Die Eichhörnchenverschwörung

HA! Ich habe herausgefunden, weswegen die Woche so absolut beschissen ist. Gestern dachte ich Naivling noch an PMS, aber heute weiß ich es besser.

Die Eichhörnchen sind Schuld. Ohne Quatsch. Die ganze Woche schon, habe ich täglich ein Eichhörnchen gesehen und täglich erlebte ich ein Desaster, schlimmer als das Andere. Jetzt gerade wuselt schon wieder eins vor meinem Fenster herum. Das heckt doch irgendwas aus. Ich weiß es. Es tut so, als würde es Zeuch suchen und verbuddeln, aber ich habe es durchschaut. Ich wette, nachher habe ich durchgenagte Bremsleitungen oder sowas.

Dabei war der Tag, abgesehen davon, dass ich gegen Mittag damit begann die Welt und alles Leben darauf, spontan abgründig zu hassen, gestern eigentlich gar nicht so schlecht. Bis auf die Tatsache, dass ich wieder den „Keine Proben vor 09:00 Uhr“ Monolog halten durfte, war es soweit ok. Nicht herausragend und für einen Donnerstag auch auf keinen Fall gut, aber ich hatte diese Woche schon beschissenere Tage. Bis kurz vor Feierabend, als die Intensivstation wieder einmal meinte, mir noch einen „Notfall“ übermitteln zu müssen. Und ich schreibe das Notfall ganz bewusst in Anführungszeichen, denn ich weiß, dass es keiner war. Den Patienten hatte ich am Tag sicher schon drei Mal und das dritte Mal war bereits am Nachmittag. Gut, die CK lag bei 600 und ein paar zerquetschten, aber das lag sie die Male davor bereits auch und am Vortag lag sie sogar bei > 1000.  Es handelte sich also lediglich um eine Verlaufskontrolle und da die Letzte keine Stunde alt war, konnte man jetzt auch keine großen Sprünge erwarten. Ergo, hätte die Probe auch locker noch zwei Stunden warten und dann im Haupthaus gemessen werden können, aber das war für die Bratzbirnen vermutlich schon wieder zu schwierig gedacht. Außerdem ist es ja auch viel lustiger, der, sowieso schon schlecht gelaunten Laborfee mal so ordentlich den Feierabend zu versauen. Auf das sie alle auf Legos treten mögen!

Spätestens da befand sich meine Laune also auf Eiszeittemperatur, aber der Feierabend kam. Lasst euch gesagt sein, mit Hassgefühlen im Bauch fährt es sich wirklich ganz schlecht Auto. Das verschlimmert diesen Zustand nämlich stetig. Das ging schon auf dem Weg zur Hauptstraße los.

Vor dem Haus wird ja bereits seit ewigen Zeiten gebaut und deswegen sind da die halbe Straße und beide Bürgersteige vollgepackt mit irgendwelchem Baustellenkrams. Da kommt man als Fußgänger eigentlich gar nicht mehr unfallfrei lang, aber gut, die Baustelle ist ja vor nem Krankenhaus, also so what?  Blöd ist nur, dass die BaustellenFritzen jetzt auch noch einen ganzen Teil der Hauptstraße für sich in Beschlag nehmen und deswegen einfach erstmal alle Verkehrsinseln und Fußgängerampeln kurzerhand platt gemacht haben. Einen Oppa von..schätzen wir ihn mal großzügig auf etwa 200 Jahre, interessierte das aber recht wenig. Dieser schnappte sich seinen Rollator und ging seines Weges. Nichtmal mitten auf der Straße, wie man es vielleicht erwartet hätte, sondern schön gesittet so weit am Rand wie nur ging. Bis ich an der Ampel stand, um rechts abzubiegen. Ich stand bereits, weil rot. Oppa stand neben mir und war sichtlich verwirrt, ob der fehlenden Möglichkeit der sicheren Straßenüberquerung, da sowohl Ampel, als auch Insel platt. Aber er hätte ja keine 400 Jahre überlebt, wenn er sich von solch popligen Hindernissen hätte abschrecken lassen, also packte er, metaphorisch gesehen, seinen Rollator unter den Arm und rollte in einem Tempo, das Plattentektonik wie im Geschwindigkeitsrausch erscheinen lässt, über die Straße. Wo sich eigentlich die Ampel befinden sollte, blieb er stehen und wartete auf eine günstige Gelegenheit zur illegalen Straßenüberquerung. Als meine Ampel auf grün umsprang und ich mich anschickte nun abzubiegen, hielt er die Gelegenheit für günstig, packte sie beim Schopfe und legte den Turbo ein. Blöd für mich, denn ich hätte den grenzdebilen alten Sack fast vom Rollator gefegt. Nicht, dass ich nicht wüsste, dass Fußgänger theoretisch Vorrang gehabt hätten, hätte sich dort ein Fußgängerüberweg befunden, aber da der ja platt war und Oppa keine Anstalten machte, sich zu bewegen, beschleunigte ich natürlich. Ich war ja auch nicht die Einzige da auf der Straße. Konnte ja keiner ahnen, dass Oppa scheinbar doch senil ist und mir deswegen einfach mal fröhlich fast vor die Karre rennt.

