.)

    • Oh ja, das werde ich ab jetzt wieder etwas deutlicher beherzigen.
      Drei Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende heißt, ich kann Ende dieses Quartals wieder kündigen und wäre dann am 31.12.12, zum Ende des nächsten Quartals aus dem Vertrag raus. Mal abwarten, wie sich alles entwickelt.

      • Iiiih… das ist ja echt ne blöde Kündigungsfrist. Die könnten glatt ins Telekommunikationsgeschäft einsteigen, wo man auch idR nur einmal im Jahr kündigen kann :roll:.

      • Vielleicht lassen sie mich ja tatsächlich vorzeitig aus dem Vertrag. Vielleicht sind meine Wilderungsversuche ja auch fruchtbar und irgendein Depp aus meiner alten Schule hat noch nix^^
        Wir werden sehen. Vielleicht bekomm ich ja auch gar keinen Studienplatz, dann ist es sowieso egal.

  3. Also, ich hab noch nie selbst das Kündigungsproblem gehabt. Es stimmt schon, diese Krankschreiberei für mehrere Monate geht vermutlich nicht. Es stimmt aber auch, dass viele Betriebe lieber nen Aufhebungsvertrag machen, statt dann einen Mitarbeiter zu haben, der evtl. doch recht viel krank ist, etc. Also, auch ohne dass der Mitarbeiter nen Nachfolger gefunden hat.
    Ich an Deiner Stelle würde die Option mit den günstig plazierten Urlaubstagen bevorzugen, wenn die Personalstelle so gar nicht mit der Kündigung einverstanden ist. Aber ich glaube, da wird schon was gehen! Ich drück die Daumen!

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