Happy Monday

So richtig mag mir heute gar nichts einfallen, was ich schreiben könnte. Das liegt zum Einen daran, dass ich vollkommen matsche in der Rübe bin und zum Anderen daran, dass meine gute Laune immernoch unauffindbar ist und alles, was ich schreibe, vermutlich nur in ellenlangen Hasstiraden enden würde, weil mich hier heute schon wieder alles aufregt, nicht zuletzt deswegen, weil ich total matsche in der Rübe bin.

Matsche bin ich vor allem deshalb, weil mein Kopf meine Nacht, heute morgen um halb vier, spontan für beendet erklärte und ich mich auch mit allen, ihm zur Verfügung stehenden Mitteln davon abhielt, erneut wieder einzuschlafen. Seine Mittel sind vor allem Sorgen und Gedanken, die sich ab einem gewissen Grad einfach nicht mehr überhören lassen und die einen in den schieren Wahnsinn treiben, weil man sich damit eigentlich tagsüber schon über Gebühr beschäftigt. Nachts ist man mit dem Mist auch noch ganz allein. Wer soll denn da vernünftig schlafen?!

Ich nicht und deswegen bin ich jetzt müde. Ich hätte, statt dem ganzen Garten- und Aufräumgedöns, am Wochenende lieber ein bisschen schlafen sollen, dann säße ich hier jetzt nicht halbkomatös und müsste mir sinnlose Strategien überlegen, wie ich am Effektivsten wach bleibe. Am Effektivsten wäre es natürlich, sich einfach unter den Tisch zu legen und zu pennen, aber ich fürchte, das würde irgendwie auffallen. Ich beglückwünsche mich stattdessen in Gedanken lieber selbst, dass ich mein Essen für heute schon gestern gekocht habe und mir wenigstens das heute abend erspart bleiben wird.

Meine Gute Laune ist, wie gesagt, immernoch weg. Im Moment bezweifle ich stark, dass sie jemals vorhanden war und vermute stattdessen, dass sie nur das Produkt meiner kranken Phantasie gewesen ist. Da sie mir aber eine Postkarte geschrieben hat, muss sie wohl doch existent sein. Derzeit befindet sie sich in „Sieh zu, wie du ohne mich klar kommst“ und war davor  in „Du kannst mich mal ganz gepflegt kreuzweise“. Das Wetter scheint gut zu sein und das Essen wohl auch, wann sie allerdings zurückkommt, schrieb sie nicht dazu. Also muss es noch ein Weilchen ohne sie gehen. Sie wird schon irgendwann zurückkehren. Spätestens in zwei Wochen, pünktlich zum Mera Luna wird sie wieder da sein.

Solange muss ich ohne sie auskommen. Das bekomme ich hin, darin habe ich Übung. Ist im Arbeitsalltag nur etwas schwer umzusetzen, ohne gleich jeden anzuschreien, der es wagt meine Räumlichkeiten zu betreten. Vor allem an Tagen wie heute, die schon am frühen morgen anmuten, als war es einer der Tagesordnungspunkte beim letzten Schwesterntreffen, Ideen zu entwickeln, wie man seine Laborfee am wirkungsvollsten kollektiv in den Wahnsinn treibt.

Strategie 1: Man gebe eine Probe ab und weise darauf hin, die Laborfee möge nach der Beendigung der Probenmessungen bitte sogleich mit der Station Kontakt aufnehmen, zwecks zeitnaher Werteübermittlung. Statt nun auf den Anruf zu warten, rufe man während der Probenbearbeitung lieber selbst 5 Mal an und erfrage die Ergebnisse der, selbstverständlich noch nicht abgeschlossenen, Probenmessung.

Strategie 2: Man rufe an und Parameter nachzufordern, wohlwissend, dass die Laborfee dazu das Geburtsdatum des Patienten benötigt. Hier unterlasse man es allerdings strikt, dieses bereits im Vorfeld herauszusuchen und auf Nachfrage griffbereit zu haben oder es gar bereits vor dem Nachfordern zu nennen. Um den Ablauf größtmöglich herauszuzögern, ist es absolut essentiell, das Geburtsdatum erst nach dem Erfragen durch die Laborfee überhaupt erst herauszusuchen. Hierbei sollte man sich viel Zeit nehmen und größte Sorgfalt walten lassen. Am Besten ist, wenn man die Patientenkurve nicht vorliegen und auch keinerlei Orientierung in der EDV vorzuweisen hat.

