Nie wieder Minzfrisch

Weg iser. Vergangenen Donnerstag nahm seine Minzfrischheit seinen Hut und begab sich in die wohlverdiente Rente. Und wer war mitten drin? Das wollte ich mir natürlich nicht nehmen lassen. Also bin ich von der Uni aus gleich ins Krankenhaus geeilt, um seine Minzfrischheit gebührend zu verabschieden. Und natürlich, um mich mit dem neusten Klatsch aus der Ambulanz zu versorgen und zu schauen, ob das Laborchen in guten Händen ist.

Ich fuhr also hin und Schwester Annegret brachte mich zur Feier, die anlässlich seiner Minzfrischheit gegeben wurde, wo mir Dr. Huhn über den Weg lief und sich erstmal darüber beschwerte, dass ich so plötzlich weg war, wünschte mir aber alles Gute und bedankte sich für die stets gute Zusammenarbeit. Bitte, hab ich gern gemacht, obwohl deine Station die größten Kackbratzen hortet, die man sich vorstellen kann. Das habe ich ihm natürlich nicht gesagt. Seine Minzfrischheit freute sich sehr, dass ich nochmal reingeschaut habe. Und er wurde auch nicht müde, mir zu erzählen, wie gern er immer mit mir zusammengearbeitet hat und wie gut ich meine Arbeit immer gemacht habe etc. etc.. Ich sage doch, ich hinterlasse eine riesen Lücke. ;)  Natürlich kamen auch wieder Dinge zur Sprache, mit denen ich eigentlich gar nichts mehr am Hut habe, weil ich nicht mehr dort arbeite. Wie das ewige Kreuz mit dem Troponin und wieso das nicht im Laborchen gemessen werden kann und bla bla bla.

Lange konnte ich aber nicht bleiben, da am Abend der Kneipenabend mit den Medizinern anstand und ich mich wenigstens noch ein wenig frisch machen wollte. Also verabschiedete ich mich schnell wieder und schaute noch rasch beim neuen Laborfeeerich vorbei. Helferlein kann ich ihn ja jetzt nicht mehr nennen.
Was soll ich sagen. Zum Glück bin ich da weg. Das, was da abgeht, würde mir so gar nicht behagen. Erstmal, werden die Wohnheime gegenüber und somit vermutlich auch die Wiese und alles, was sich vor dem Laborfenster befindet, eingestampft und neu bebaut, dass bedeutet, sollten die vom Haupthaus sich noch zwei Jahre Zeit mit der Klimaanlage lassen, wird Feeerich im Frühjahr nichtmal mehr das Fenster öffnen können, weil überall Baulärm und Staub und Dreck sein wird. Dazu kommt noch, dass der neue Doktor, der nun für das Laborchen zuständig ist, nun jede Woche vorbeischaut und dem Feeerich immer wieder Unterlagen von Fortbildungen mitbringt, an denen er nicht teilnehmen kann, was bedeutet, dass Feeerich nun einen so großen Stapel Papier auf dem Tisch liegen hat, dass kein Kasten Bier dieser Welt, die vielen Bäume, die dafür sterben mussten, retten könnte. Es war wirklich wahnsinnig viel Papier und das muss der Arme alles durch arbeiten. Dazu hatte er noch das ungeheure Pech, dass er an seinem ersten Tag so viele Proben hatte, wie die ganzen Wochen der Einarbeitung nicht, was heißt, dass er an seinem ersten Tag erstmal erfolgreich schreiend im Kreis lief. So muss das sein. Mir ging es damals nicht anders. Seinen ersten Gerätedefekt hatte er auch schon. Hach, sie werden so schnell erwachsen. Die Ambulanz ist auch begeistert von ihm. Ich weiß mein Laborchen in guten Händen. Aber Feeerich vermisst seine Minzfrischheit jetzt schon. Weil man mit ihm so gut arbeiten kann und seine Nachfolgerin ein klein wenig..sagen wir..anstrengend ist.

Und natürlich soll ich, am Liebsten immer, wenn ich mal ein bisschen Zeit übrig habe, vorbei kommen. Zeit werd ich in nächster Zeit bestimmt total viel haben.

Wieder zurück an der Uni gab es noch eine rasche Führung über das Klinikgelände und danach ging es in einen Irish Pub. Naja. Ich hatte irgendwie etwas anderes erwartet, als einen Raum mit Theke, Stroboskop und HipHop. Fand ich etwas suboptimal. Auch die Tatsache, dass eine Welle von etwa 130 Medizinern auf eine kleine Insel von etwa 30 medizinischen Biologen brandete, war nicht ganz so optimal. Die meisten Mediziner wussten nichtmal, dass wir überhaupt da waren. Und dafür habe ich Letzte Instanz in Bochum sausen lassen. Ärgerlich.

Morgen geht dann endlich der Ernst des Studentenlebens los. Ich bin gespannt. Ich bin nervös. Ich fühle mich unbehaglich. Ich will wissen was auf mich zu kommt. Morgen werde ich es wissen.

Ich berichte euch dann.

8 Gedanken zu “Nie wieder Minzfrisch

  1. viel Glück, das kann man an der Uni immer brauchen.
    Was auf einen zukommt, weiss man an der Uni nie, ich glaub, das kann man sich abschminken. Dazu müsste “ die Uni“ das wissen, und dies tut sie definitiv nicht.
    und nicht vergessen, im Frühjahr melden, wegen Kräuterprojekt,
    wenn noch Interesse besteht.
    und p.s. o.k., wenn ich die Laborfee goes Uni auf meine Blogroll setze? Wenn nicht, kein Problem, es passt ja nicht immer
    Gruss landkrauter

    • Mist, na gut, dann muss ich mich überraschen lassen. Solche Überraschungen kann ich nicht leiden.^^

      Sobald die ersten zarten Sonnenstrahlen die winterliche Kälte vertreiben, werde ich vor deiner virtuellen Tür stehen und um Hilfe betteln.😉

      Selbstverständlich ok.

      Ich wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche.
      Grüße auch für dich.

  2. HipHop im Irish Pub? Das ist ja mal echt gruselig. Also, alles, was Recht ist. Aber HipHop im Irish Pub könnt ich jetzt nicht ertragen. Lieber einen Gitarristen mit rauer Stimme, langem Haar und schönen Augen der uns was vorsingt und -schrammelt.

  3. Ich habe das Studentenleben geliebt und mehr als genossen…bin fast ein wenig neidisch, muss aber zugeben, zurück an die Uni zieht es mich dann doch nicht so wirklich…vor allem weil ich mittlerweile die Mutter der meisten Studenten sein könnte…(natürlich hätte ich meine Kinder da sehr, sehr früh kriegen müssen…;-))

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