Die mit dem roten T

Es ist ein wunderschöner Freitag morgen, an dem ich mich beschwingt aus den Federn erhebe und mich darauf freue zur Uni zu fahren und mein Chemieseminar in Angriff zu nehmen..

Ach das glaubt mir doch sowieso keiner.

Es ist Freitag, der Wecker klingelt, ich bin verpennt bis hinten gegen und schleppe mich grummelig vor den Laptop, um noch kurz mit Herrn Bloom zu schreiben, dessen Wecker auch gerade eben geklingelt haben muss. Herr Bloom interessiert das aber wohl nicht im Geringsten, denn der pennt noch. Ich mache mich auf zur Uni, sitze meinen letzten Tag im Chemieseminar ab, mache noch ein paar Besorgungen und fahre nach hause. Ich muss im Sauseschritt düsen, weil ich heute noch zu Tantchen will. Die fliegt Samstagmittag nämlich mal eben für vier Wochen in die USA, heiratet da zwischendurch noch eben ihren Freund und kommt nächsten Monat dann wieder. Zu diesem Anlass war eine kleine Abschiedsfeier im kleinen Kreis angedacht. Eine halbe Stunde vor Abfahrt komme ich zu hause an, will noch kurz nachsehen, ob es Herr Bloom mittlerweile aus dem Bett geschafft hat und gegebenenfalls noch rasch Hallo sagen, doch nichts geht mehr. Mit Entsetzen muss ich feststellen, dass mein Router wild blinkend seinen Dienst quittiert hat. Brüderchen ist auch eher so semibegeistert. Das Ding ist tot. Weder Reset,  noch das sonst immer gern gesehene VomNetzNehmen möchten etwas an dem doch eher sparsamen Betrieb etwas ändern. Der Gedanke an ein internetfreies Wochenende lässt mich innerlich erzittern. Ich habe aber keine Zeit, vielleicht löst sich das Problem ja noch von selbst.

Bei meiner Rückkehr am späten Abend, hat sich an der Gesamterscheinung des Routers nicht viel geändert. Immernoch trotziges blinken aller Lichter. Das sieht ziemlich so aus, als sei das Ding in den Elektronikhimmel gewandert. Der Gedanke an ein internetfreies Wochenende lässt mich in kalten Schweiß ausbrechen. Das darf auf gar keinen Fall geschehen.

Heute morgen werde ich wach und schaue auf den Router. Natürlich blinkt der immernoch. Was hab ich auch gedacht? Am Nachmittag schnappe ich mir Router und Brüderchen und breche auf zu den Menschen mit dem roten T..wobei das rot ja eigentlich eher so magentafarben ist. Die sagen mir, dass das jetzt total blöd war, dass ich mit dem Router zu denen gelatscht bin, weil ich doch eigentlich den Störungsdienst hätte anrufen müssen, damit der mir sagen kann, was mit dem ollen Router nicht stimmt. Also wieder nach hause gefahren, das Ding wieder angeschlossen und bei den Menschen vom Störungsdienst angerufen. Das Gespräch brachte einige interessante Erkenntnisse.

Der Router, den wir lediglich als Repeater verwenden, weil wir unser Internet von MutterFee beziehen, ist mit der Art der Sicherheitsverschlüsselung des eigentlichen Routers gar nicht kompatibel…

Joa..hat dafür die letzten drei, vier Jahre aber ganz hervorragend funktioniert.

Der Router wird von dem MagentaMenschen gar nicht mehr technisch supportet, weil er schon so alt ist…Will heißen, keiner in dem Puff hat auch nur irgendeine Ahnung davon wie mein Repeater funktioniert.

Das wiederum ist jetzt natürlich irgendwie suboptimal. Immerhin kann der Supportsklave mir einige Alternativgeräte nennen und versucht mir gleich noch einen kostenpflichtigen Kundendienst aufzuschwatzen, bei dem er aber auch keine Garantie liefern kann, dass der weiß, wie der Router läuft. Da kann ich dann doch tatsächlich gerade noch drauf verzichten.

Nach einiger Internetrecherche war das Gerät gefunden, ein Laden, der noch geöffnet hat auch. So einig, dass wir nun ganz dringen wo hin fahren müssen, waren Bruder und ich uns noch nie. Wir haben uns auf dem Weg zur Karre beinahe überschlagen. Als wir dann im Laden stehen, steigen Spannung und Hoffnung in ungeahnte Höhen. Ich bin nach ewigem Warten endlich an der Reihe, frage zaghaft nach dem Gerät und….sie haben es vorrätig. Die Welt ist für ganz kurze Zeit wieder in Ordnung. Wieder daheim wollen wir das Ding „mal eben schnell“ anschließen und uns dann am Internet erfreuen. Mal eben schnell..Jaja..