Strategie 3: Man nehme alle seine Patientenproben und stopfe diese in ein beliebiges Transportgefäß. Im Labor angekommen, nehme man ein EilprobenKlebi und positioniere dieses auf dem Probentransportgefäß. Hierbei ist es unbedingt zu unterlassen, etwas über die Dringlichkeit dieser Proben oder deren Dringlichkeitsreihenfolge zu sagen. Je mehr verschiedene Patienten das Transportmedium enthält, desto effektiver ist die Strategie.

Sollten diese Strategien die ansässige Laborfee nicht in kürzester Zeit in den Wahnsinn treiben, helfen auch die üblichen Vorgehensweisen, wie unnötige Diskussionen über nicht eingegangene Proben oder falsch beklebte Probenröhrchen. Der Phantasie sind, wie immer, keine Grenzen gesetzt.

Ganz besonders beliebt ist heute, mir jede Probe einzeln zu bringen, damit ich so oft wie möglich durchs Labor rennen muss. Immerhin bleibe ich so wach.
Bis eben hatte ich fast durchgängig zu tun. Ein ruhigerererer Montag wäre mir heute wirklich lieber gewesen, aber das Leben ist ja bekanntlich kein Ponyhof.
Der Feierabend ist ja nun auch schon nicht mehr weit, wobei ich mich derzeit wirklich frage, wie ich nach hause kommen soll. Ich wage es anzuzweifeln, dass ich mit dem Matschkopp noch vernünftig fahren kann. Das letzte Mal war ich nach der Nacht im Baumarkt so matsche und da ließ ich meinen Begleiter fahren. Aber anders, als selbst zu fahren, wird es wohl nicht gehen. Ich werde mein Autochen sicherlich nicht hier stehen lassen, um dann 1,5 Stunden mit der Bahn nach hause zu fahren. Es sind immernoch Ferien, die City wird leer sein, ich werde ausnahmsweise gesittet nach hause fahren.

Wird schon irgendwie schief gehen.

 

Klitzekleiner Nachtrag:

Ich bin gut zu hause angekommen. Na gut, ich bin nicht vorsichtig gefahren, sondern wie ein Henker, aber ist trotzdem gut gegangen.

Und ich habe noch was vergessen. Heute ist Tag der Freundschaft. Ein schöner Anlass, um alte Freundschaften zu reaktivieren, neue zu schließen und aktuelle zu festigen oder zu überdenken.

Meine Freunde, ich wünsche euch einen schönen Abend.

16 Gedanken zu “Happy Monday

  1. Fällt mir nur zu ein: „Montag! Zerfetzer von Motivation und Moral!“

    Aber sagmal… hat die Fee keinen Feenstaub für solche Fälle?

  2. Pingback: Kommunikation ist alles « Seemädel

  3. Freut mich das du heil zu hause angekommen bist.
    vielleicht solltest du nochmal über die Fussangeln und Leimfallen nachdenken🙂

  4. Wir haben unsere „ich-hasse-die-Welt-Tage“ immer gleichzeitig, hm? Weißt Du wie man eine Verwaltungskraft in den Wahnsinn treibt? Schicke ihr Montag am späten Vormittag ne Mail mit 50 Seiten Anhang, den sie bis zur Dienstbesprechung um 13:30 durchgearbeitet haben soll, weil da Fragen geklärt werden sollen. Natürlich sollen die Geschäfte aber trotzdem in der Zeit die sie evtl. zum Lesen hätte mit 100% Augenmerk auf den Kunden weiterlaufen. Und diese Änderung, um die es dann geht, wird übrigens für übermorgen umgesetzt… Erklärung = 0… Vielleicht nehmen die Leute bei euch am selben Triez-Seminar teil, wie die Leute bei mir?

  5. Hi, hab diesen Artikel über das Seemädel entdeckt (Sei gegrüßt🙂 ).
    Ich kann mich nur vollkommen anschließen, dass dieser Montag ein ganz furchtbarer und in meinem Falle auch noch völlig unproduktiv war.
    Ich drücke die Daumen, dass dir diese Nacht nun allein aus Erschöpfung endlich einen erholsamen Schlaf beschert😉

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