Wenn man nicht weiß wohin

Der erste Tag nach meiner Ermattung. Ging es mir gestern noch bombig, habe ich heute schon wieder seit dem Aufstehen mit Sod- und Magenbrennen zu kämpfen. Die Kapseln gegen die böse Magensäure stehen natürlich zu hause auf dem Nachttisch und bewachen sich gegenseitig.

Ich habe richtig mies geschlafen, letzte Nacht, aber vielleicht hätte ich auch einfach diese riesige Portion Obst mit Joghurt nicht mehr verputzen sollen. Ich werde da ganz wissenschaftlich herangehen. Ich werde einfach nachher wieder eine riesige Portion Obst mit Joghurt verputzen und wenn ich dann wieder schlecht schlafe, lag es vermutlich daran.

Im Labor sah es natürlich nicht so aus, wie ich es letzte Woche verließ, aber wieso sollte man einen Raum auch wieder so verlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Alles umzustellen, damit am Montagmorgen alles noch länger dauert, als sonst ist auch viel effektiver. Außerdem habe ich mich maßlos über eine Nachricht der VertretungsFee geärgert. Darin schrieb sie mir, was alles bestellt werden muss, statt es einfach selbst zu bestellen und dass das Blutbild Gerät mal wieder einen Techniker braucht, weil es das Hämoglobin zu niedrig misst, statt einfach selbst einen Techniker zu rufen. Mal ehrlich, die war jetzt drei Tage hier, das hätte in der Zeit locker abgehandelt werden können. Stattdessen darf ich mich nun darum kümmern und habe auch nur bis Freitag Zeit, weil ich ab da zwei grandiose Tage Urlaub habe. Es ist ja jetzt nicht so, als sei die hier nur zu Gast, wenn die hier ist. Naja, werde ich also morgen den Techniker rufen, Bestellungen habe ich schon gemacht.

Heute rief auch wieder das Männlein aus der Personalabteilung an, um mir mitzuteilen, dass es einen Interessenten für mein Laborchen aufgetan hat. Berufsanfänger dürfen eben keine Ansprüche haben. Ich habe die Vermutung, dass er aus der gleichen Feenschule kommt, wie ich, also haben wir schonmal ein Thema, über das wir reden können. Am Mittwoch schaut er rein, um sich alles anzusehen. Es wird Mittwoch also meine Aufgabe sein, ihm den Laden hier schmackhaft zu machen. Wie mir gesagt wurde, hat der Mensch bisher wenig Berufserfahrung, also werde ich wohl die „Zum Berufserfahrung sammeln, ist es hier ideal“ Schiene fahren. Gelogen ist es ja nicht. Wenn man als Berufsanfänger hier den Laden allein schmeißt, dann lernt man ratz fatz eine ganze Menge und es macht sich sicher verdammt gut im Lebenslauf. Leider bleibt es eben auch bei diesen anfänglichen Erfahrungen, da eben nichts neues dazukommt. Das werde ich allerdings tunlichst nicht erwähnen.

Ich bin ja mal gespannt. Vielleicht kenne ich den Menschen ja sogar. Wenn er frisch examiniert ist und wirklich von der gleichen Feenschule kommt, kenne ich ihn sicher immerhin flüchtig. Wenn der hinterher wirklich hier arbeiten möchte, bin ich wohl auch in der Lage Feuerzeuge in der Hölle zu verkaufen.

Leider wirft das Vorhandensein dieses Interessenten auch die Frage auf, was ich tue, wenn ich zwar vorzeitig aus dem Vertrag raus kann, aber keinen Studienplatz bekomme. Ich müsste mich also so langsam mal irgendwo bewerben. Aber wo. Wo will ich hin? Ruhrgebiet? Ist super da, aber mittlerweile ist da auch kaum noch jemand, wegen dem sich ein Umzug lohnen würde. Gen „Am Arsch der Welt“? Da sind Hedwig und Gisbert und die würden sich vermutlich nen Kreis freuen, aber das wäre dann nur für einige Monate, denn ich würde dann nächstes Jahr natürlich wieder eine Bewerbung für einen Studienplatz rausschicken. Ob sich das lohnt, weiß ich nicht. Oder bleibe ich da, wo ich bin und nehme die ständige Fahrerei in Kauf? In erster Linie muss ich mich natürlich danach richten, wo gesucht wird. Bei der MibiFee suchen sie wen, aber auch in der Nähe des Ruhrgebiets.

Da hofft man gleich doppelt, dass irgendwann in den nächsten Tagen ein kleiner Brief im Briefkasten liegt, der mir erzählt, dass ich einen Studienplatz bekomme, denn dann stellen sich diese Fragen erstmal nicht mehr. Dann muss ich mich nur noch damit auseinandersetzen, wohin ins Ruhrgebiet ich möchte.

9 Gedanken zu “Wenn man nicht weiß wohin

  1. Ich könnte jetzt anfangen zu erzählen wie wunderbar und toll Essen ist😀 Also ich mag es hier zumindest sehr😀

    Mein Bekanntenkreis tendiert allgemein aber irgendwie eher zu Bochum. Teilweise auch Gelsenkirchen. Letzteres sagt mir da nicht so zu. Bochum ist aber eigentlich ganz schön. Ich bin in Hattingen aufgewachsen. Ist jetzt nicht so prall. Aber schätze das ist alles davon abhängig wie groß man es gerne hätte. Und wie der Weg zur Uni ist😉

    • Die Uni wäre in Essen. Mir gefällt Dortmund ja sehr. Mir ist die Stadt wirklich ans Herz gewachsen und dort kenne ich, wie gesagt, auch ein paar Leute. Aber wie das häufig so ist. Da freut man sich ewige Zeiten darauf, dass sich das, was man geplant hat, endlich erfüllt und kurz vorher fängt man an zu überlegen, ob es auch wirklich das Richtige ist, was man da tut.

      • Oh… dann studierst du quasi 500m Luftlinie von meiner Haustür🙂 Ich wink dann mal😀

        Mhm.. gut mir persönlich wäre das zu viel Weg. Ich bin faul. Ich würde in die Uni-Stadt ziehen. Aber ja, ich kenne auch ne ganze Menge Menschen in Dortmund oder welche die da welche kennen… Aber ehrlich gesagt stützt das nur meine Meinung, dass es mir zu nervig wäre für die Uni jeden Tag so weit zu fahren😉 Da dann lieber für die Freizeit mal nen Meter mehr fahren…

      • Das ist wohl richtig und ich denke, meine Faulheit wird da auch ein großes Mitspracherecht haben. Aber erstmal so weit kommen. Hey, dann weiß ich ja, bei wem ich in den Freistunden immer klingeln kann.😉

  2. Eventuell würd es aber doch dann Sinn machen, sich in einem Laborchen in der Nähe der Uni zu bewerben? Dann kann man auf alle Fälle ne Wohnung suchen – egal was es wird. Und wenns mitm Studium erst nächstes Jahr was wird – dann brauchst wenigstens nicht wieder umziehen!

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