Die erste Hürde ist bereits die Gebrauchsanweisung von dem Ding. Da sind Knöpfe beschrieben, die gar nicht da sind. Wieder müssen wir forschen. Das Forum der MagentaMenschen bietet nützliche Hinweise, dennoch bekommen wir den Mist nicht ans Laufen. Welch schwarze Magie ist da am Werk. Es ist zum verrückt werden. Wieder muss ein Supportsklave her. Dieses Mal haben wir ein echtes Genie am Hörer. Mit seinen Anweisungen schafft er es, uns aus unserem eigenen WLAN auszusperren. Da der Repeater eine andere Verschlüsselung verwendet, als der Router, sollen wir diese am Router doch einfach mal ändern. Daraufhin sagt das Netzwerk „Nö..das entspricht nicht meinen qualitativ hohen Ansprüchen, ich möchte das nicht.“ und schaltet daraufhin einfach mal ab. Welch ein Glück, dass ich noch etwa 100 meter LAN Kabel bei mir rumfliegen habe, welches ich umgehend an Router und Laptop anschließe.
Dem Menschen hätte ich bereits am Liebsten auf die Fußmatte gekackt. In Bretzelform.
Dann hat er endlich eine Erleuchtung, nämlich die, dass er keine Ahnung von dem hat, was er da gerade tut, weswegen er uns an einen Kollegen verweist. Der Kollege fragt uns dann allen möglichen Krempel. Als wir dann bei der Verschlüssselung ankommen und diese benennen, sagt der einfach nur „Nein“.

Bruder: Ja wie nein?

SupportMensch: Das kann gar nicht sein.

B: Ja, aber es steht doch hier.

SuMe: Nein

B: Ähm…doch? Ich habe das doch gerade mit ihrem Kollegen zusammen umgestellt..

SuMe: Nein, das kann gar nicht sein..

Bruder wird immer sparsamer und ungehaltener. Wer kann es ihm verübeln.
Irgendwann glaubt uns das Männlein dann und stellt den ganzen Krempel wieder so um, wie er sein sollte. Naja eigentlich stelle ich es um, aber er sagt mir, was ich alles anklicken muss. Am Ende sind wir wieder genau da, wo wir angefangen haben, nur mit zwei Häkchen hier und da weniger. Und was soll ich sagen..Es funktioniert. Endlich. Ich weiß nicht, was der Techniker vor drei oder vier Jahren da gemauschelt hat, aber jetzt ist irgendwie alles anders. Solange es funktioniert, soll es mir ja Recht sein..

Auf die Frage, was nun mit den Hinweisen sei, die der Sklave vorher uns gegeben hat, antwortet der Kollegensklave einfach „Ach..der hat einfach keine Ahnung“..

Wirklich gut zu wissen, dass man sich jederzeit in die fähigen Hände des Magenta Supportteams begeben kann.

17 Gedanken zu “Die mit dem roten T

  1. Theorie ist, wenn es funktionieren soll, aber nicht klappt.

    Praxis ist, wenn es nicht funktionieren darf, aber hervorragend klappt.

    Hauptsache es läuft, darüber hinaus stellen wir doch besser keine Fragen,oder?!

  2. Es hat schon seinen Sinn, dass ich dort schon lange nicht mehr bin. Als jemand mit technischer Ausbildung haben es die „Supportsklaven“ natürlich schwer, einem jeden Mist zu verkaufen. Und das gab dann immer ganz schnell eine ganz große Eskalation. War mir dann zu energieverschwendend.

    Allerdings: den richtigen Anbieter habe ich noch nicht gefunden. Beim zweitbesten fältl das Netz des öfteren aus, ein anderer hat immer nachts Wartungsarbeiten – dann, wenn ich dringend mit dem Netz arbeiten muß – und ein Dritter hat dann noch so weitere Mängel.

    Und fast jedes Mal will einen der Support abwimmeln. Die Ts haben es immer mit „wenn das jetzt aber kein Störungsfall ist udn ich das aufnehme, kostet es sie Geld“ versucht, andere versuchen es mit elendig langen Checklisten. Allerdings sind das dann immer nur Erstversuche bei mir 😉

    Aber gut, ist halt Großstadt hier. Da hat selbst die uestra Probleme mit der Anzahl der Messebesucher oder Fußballfans. Die kommen immer so zahlreich – und völlig überraschend …

    • Bei uns wird jetzt -Dank der Hausverwaltung- bald umgestellt auf die mit der bunten Artischocke..oder Ananas..irgendwie sowas..bin ja mal gespannt, wie die so sind.

      Dieser komische Hampel am Ende..der war so arrogant, dass mein Bruder dem fast mit dem nackten Arsch durchs Telefon gesprungen wäre..Ises denn wirklich so schwer Kunden, die da anrufen, weil die TMännlein zu dämlich sind ihre Anleitungen eindeutig zu schreiben, mal ein bisschen freundlich zu behandeln?

      • Hm, Anleitungen schreiben sollten die Experten. Das habe ich übrigens aus gelernt 😉

        Arrogant sind die meistens, weil sie immer denken, dass sie den dummen 08/15-Bürger vor sich haben. Trifft eben nicht immer zu, ganz besonders nicht, wenn sich der in der Klemme sitzende schon ausführlichst bemüht und informiert hat.

        Aber anstelle dann ihrem Service nachzugehen, versuchen sie eben, den arroganten Schnösel raushängen zu lassen, weil der Kunde ja dumm und abhängig von ihnen ist. Meinen sie.

