Rescue Me

Bääääh, ich bin auch nach einer Nacht barmherzigen Komas noch flauschig im Hirn. Zum Glück habe ich einen Untergebenen, der heute für mich arbeiten kann. Ich muss nur da sitzen und auf wichtig tun. Das kann ich auch, wenn ich flauschig bin.

Ich glaube, ich werde zu alt, um ein ganzes Wochenende durchzufeiern. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich jemals jung genug dafür war. Ich glaube nicht. Ich glaube, ich sollte mich mit dem Gedanken anfreunden, dass ich meine Wochenenden künftig mit Heizdecke und Herztabletten vor dem Fernseher verbringen werde.

Das wollte ich aber, mal wieder, gar nicht erzählen. Immer diese Schwafelei.

Vom vergangenen Wochenende wollte ich erzählen. In diesem Post, speziell vom Freitag. Da war nämlich „Rescue Me“ Party in Düsseldorf. Eine Party für alle, die irgendwie täglich die Menschheit retten oder sie mal retten wollen. Fand ich eine gute Gelegenheit, um mal zu schauen, ob unter den Weltrettern ein annehmbares Männchen für mich rumläuft. Man muss die Augen ja immer offen halten.
Zu diesem Zweck, schnappte ich mir also eine Freundin, nebst deren Schwester und gemeinsam pilgerten wir in die Düsseldorfer City. Durch meine vollkommene Orientierungslosigkeit, war allein schon das Finden des Ladens eine Herausforderung, aber dank meinem gefährlichen Halbwissen und dem EiFon meiner Freundin, fanden wir ihn schließlich doch.

Das Bild, das sich uns bei unserer Ankunft bot, veranlasste uns allerdings dazu , den Plan, auf die Party zu gehen, noch einmal zu überdenken.
Erstens standen die Menschen schon bis draußen und bei 8€ Eintritt waren wir weniger gewillt, noch stundenlang vor dem Laden zu stehen. Und zweitens schienen wir nicht wirklich in die dort vorherrschende Klientel zu passen. Wir waren zwar alle angemessen aufgehübscht, fühlten uns beim Anblick der angeblichen Krankenschwestern, Arzthelferinnen, etc., doch schlagartig underdressed. Ich bin mir nichtmal sicher, ob ich in meinem Outfit, nebst Gesichtsschmuck, überhaupt da rein gekommen wäre. Dafür, dass alle immer motzen, die Jobs im Gesundheitssystem würden so schlecht bezahlt, hatten die alle verdammt teuer aussehende Garderobe. Düsseldorfer Clubgänger eben. Die Türsteher sahen auch ein bisschen so aus, als wollten sie einen fressen, wenn man nicht so aussieht, wie der Rest in der Schlange. Das war uns zuwider, weswegen wir auf dem Absatz umdrehten und uns auf den Weg in die Bolkerstraße machten.
Für alle, die noch nie in Düsseldorf waren, das ist diese kneipenlastige Straße, zu der das Feiervolk pilgert, um sich abzuschießen oder eben ein bisschen zu feiern und einfach Spaß zu haben. Hier sahen die Menschen schon eher aus, wie wir. Manche etwas besoffener, aber alles in allem fühlten wir uns hier wohler.
An einem bereits fortgeschrittenen Freitagabend allerdings noch einen Platz zu finden, an dem man gemütlich einen bis acht Cocktails trinken kann, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, weswegen unser erster Versuch, genau diesen Platz zu finden, auch kläglichst scheiterte. Also gingen wir erstmal in eine kleine Pommesbude, um uns mit einer Portion Pommes zu beglücken und uns über mehr oder weniger eklige Dinge zu unterhalten. Und über die schrägen Menschen, die so über die Bolkerstraße wandelten. Hauptsächlich über die Ladies in High Heels, die ihr Männchen nur brauchen, um sich an ihm zu stützen, weil sie nicht in der Lage sind, richtig auf ihren Schuhen zu laufen. Als wir uns wieder nach draußen begaben, war der Abend bereits weiter fortgeschritten, als wir dachten, weswegen wir einen weiteren Versuch starteten, ein Plätzchen zum Cocktails schlürfen zu finden, dieses Mal mit mehr Erfolg. Man muss schon sagen, dass sich da drei Schnatterweiber gefunden haben, denn unter unserem ständigen Gesabbel, verging die Zeit wie im Flug und plötzlich war es drei Uhr morgens. Kann ja mal passieren. Aber ich hatte am nächsten Tag noch andere Verpflichtungen, weswegen wir uns dann rasch auf den Heimweg machten. Ich fuhr mal wieder unter anderem UBahn. Nachts. Allein. Das weckt ja immer den Schisser in mir. Ich mach mir vor Angst in die Hosen, wenn ich allein nach Hause fahren muss und trotzdem mache ich es immer wieder.
Zu hause angekommen, fiel ich auch gleich ins Bett. Ich war schon fast 24 Stunden wach und das ist vollkommen gegen meine Natur. Es war ein sehr lustiger Abend, an dem ich etwas für die Zukunft gelernt habe.

Eine Rescue-Me Party wird am Besten, wenn man sie unmittebar vor Beginn durch eine Portion Pommes und einen Cocktail ersetzt.

11 Gedanken zu “Rescue Me

    • Den ordinären Dauerflausch hab ich ja auch, aber an den hab ich mich gewöhnt. Der Post Feierflausch ist ja so eine ganz passiv aggressive Unterart, die recht penetrant im Kopf sitzt und einem einredet, man sei zu alt für diesen Scheiß.😀

    • Flausch ist das komische Gefühl im Kopp, wenn man:
      a) zu viel gesoffen hat (am Tag danach, währenddessen, ises einfach nur Suff..)
      b) zu wenig geschlafen hat
      c) zu viel geschlafen hat
      d) durchgängig grundverpeilt ist

      dieser Dusel, den man dann hat. Oder wenn das Hirn schon mit den simpelsten Dingen komplett überfordert ist und auch keine Sätze mit mehr, als drei Worten Inhalt verarbeiten kann.
      Das, ungefähr, ist Flausch.

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