Irgendwie schaffte ich es unfallfrei zu hause anzukommen. Das war gar nicht so einfach, da ich den ganzen Weg jemanden vor mir hatte, der mich entweder ärgern oder umbringen wollte. Er zeichnete sich durch eine lebensverneinende Fahrweise aus, also mein Leben verneinend, nicht seins, und wechselte immer dann die Spur, wenn ich es auch tat, um dann VOR mir wieder einzuscheren. Den hätte ich am Liebsten aus dem Auto geholt und ihn getreten. Aber ich schaffte es nach hause, wo ich mir erstmal ein ganz lecker Futter schnabulierte.
Leider machte mir mein Innerstes recht schnell klar, dass meine Lactase für diese Woche aufgebraucht ist und deswegen leider keine Lactose mehr verwertet werden kann. Wir wissen alle, was das bedeutet. Unaussprechliche Dinge.

Sieht man mal davon ab, war es trotzdem noch ein ganz angenehmer Abend, denn Gisbert bat zum Kaffeeklatsch. Klar, dass ich da nicht fehlen durfte. Unsere Gesprächspartnerin für diesen Abend war Tante Jay, bitte einmal in die Blogroll gucken, da steht sie. War ein angenehmes Gespräch. Das ich mich irgendwann ausklinken musste, weil es mich niedergestreckt hatte, war nicht so geil, aber da war es sowieso schon fast Zeit für’s Bett.

Und nun nehmen wir den letzten Tag der Woche in Angriff.

Bisher nichts zu beanstanden, aber dieses Eichhörnchen rennt hier immernoch geschäftig hin und her….

30 Gedanken zu “Die Eichhörnchenverschwörung

  1. mit hörnchen kenn ich mich aus. sind alles dieselbe art, braun oder schwarz oder rot, je südlicher desto dunkler. im winter haben sie puschel an den ohren, im sommer nicht. hach, ich mag hörnchen❤

    (PS: die besagte CK – war das ne CK MB oder ne "normale")

    • Ich mag Hörnchen an sich auch. Vor allem dieses fast schwarze Gothenhörnchen würde sehr gut zu meinem Gesamterscheinungsbild passen. Aber da sie der gemeinsame Nenner dieser ekligen Woche sind, muss ich leider davon ausgehen, dass sie mich und mein Dasein nicht so mögen, wie ich sie.
      Das war die GesamtCK, also ne normale. Die MB war aber auch nicht soooo schön. Weit entfernt vom Normbereich. Heute gings allerdings schon wieder. Geben wir dem Patienten mal noch ein, zwei Tage, dann is dat Herz wieder flott.😉

      • Fiese Neozoen halt^^
        Hab jetzt gerade nochmal nachgelesen, Frau K. hat insoweit Recht, dass es auch dunkle Eichhörnchen gibt. Muss man also wohl genauer hinsehen, ob man ein Grau- oder Eichhörnchen hat.
        Dafür bin ich gerade auf eine sehr skurrile Freizeitbeschäftigung gestoßen – Hörnchenangeln😯😆

      • Keine Ahnung^^
        Kannst es ja mal ausprobieren, wenn du wieder soooo wenig Proben hast, dass du dich im Labor langweilst – wenn es anbeißt, war es ein mutiges Grauhörnchen, wenn nicht, ein echtes europäisches Eichhörnchen😎

      • 😀
        Ab nächste Woche arbeite ich den Neuen ein. Da werde ich viel Zeit haben. Ich brauche eine Nuss und eine Angel. Eins von beidem könnte ich noch im Keller haben. Dann stell ich mich ans Fenster und angle ahnungslose Hörnchen😀

      • aber die grauhörnchen sind viiiiieeeeel größer. und so viele gibt es hierzulande gott sei dank noch nicht…auch wenns mehr werden…und puschel oder nicht puschel sind kein ausschlusskriterium gerade im sommer…. *hörnchen klugscheiß modus off*

    • die sind zu schnell, das kann ich nich sehen..aber ich würde fast drauf wetten😉
      Hoffen wir das Beste. Freitag Abends is die Intensivstation ja immer ganz vorn mit dabei, wenn es darum geht, mir den Feierabend zu verhunzen..

  2. Verfolgungswahn liebe Fee???😉

    Böse Hörnchen, dabei sind sie so niedlich! Aber ein Schuldiger muss gefunden werden… geht nicht anders, sieht in meiner Chaoswelt genauso aus! ;-P

    LG Missy

  3. Au weia…gegen Hörnchen alleine hilft ja ein Nusskreis, der um Wohn- oder Arbeitsort gelegt wird (notfalls auch beide Orte), aber gegen Mumien kann ich nur Zombie-Abwehr-Spezialisten empfehlen. Und das wird ziemlich unschön😉

  4. Die Eichhörnchenverschwörung kann ich unterschreiben. Heute im Park auf dem Weg zur Arbeit 2 Exemplare gesichtet und verzückt beim Hin- und Herwetzen beobachtet. Bei der Arbeit dann irgendwie übers Hosenbein gestolpert und volle Lotte die Treppe raufgefallen (Stein). Beide Knie kaput, inklusive Ellbogen und Handfläche…Hose ganz…Grr….

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