Helmpflicht

Puuh. Ich bin immernoch so mittelflauschig. Aber langsam geht es wieder. Schnell noch die Geschichte vom Wochenende zu Ende erzählen und dann mit Hechtsprung ab ins Bett.

Die Nacht von Freitag auf Samstag ist kurz. Verdammt kurz. So kurz, dass ich unmittelbar nach dem Aufstehen tatsächlich darüber nachdenke, die ganze Partygeschichte bei der liebsten MibiFee sausen zu lassen und eine kuhle in meine Matratze zu liegen, indem ich temporär mit selbiger verwachse. Der Gedanke erscheint mir in diesem Moment wirklich mehr als erstrebenswert. Es ist ein harter Kampf, an dessen Ende ich mich doch dazu entscheide, den kleinen Dicken zu besteigen und -mal eben- gen Süden zu düsen.

Das Motto der Party ist Helmpflicht. Ich besitze sowas von keinen Helm. Ich besitze eine Kappe und zwei Mützen. Nichts davon ist erlaubt. Verdammt, wieso ist das Thema denn nicht Schalpflicht?! Mit Schals und Tüchern kann ich um mich schmeißen. Nichtmal der BruderFeeerich kann da helfen. Der fragt nur „Hä?! Wie Hut?“. Hilfreich wie immer, der gute Mann. Immerhin finde ich meine Nikolausmütze noch. Ist zwar kein Helm, aber bedeckt den Kopf und ist nichts alltägliches. Ich finde, wenn man jetzt schon Lebkuchen kaufen kann, dann kann ich auch Mitte September mit einer Nikolausmütze durch die Gegend rennen.

Bevor ich allerdings losdüsen kann, muss erst noch ein Freund eingeladen werden. Was wäre eine Party ohne Tequila?! Im schäbbigen Supermarkt nebenan haben sie zwar 6802636 verschiedene Arten Wodka, aber keine einzige Flasche Tequila, weswegen ich mein frisch erworbenes Bündel Zitronen packe und weiter zum Getränkemarkt düse. Da werde ich dann auch noch Zeuge eines Unfalls. Also wirklich. Als würde das Universum nicht wollen, dass ich zu der Party gehe. Aber weil mich das Universum einen feuchten Fleck interessiert, fahre ich trotzdem. Und bereue es nach den ersten 1,5 Stunden fahrt aufs äußerste. Boah, bin ich müde. Die Fahrt hätte wirklich keinen Meter länger sein dürfen. Viel Zeit zur Erholung bleibt aber gar nicht, denn kurz nach meiner Ankunft trudeln auch schon die ersten Gäste ein. Ich dachte ja, ich bin bekloppt, weil ich mich drei Stunden ins Auto setze, nur um auf eine Party zu gehen, aber es gibt tatsächlich noch einen Bekloppteren, der sich fünf Stunden Fahrt aufgeladen hat. Respekt!

Bald schon ist die Party im vollen Gange und ich komme mir Zeitweise so vor, als hätte ich eine Expedition zum Nerdpol gemacht. Schlimm genug, dass ich zu vielem Nerdkram tatsächlich was sinnvolles beitragen kann, finde ich mich plötzlich in einer Diskussion darüber wieder, wann der taktisch klügste Zeitpunkt für den Zeichner gewesen wäre, um mit Dragon Ball Z aufzuhören und kann mich, und jetzt kommts, auch noch einbringen. Zu der Diskussion über die Parallelen zwischen Harry Potter und Herr der Ringe und diversen Anime Serien kann ich auch noch was sagen. Erschreckend. Vollends schockiert bin ich aber, als ich etwas über Warhammer erzählt bekomme und es allen ernstes auch noch interessant finde. Dabei bin ich nichtmal annährend im Suff unterwegs. Das macht mir Angst. Was stimmt denn bloß nicht mit mir?!

