Rattenflucht

Es ist absolut uncool, wenn man seine Ratte, nach der Entertainmentstunde, zu der man mich morgens um sechs genötigt hat, sucht, aber nicht findet. Zuerst ist man noch guter Dinge und glaubt, die sei sicher irgendwo unter dem Handtuch oder den Decken oder hat sich wieder in meinem Kopfkissen verkrümelt. Wohlgemerkt nicht unter meinem Kopfkissen, sondern darin. Enteder wird es so eingerollt, dass man sich in die Mitte legen kann, oder man sucht den Eingang des Kissenbezugs und kriecht da rein. Kann man ja machen, solange man die Blase still hält. Meistens baue ich den Entertainmentparcourt dann einfach ab und widme mich danach dem verbleibenden Schützling, bei dem es sich meistens um Bismut handelt.

Wenn man dann aber sucht und es raschelt plötzlich unter dem Bett..Auch dann glaubt man noch, dass man das Rascheln irgendwie selbst ausgelöst hat, wie auch immer man das vom anderen Ende des Bettes aus gemacht haben will. Da die Ratte auf dem Bett unauffindbar ist, schaut man dann doch unters Bett und zurück blickt frech der Herr Bismut. Toll. Natürlich immer der Kandidat, der sich sowieso schon nur schwer fangen lässt, da zahm werden gerade wohl nicht ins Zeitfenster passt. Wie denn auch, wir sitzen ja schließlich unterm Bett und gucken frech aus einem Schuhkarton.

Was tun? Erstmal mit der einen Hand hinter die Ratte, damit der Herr bloß nicht auf die Idee kommt einen Pfad einzuschlagen, auf dem ich ihm nicht folgen kann. Nämlich weiter unters Bett. So weit, so gut. Ich hoffe, er kommt nicht auf die Idee, mir über die Hand zu springen. Danach die hinter der Ratte platzierte Hand in Richtung Schwanz bewegen und diesen umgreifen. Ich fasse meine Ratten nicht gern am Schwanz, denn dieser ist empfindlich und es tut weh, wenn man daran zieht. Das ist mein Vorteil. So wird sich Ratte hoffentlich nicht so weit fortbewegen, dass der Schwanz zu sehr spannt. Pfffttt. Haste gedacht. Dann muss ich jetzt ziehen. In meine Richtung. Und dann schnell mit der anderen Hand wegpflücken, bevor Ratte wieder die Flucht unters Bett antreten kann.

Fang geglückt.

Phew.

Immerhin.

Keine Ahnung, wie Bismut unters Bett gekommen ist und vor allem wann. Jetzt muss ich mich beim nächsten Mal auf die Lauer legen und gucken, wohin die Reise geht. Aber jetzt werde ich noch ein Stündchen schlafen, bevor es wieder an die Bücher geht.

Habt einen schönen Tag.

15 Gedanken zu “Rattenflucht

  1. Wie wäre es mit Kuhglocken Rattenglöckchen? Am besten digitale, damit sie auf Handybefehl losklimpern, wenn die Ratte sich gerade in ihrem Versteck lustig über deine Suchaktionen macht.😀

  2. Gib Deinen Ratzen doch einfach jeder ein Smartphone. Dann denken die, sie können sich per SMS absprechen, wie sie Dich besser austricksen können…
    …aber Du kannst sie dann per GPS orten! (Und ein Bewegungsprofil auf dem Laptop erstellen…)😀

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