Erkenntnisschock

Die letzte Nacht habe ich deutlich besser geschlafen und bin deswegen heute auch wieder in der Lage, einigermaßen Zusammenhängendes zu posten.
Während ich damit beschäftigt bin, euch von den, wie immer höchst spektakulären, Ereignissen des Tages zu berichten (Also jetzt gerade in diesem Moment), kann ich Chillmaster 3000 dabei beobachten, wie er sich ein besonders hübsches Plätzchen in der Sonne sucht, um sich selbige, in gewohnt gechillter Manier, auf den Pelz scheinen zu lassen. Schweinehund..naja..Kaninchenhund, der er nunmal ist. Wie gern würde ich mit ihm tauschen.

Heute morgen merke ich wieder einmal, wie weich meine Birne noch ist, wenn ich gerade dabei bin metaphorisch aus dem Bett zu fallen. Die Aufnahmefähigkeit liegt etwa in der Gegend des absoluten Nullpunkts und die Fähigkeit, Informationen gewinnbringend zu verknüpfen ist eher rudimentär vorhanden. Deswegen sitze ich heute morgen mit einem Gesichtsausdruck vor Hedwig, der nicht gerade untermauert, dass es sich bei mir um ein halbwegs intelligentes Wesen handelt und frage mich, was das alles zu bedeuten hat.
Grund meiner Verwirrung ist ein Kommentar, der gestern Abend noch einging, als ich gerade im Begriff war das Traumland zu erobern.
Darin bedankt sich der Kommentierende für einen Link und stürzt Hirn damit in ungeahnte Verzweiflung, weil es sich nicht dazu in der Lage sieht zu ergründen, welcher Link überhaupt gemeint ist. Also rennt es los und durchforstet alle metaphorischen Aktenschränke und guckt auf jedes metaphorische Klebi, welches sich in dem kümmerlichen Datenspeicher, der sich mein Gedächtnis schimpft, befindet und findet…nichts. Kein Anschluss unter dieser Synapse. Ich weiß beim besten Willen nicht, welchen Link dieser holde Kommentator meint. Nachdem eine erste Durchsuchung des Speichers nur ErrorMeldungen ergibt, beschließe ich, dass ich mich nicht länger aktiv mit dem Thema befassen kann, weil ich nun in Richtung Laborchen aufbrechen muss.
Kurz vor dem Labor fällt es mir dann plötzlich wie Schuppen aus den Haaren und die Erkenntnis ist so gewaltig, dass ich im ersten Moment gar nicht weiß, wohin mit soviel Erkenntnis. Die Kapazitäten sind zu dieser Uhrzeit auf ein Minimum begrenzt und fassen gerade soviel, dass ich nicht vergesse, wie man schluckt und atmet und das man tunlichst nicht beides gleichzeitig versucht.
Der holde Kommentator meint naürlich den Link zu dem von mir entdeckten und sogleich mit euch geteilten Blog. Moaaaaah..komm da erstmal einer drauf..

Nachdem das, wohl mit Abstand wichtigste, Mysterium dieses Tages so schlagartig gelöst ist, bin ich bereit, diesen Arbeitstag, in dem mir möglichen morgendlichen Rahmen zu beginnen. Das Laborchen, oder konkreter gesagt, mein PC, sieht das allerdings anders. Er fühlt sich nicht genug gewürdigt, beharrt auf die gewerkschaftlich geregelten Rechte seinerseits, die wohl auch beinhalten, dass der Bildschirm nach belieben schwarz bleiben darf und setzt diese eisern durch. Ergebnis: das Ding läuft zwar, aber davon habe ich nichts, wenn der Bildschirm dunkel bleibt. Also mal wieder die Fuzzis der HausEDV angerufen und gejammert, dass man mir bitte mein Bild zurückbringen möge. In meiner Tür erscheint daraufhin wenig später nicht der, wie von mir ersehnte, Ritter im schwarzen Hemd, der neulich schonmal hier war, sondern eine Frau. Na gut, ich wurde heute quasi schon erleuchtet, man kann auch nicht alles haben.
Die Gutste rödelt ein bisschen am Bildschirm und stellt dann fest, dass es selbigen wohl zerlegt hat und sie ihn austauschen muss. Soll mir Recht sein, wenn ich dann endlich anfangen kann zu arbeiten. Zurück kehrt sie aber nicht mit einem neuen Bildschirm, sondern mit einem Kerl, der mir erklärt, dass der Bildschirm dem Haupthaus gehöre und er mir deswegen nur einen leihen könne. Soll er machen, hauptsache, er stellt das Gequatsche ein und den neuen Bildschirm auf, wir haben gleich 09:00 Uhr.
Ich rufe also auch bei der EDV im Haupthaus an und gebe Bescheid, dass mir bitte ein neuer Bildschirm geschickt werde, da es den Alten zerlegt habe. Klappt alles reibungslos. Während des Gesprächs frage ich mich, ob das an meiner Person liegt, dass plötzlich alle PC Elektronik in Reihe den Geist aufgibt. Fließt etwa ein schädliches Magnetfeld durch mich durch?! Man weiß es nicht…
Jedenfalls habe ich nun einen neuen Bildschirm, der total schön glänzt und noch echt neu aussieht. Ich frage mich, ob ich den jetzt wieder abbauen muss, sobald mein neuer Bildschirm hier eintrudelt oder ob sich die HausEDV mit einem Tausch zufrieden gibt. Ich will den nicht wieder abbauen. Der ist echt schön. Vielleicht kann ich ihn mitnehmen und behaupten, ich hätte ihn nie gehabt.