Der spät geendete Freitag meldet sich allerdings recht schnell aus der Kaffeepause und so bin ich gegen drei Uhr morgens ganz kurz vor tot. Blöd für mich, dass die Party erst so gegen fünf Uhr endet. Als endlich alle gegangen sind, darf ich endlich müde auf die Couch fallen. Zu meiner großen Freude leistet mir wieder the best couchmate ävör Gesellschaft. Mr. Firebloom. Mit niemandem liege ich lieber auf einer Couch. Das Koma lässt auch nicht lange auf sich warten und schon entschwinde ich in ruhende Sphären. Gegen Mittag falle ich wieder aus dem Bett..naja..von der Couch. Die Nacht war auch irgendwie viel zu kurz und der Flausch kommt mir fast zu den Ohren raus. Nach einer kurzen Badezimmersession zur neuerlichen Menschwerdung geht es ins Diner, um zu frühstücken.

Auf der Hinfahrt zum Diner, werde ich Zeuge, wie drei erwachsene Männer, und erwachsen nenne ich sie wirklich nur aus Ermangelung eines passenderen Wortes, Lieder wie dieses oder dieses oder dieses, voller inbrunst und mit Performance mitgrölen, während ich nur dasitze und mir denke, dass ich dieses Schauspiel so unbedingt bloggen muss. Ich frage mich ja, ob die drei sich heimlich treffen und das choreografieren oder ob sie alle drei Improperformances einstudieren und sie sich dann bei den gemeinsamen Autofahrten präsentieren. Es ist jedenfalls sehr eindrucksvoll und jetzt weiß ich dann endlich auch, wie bekloppt ich aussehe, wenn ich wieder mal bei diesem Lied lautstark an der Ampel mitsinge. Natürlich auch mit Choreographie dazu, inkusive Gesichtskirmes und allem. War sehr schön, das mal gesehen zu haben. In einem Diner mit den selben drei erwachsenen Männern zu sitzen, ist übrigens mindestens genauso amüsant, wie ihnen bei der Fahrtperformance zuzusehen.

Nachdem ich eine Kleinigkeit gegessen und , wieder zurück auf der Couch, versuche das Fresskoma und den weiter anhaltenden Flausch in meinem Hirn zu überwinden, wird mir klar, dass ich so langsam mal wieder nach hause müsste. Grausam. Mit vollem Bauch und flauschigem Hirn wieder ins Auto steigen und -mal eben- wieder nach hause fahren zu müssen ist schon fast menschenverachtend. Würde ich nicht so gern in Feenstadt wohnen, wäre ich gern spontan irgendwo in eine freie Wohnung in der Nähe der MibiFee gezogen, nur damit ich mich so wenig wie möglich bewegen muss. Aber es nützt ja nichts.
Also wieder ins Auto, wieder stundenlang fahren, wieder zu hause. Dort angekommen gibt es zwei Dinge, die ich unbedingt tun muss. Kalte Pizza essen und duschen. Nachdem ich beides getan habe, falle ich in mein Bett und zur Bettchenzeit wieder einmal ins Koma.
Ich bin so unsagbar müde, das gibt es gar nicht.

Tja und müde bin ich jetzt auch noch. Den Schlaf, der mir das vergangene Wochenende abhanden kam, werde ich am folgenden Wochenende wieder aufholen.

Aber nun werde ich erstmal meine heutige Ration Schlaf abholen. 😉

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9 Gedanken zu “Helmpflicht

  1. Du, ich hab da nen Trick, wie man nach durchwachten Nächten trotzdem einigermaßen fit wirken kann (hat zumindest bei mir nach einem MPS-Wochenende (DANKE für den Tipp, wäre ohne dein Blog nie drauf gekommen) mit Spontanübernachtung bei nem Freund auf dem Gelände und Taverne mit SaMo (gleich nochmal: DANKE!) bis 4 Uhr Nachts gut funktioniert):
    Einfach so oft wie möglich daran denken, wie toll das war, dass sich der Schlafmangel echt gelohnt hat und dementsprechend ne ganze Woche mit Dauergrinsen rumlaufen, so dass einen die Kollegen schon für leicht debil halten 😀 Bin noch nie morgens so gut aus dem Bett gekommen, wie in der Woche danach!
    Naja, am nächsten WE den Schlaf nachzuholen war dann trotzdem nötig…

  2. Aaaah danke, du hast mir den Tag versüsst mit den Youtube links, einfach köstlich 😀
    Ich singe beim Autofahren generell mit und manchmal tanze ich auch soweit möglich – das hat mir schon einige amüsierte Blicke eingebracht ^^

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