Mein M’era Luna Wochenende: Samstag

Roterfeld

Vier Uhr erschien mir letzten Endes ein bisschen zu hart, deswegen klingelte der Wecker dann doch erst um halb fünf. Ganz wie in alten Zeiten und auch kein bisschen angenehmer. An einem freien Tag so früh aufstehen zu müssen, ist geradezu unmenschlich. Da ich aber allein schon ewige Zeiten brauche, bis ich so wach bin, dass ich mich im Stande sehe das Bett aus eigener Kraft zu verlassen, war das leider absolut notwendig.
Vor lauter Stolz platzend, möchte ich verkünden, dass ich es tatsächlich geschafft habe um sechs Uhr das Haus zu verlassen und loszufahren. Die nette Frau Navi wusste wo ich lang muss und so fuhr ich gen Hildesheim, der Sonne entgegen.

Die Fahrt verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse und da um diese Uhrzeit auch noch niemand auf den Straßen unterwegs ist, erreichte ich das Hotel drei Stunden später mit schmerzendem Gluteus Maximus. Pause machen ist was für Weicheier. Ein kurzer Anruf bei der Liebsten MibiFee ergab, dass ich allein einchecken musste, da sie und ihr Feeerich im Stau steckten und wohl noch zwei Stunden brauchen würden.

Ich checkte also ein und begann schonmal mit dem Aufrüschen. Sowas braucht Zeit. Ich war fast fertig, als die beiden zur Tür herein kamen. Nachdem die Beiden angekommen und aufgerüscht waren und der Feeerich mich fachmännisch in mein Korsett geschnürt hatte, dafür nochmal vielen Dank, ging es los, zum Mera Luna.
Da wir etwas spät dran waren und viele Besucher schon Freitag angereist waren, wurden wir auf einen Ausweichparkplatz gelotst, der eigentlich nur ein Acker mit gemähtem Gras war. Grausam. Zum Glück fuhr der Feeerich das Auto über den Acker, ich hätte das nicht hinbekommen ohne mindestens einen Verletzten und Sachschaden im Wert von mehreren tausend Euro. Man musste schon etwas Angst um seinen Unterboden haben. Zum Glück war der kleine Dicke beim Hotel geblieben. Endlich geparkt, hieß es dann, den Acker irgendwie hinter sich zu bringen. In meinem Fall hieß das, den Acker auf Plateauschuhen irgendwie hinter mich zu bringen. Was für ein Spaß. Das ich mir nicht die Haxen gebrochen habe, war auch nur ein Produkt des Zufalls.

Faderhead

Auf dem Festivalgelände angekommen, schlenderten wir erstmal über das Gelände und erstellten einen groben Plan, welche Bands wir uns ansehen wollten. Dabei fiel uns ins Auge, dass man sich auf dem Festivalgelände auch an diversen Ständen piercen lassen kann, was direkt im Hinterkopf behalten wurde.
Ich hatte ein wenig das Gefühl, als wäre es weitaus voller gewesen, als im letzten Jahr.

Man muss es sagen, wie es nunmal ist. Wir haben den Tag verchillt. Die Motivation uns irgendwo in die Menschenmenge vor die Bühne zu stellen, war praktisch nicht gegeben. Einige Bands haben wir gesehen, andere nur gehört und wieder andere nur rudimentär wahrgenommen. War aber auch absolut in Ordnung.  Ein paar Mal wollten wir in den Hangar, aber der war schon so voll, dass man entweder ganz hinten irgendwo gequetscht stehen musste oder gar nicht mehr rein kam. War das letztes Jahr auch so? Ich weiß es nicht mehr.

An besagtem Hangar trug es sich auch zu, dass ein zaghafter Versuch, seitens meiner Begleiter, gestartet wurde, mich an den Mann zu bringen. An den Security Mann, um genau zu sein. Der war aber auch lecker. Groß, Glatze, schöne Augen, mehr brauchte ich gar nicht zu sehen.
Meine Nummer war schnell auf ein Stück Pappe geschrieben und ihm, mit einem Fingerzeig, um wessen Nummer es sich dabei handelte, in die Hand gedrückt. Sein Gesicht war eine Mischung aus Verwirrung, Konfsion und Überraschung, meins war vermutlich irgendwas zwischen Fluchtinstikt und einem Ich-will-gerade-wirklich-gar-nicht-hier-sein- Ausdruck. Er sagte, er meldet sich, aber wenn da so eine Gruppe bekloppter vor ihm steht, was sollte er auch großartig anderes sagen. Wir dürfen also gespannt sein, liebe Freunde, ob er sich wirklich meldet oder nicht. Ich, in meinem schier grenzenlosen Optimismus, denke mal, er meldet sich nicht. Wenn ja, müsste er es, laut drei Tage Regel heute tun.😉

Am Abend taten meine Füße weh und mir war wirklich saumäßig kalt. Man muss dazu sagen, dass ich wirklich wenig an hatte und das

Fields of the Nephilim

Frieren deswegen berechtigt war. Ich hatte zwar daran gedacht, eine Jacke mitzunehmen, diese lag allerdings im Auto und das Auto war eine gefühlte Ewigkeit und einen Acker weit weg. Mal eben Jacke holen war also schlecht. Also fror ich weiter vor mich hin. Ich hätte mir auch einfach einen Pullover kaufen können, aber ich bin nunmal geizig.
Als Subway to Sally, die Band vor dem Headliner, fertig waren, einigten wir uns darauf, nun wieder zum Hotel zurückzufahren, da keiner von uns Placebo sehen wollte und der Hangar schon wieder maßlos überfüllt war.
Das Problem, welches sich ergab war allerdings, dass der Acker ein riesiges Feld war, dass mittlerweile zugeparkt war. Überall waren Autos. Und kein Licht weit und breit. Unser Auto zu finden nahm schon etwas Zeit in Anspruch und dann hieß es wieder mit Plateauschuhen über den Acker zu juckeln. Im Dunkeln. Richtig großer Sport. Ich hätte sie auch ausziehen können, aber ich sah ja nicht, wohin oder in was ich da trete, da erschien es mir tatsächlich sicherer die Schuhe anzulassen.
Wieder zurück im Hotelzimmer gönnten wir uns alle noch ein heißes Bad, bevor wir uns dann schlafen legten und uns auf den nächsten Tag freuten.

2 Gedanken zu “Mein M’era Luna Wochenende: Samstag

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