Der Rest dieses Tages verläuft, wie die ganze Woche schon. König Nachforder möchte alles ausgedruckt haben, was sich nicht bei drei auf einen Baum retten kann und teilt mir dann beim Abholen der Befunde freudig mit, dass es so schön sei, dass er immer zu mir kommen dürfe, da er so Gelegenheit finde, sich etwas die Beine zu vertreten. Der soll bloß aufpassen, dass ich ihn nicht mal irgendwann trete.

Die Stationen haben es immernoch nicht gebacken bekommen, ihre Etikettendrucker wieder ans Laufen zu bekommen, was vermutlich daran liegt, dass sie die EDV einfach noch nicht darüber in Kenntnis gesetzt haben, dass die nicht funktionieren, was mich wiederum dazu bringt ernsthaft darüber nachzudenken, wo ich wohl einen Zwerg finde, der mir eine zweischneidige Axt schmiedet.

Wunderbar ist auch die Station, die wieder Analyten für Blut nachfordert, welches ich gar nicht habe, aber auch den Teufel tut, dieses nachzureichen, als ich sie darauf hiweise oder auch die Station, die mir Röhrchen bringt, die halb offen sind, so dass die ganze Transaktion fast in einem Blutbad zu meinen Ungunsten ausartet. Ich weiß gar nicht, was die schon wieder mit den armen Röhrchen gemacht haben. Für eine Blutentnahme nimmt man den Deckel gar nicht ab. Kann natürlich sein, dass sie wieder geglaubt haben, im EDTA Röhrchen befinde sich nicht genügend Blut und diese Erkenntnis zum Anlass nahmen, welches aus dem Serumröhrchen nachzukippen. Das machen die ja häufiger und behaupten dann, sie hätten es nicht getan, obwohl ich deutlich sehen kann, dass die Trennkügelchen aus dem Serumröhrchen im EDTA Röhrchen rumschwimmen und das EDTA Blut geronnen ist, bist hinten gegen.

Heute ist auch wieder ein Ringversuch eingetrudelt. Der für das C Reaktive Protein, kurz CRP genannt. Ein Entzündungsparameter. Aber der hat noch Zeit bis Ende des Monats, also werde ich mich jetzt nicht überschlagen und ihn irgendwann nächste Woche machen. Ich könnte ihn auch morgen machen, aber morgen ist Freitag der 13. Und obwohl ich nicht abergläubisch bin, finde ich, ich sollte es nicht herausfordern, wenn ich bedenke wie super diese ganze Woche bisher war. Vermutlich würde der Große beim Versuch, diesen Ringversuch morgen zu messen, gleich in Flammen aufgehen oder sowas. Lieber kein Risiko eingehen.
Da die letzten Ringversuche ja erfolgreich bestanden sind, kann ich diese auch viel lockerer angehen.

So, nun muss ich endigen, weil mein Telefon schon wieder klingelt. Das Display zeigt mir deutlich, dass König Nachforder schon wieder irgendwas möchte. Naja, immerhin habe ich eben von Schwester Sandra zwei Brausbonbons geschenkt bekommen. Daher bin ich etwas besänftigt.

Habt einen schönen Nachmittag. Ich bleib‘ noch ein bisschen und tu‘ so, als würde ich arbeiten.😉

6 Gedanken zu “Erkenntnisschock

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