Der erste Kontakt

Die Ausbildung zur LaborFee läuft ganz gut soweit. Ich habe mich immernoch nicht wirklich an das frühe Aufstehen gewöhnt, aber was solls, es ist ja für nen guten Zweck. Ich bin gern in der Schule und habe nette Menschen kennengelernt, mit denen ich meine Tage verbringe. Anja und Sandra, mit denen hänge ich oft rum, leider sind beide im anderen Kurs.

Heute ist mir was wirklich komisches passiert. Ich stehe mit den beiden im unteren Hörsaal und wir unterhalten uns über das Thema Geburtstage. Ich bin gerade dabei darüber zu referieren, wann ich Geburtstag habe, als Ben des Weges kommt und mich mit einem gekonnten Hüftschwung anstößt. Erinnert ihr euch an die Klugscheißer Bratzbirne mit dem Gesichtsausdruck, der besagt, dass ein falsches Wort unweigerlich dazu führen wird, aufgefressen zu werden? Das ist Ben. Ein wenig irritiert blicke ich ihn daraufhin an und sehe nur wie er in meine Richtung grinst, bevor er dann sagt „Hey super, dann können wir ja immer gemeinsam Geburtstag feiern“.

Öhm..Jaaaaaaa..Was antwortet man darauf? Ich weiß nicht, was der Mann da gerade von mir will. Dieser ungefragte Körperkontakt war schon mehr als irritierend. Als Ausgeburt der Eloquenz, die ich nunmal bin, gibt es nur eine Frage, die ich stellen kann, die gleich unter Beweis stellt, dass ich die Situation erfasst und analysiert habe.

I: Ach, du hast am gleichen Tag Geburtstag?

B: Jap, ist das nicht ein toller Zufall?

Naja erstmal ist es nur ein Zufall, was daran toll sein soll, erschließt sich mir gerade in keinster Weise, aber lassen wir den Mann mal reden.

I: Äh, ja..ich freue mich.

Alles sehr merkwürdig, aber zum Glück ist das Gespräch damit auch beendet. Auch Anja und Sandra können mir nicht erklären, was das genau sollte.
Merkwürdig sowas…

Einige Wochen sind seitdem vergangen und wir sitzen alle im großen Hörsaal, um uns eine Doppelstunde Physik zu geben. Doppelstunde heißt in diesem speziellen Fall grausame 180 Minuten.

Gruppenarbeit, jee Gruppe wird gelost und bekommt eine andere Aufgabe. Ich hasse Gruppenarbeit.

Die Aufgabe: Herausfinden, wieviel Volumen Kaffee in einen Kaffeelöffel passen und wieviele Löffel man braucht, bis man ein Kilo Kaffee gelöffelt hat.

Ich habe natürlich nichtmal den Ansatz einer Ahnung, wie man das rechnerisch machen soll, aber dafür der Rest meiner Gruppe und oh Freude, Ben ist auch dabei. Dazu noch ein Mädel, das schon beim Kennenlerntag in meiner Gruppe war. Die hat scheinbar wenistens ein bisschen Ahnung und das ist immerhin ein bisschen mehr Ahnung, als ich derzeitig habe. Ben ist natürlich voll im Bilde und rechnet drauf los, während ich zaghaft versuche zu fragen, wie man da jetzt am Besten vorgehen sollte. Ich will ja auch nicht blöd sterben. Tatsächlich erklärt mir das Mädel, was zu tun ist und darüber kommen wir auch gleich ins Gespräch. Sie heißt Jana und sie versteht sich gut mit Ben, der ihr dann auch gleich erklärt, dass sie mir die Sache völlig falsch erklärt hat. Sollte der Mann am Ende tatsächlich ein Mensch sein?
Naja immerhin erklärt er mir das ganze nochmal. So halb verstehe ich es sogar. In der Pause kommen wir alle ins Gespräch und siehe da, Ben ist tatsächlich ein menschliches Wesen und dazu noch eins der netten Sorte. Wer hätte das gedacht?

Zu uns gesellt sich ein weiteres Mädel, dass sich gut mit Jana versteht. Laura.
Unser Grüppchen ist mutet etwas so an, wie die Grüppchen von Kids, die jeden Morgen vor dem Bahnhof rumgammeln. Ein Punk (Jana), Zwei Gothics (Ben und Laura) und ich. Ich bin von den dreien noch die Normalste. Aber die drei sind nett und so gehen auch die grausamen 180 Minuten Physik schnell um, natürlich ohne, dass wir auch nur einen Moment zu viel an die Lösung der Aufgabe verschwendet hätten.
Der restliche Schultag findet im unteren Hörsaal statt und da sitze ich neben Anja und Sandra, es ergibt sich kein weiterer Kontakt zu meinem morgendlichen Grüppchen.

Am nächsten Morgen habe ich die ersten Stunden wieder im großen Hörsaal. Hier haben wir mit den zukünftigen Strahlemännern Unterricht. Anja und Sandra haben sich so hingesetzt, dass ich mich nicht mehr neben sie setzen kann. Soll mir das wohl irgendetwas sagen? Ich habe keine Ahnung wohin ich mich nun setzen soll, da brüllt es von irgendwo mitten aus dem Hörsaal meinen Namen. Was ist jetzt?
Jana hat mich erblickt und winkt wie ne bekloppte, was mir wohl sagen soll, ich solle mich zu ihr setzen. Ben und Laura sitzen auch da. Joa, wieso eigentlich nicht. War gestern ja auch lustig.

Ist es auch dieses Mal. Im unteren Hörsaal angekommen (hier haben nur die angehenden Laborfeen Unterricht) fragt Jana mich, ob ich mich nicht zu ihnen in die Reihe setzen möchte, die drei sitzen nebeneinander und neben Ben ist noch ein Platz frei. Und weil das mit den drei lustig zu werden scheint, tue ich genau das.

Bin gespannt, wie das mit denen noch wird.

2 Gedanken zu “Der erste Kontakt

    • Dadurch, dass die beiden sowieso in dem anderen Kurs waren, hingen die danach eher mit anderen Leuten zusammen. Wir haben uns zwar immernoch gut verstanden, aber haben weniger Zeit zusammen verbracht. Is ja bei Gruppenfindungen immer zuerst ein geschäftiges hin und her. ^^

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s