        Wenn ich in solchen CallCentern anrufe, lasse ich mir immer den Namen geben. Verstehe ich ihn zu anfang nicht, frage ich nach. Bis ich ihn habe. Und beginne dann das Gespräch. Läuft es mir zu dämlich, weil das Gegenüber meint, mich veralbern zu können, frage ich nach, ob er mir den Namen des Aufsichtsratsvorsitzenden geben könne. Und mir seinen eigenen Nachnamen noch mal buchstabieren würde. Reicht oft schon. Reicht es nicht, gibt es tatsächlich von ganz oben Kloppe. Ist mühsam, aber schließlich soll er sich auch ans Gespräch erinnern. Und ich will so etwas ja nicht mit leeren Drohungen enden lassen, verliert ja an Wirkung, wenn nix folgt.

      • Ich habe nur Erfahrung mit Labortechnikern und entsprechend vorausgehenden Kundendiensten. Das ist eine ganz andere Kategorie. Die sind nett, die reden wie zu einem erwachsenem Menschen mit einem.
        Ich denke, ich werde demnächst deine Taktik befolgen.

        Gestern hat sich der Servicedienst erdreistet anzurufen und zu fragen, ob wir mit dem Service zufrieden waren. Zum Glück haben weder ich noch Brüderchen das mitbekommen…das hätte vermutlich etwas unfreundlich geendet.

      • Oh ja,
        diese Anfragen bekomme ich dann meist per Mail. „Dauert auch nur ein paar Minuten“, heißt es da. Und natürlich müsste man dann in NoScript wieder 20.000 Domains freigeben, weil die das scheinbar nicht gebacken kriegen, alles unter einer Domain zu hosten.

        Ist mir inzwischen zu dämlich und zu mühsam – und bleibt somit unbeantwortet. Ich hoffe ja immer, dass das dann wenigstens als „Nein“ gewertet wird.

  3. Achja. Bin ich froh, dass der Bär einen Firmenvertrag bei Nicht-T-Zeug-irgendwas-von-Kabel-fassel-Leute hat.

    Durch den Status als Firmenkunde ist hier deutlich höhere Priorität gesetzt. Länger als 24h Offline? Uiuiuiui. Das wäre ein Skandal. Da wird panisch der Techniker raus gesandt, damit auch alles so schnell wie möglich wieder läuft. 😀

    Da lohnt sich auch der Aufpreis. 😉

    Viel schlimmer finde ich als den Support nebenbei die Drosselung. Gerade wenn man häufig viel im Netz unterwegs ist und dabei viel hoch- und runterlädt (und damit meine ich nicht mehr halb- oder illegale Sachen… bei mir ist z.B. die Dropbox immer fleißig am Werkeln, ich schaue regelmäßig Streams, Youtube, spiele auch noch Online-Games…) – Am Ende des Monats bemerkte ich zumindest bei YouTube immer, wie die Videos auf einmal nicht mehr geladen wurden. Aber wehe ich habe dann das YouTube-Megenda-T-Plugin aktiviert. Videos, die vorher STUNDEN brauchten um zu laden (schön, wenn man einfach nur Musik hören will -.- und ich rede hier von 2 – 5 Minuten-Videos…), waren auf einmal in wenigen Sekunden fertig geladen.

    *Kopf schüttel*

  4. Das sind halt die Telekomiker. Hast Du etwas anderes erwartet? Ich bin bei einem anderen Anbieter und hatte auch erst vor kurzem ein Routerproblem. Bin erst in den Laden gegangen und dort haben sie meine Beschwerde aufgenommen. Am nächsten Tag hat sogar schon ein Techniker angerufen. Ich bekam kostenfrei einen Splitter zugeschickt. Mit dem funzt es wieder.
    Fütter mal die Suchmaschine mit einer Steckdose, der praktisch über die Wohnungsstromversorgung das WLAN leitet. Klingt komisch, aber ich habe das von meinem EDV-Dozenten an der IHK. Finde leider grad den Zettel mit den Notizen nicht. Kostet um die 100 Euro. Eine Dose beim Router rein, eine beim Computer.

    • Ich glaube, du meinst eine Bridge. Ich habe den Repeater jetzt einigermaßen ans Laufen bekommen. Mein alter Router ist definitiv hinüber, da tut sich nichts mehr. Der neue kann jetzt bis zum Anbieterwechsel bleiben. Danach muss ich ohnehin mal schauen, wie es Netztechnisch weitergeht. Aber so geht es erstmal. Nicht schön, aber selten..

      • Hm, ich vermute @Rena meint die Geräte, die unter dem Namen „Powerline“ von diversen Herstellern vermarktet werden. Die Stellen das LAN über das Stromnetz zur Verfügung und bieten je nach Ausführung dann auch noch WLAN an. Einer der Adapter wird mit dem Netz (WAN oder WWAN) verbunden und in die Steckdose gesteckt, die anderen dann nur in die Steckdose. An ihnen kann man dann per RJ45 ein Netzwerkkabel anstöpseln und ggf. noch per WLAN Verbindung aufnehmen.

        Eine Bridge ist dann noch etwas anderes 😉

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