Cobalt

Kennt ihr das? Ihr seht was, was ihr total gerne hättet, oder gerade super nützlich wäre, oder, im Bestfall, gleich beides.

So ist das bei mir mit einem Tablet PC. Für die Uni ist so ein Dingen unheimlich nützlich. Man kann alle Vorlesungen auf das Teil werfen und hat immer alles dabei. Außerdem kann man die dicken drölfzigtausend Seiten Bücher als Ebook auch noch gleich darauf lesen und muss diese Papiermonster nicht mit sich herumschleppen. Hat man ein entsprechendes Programm und einen entsprechenden Touch-Pen, kann man sich sogar die Notizen direkt in das Vorlesungs PDF bauen und muss nicht immer hunderte Seiten Skript drucken, schleppen, usw. Kurz: So ein Dingen wäre eine wirkliche Erleichterung im Uni Alltag. Leider sind die wirklich teuer. Nach kurzer Ansicht des Kontostandes war klar: theoretisch wäre es drin, sich so ein Dingen anzuschaffen. Theoretisch. Aber das Eine kennt ihr sicher auch: Immer, wenn man sich etwas teures anschafft, passiert kurz darauf irgendwas, was dazu führt, dass man das Geld, das man gerade mehr oder weniger aus dem Fenster geworfen hat, dringender braucht, als das, was man sich für das Geld angeschafft hat.

Und ich sach noch- Kauf das Ding jetzt besser erstmal nicht, nachher brauchste das Geld dringender für was anderes. Und Tadaaaaa!
Als hätte das Universum mich gehört, schaut mich Mittwochabend Cobalt mit schiefem Kopf an. Tiere, wie Menschen, werden ja mit Vorliebe immer dann krank, wenn gerade kein Arzt greifbar ist. Also recherchiere ich erstmal. Mein Tierarzt hat zwar auch einen Notdienst, aber man will ja auch nicht wegen nix da anrufen. Man wartet ja meist erst ab und so.. Und wie das bei Recherche so ist- eigentlich macht man es dadurch nur noch schlimmer. Da liest man Dinge wie Schlaganfall, Hirntumor, ZNS Schädigungen, Parasiten, Entzündungen jeglicher Art und was nicht noch alles als Ursache für einen Schiefkopf. Auf schlau heißt das übrigens Vestibular Syndrom. Das bestätigt mir auch der Tierarzt, den ich am nächsten Tag aufsuche. Im Prinzip ist es eine Schädigung des Gleichgewichtsinns. Um diese auszugleichen, hält der Möppel den Kopf schief. Weil man aber nur schwer sagen kann, welche Ursache zugrunde liegt, bekommt der kleine erstmal eine Spritze mit Kortison, einem hochdosiertem Vitamin B Komplex und Lactat Ringer Lösung. Außerdem bekommt er ein Antibiotikum. Antimon bekommt das AB aus Solidarität gleich auch mal. Nein, ist Quatsch. Er ist verschnupft und weil es ihm nicht so ergehen soll wie Cobalt, bekommt er nun auch erstmal Medizin. Allerdings ist er eine ganz schöne Memme, wenn es darum geht seine Medizin zu nehmen.

Heute war der Kontrolltermin beim Tierarzt. Der Kopf ist immernoch schief, aber es geht dem Möppel soweit gut. Er kann fressen, er kann an seine Trinkflasche und klettern kann er auch. Naja mehr oder weniger. Eigentlich soll er das nicht, aber verbiete mal einer Ratte zu klettern. Das sind alles gute Zeichen, denn so wie es aussieht, ist das Krankheitsbild auch gern mal durchaus schlimmer. So mit ständigem im Kreis laufen, Futter nicht mehr festhalten können und beim Laufen umfallen. Alles so Sachen, die man so gar nicht haben will.
Der Tierarzt sagt auch, dass noch kein Grund zur Sorge besteht. Es kann durchaus einige Zeit dauern, bis sich Besserung einstellt. Im Internet habe ich gelesen, dass bei Hunden nach 2-3 Tagen zunächst die Übelkeit und das Erbrechen vergehen. Da Ratten aber nicht erbrechen können, bin ich mir nicht sicher, ob ihnen übel werden kann..
Er, der Tierarzt, hat mir für die Nacktschwanzspeckmaus nun neue Medikamente mitgegeben. Vitamintabletten und Cerebrum. Das sind homöopathische Tropfen, die auch das Gehirn passieren sollen. Ich halte ja nicht so viel von Homöopathie, da ich der Meinung bin, dass es keinen Arzt braucht, um Zucker in ne Wanne zu werfen, aber es geht hier nicht um mich. Der TA sagt, er habe damit schon gute Ergebnisse erzielt und nur das ist es, was zählt. Bis zum Ende der Woche bekommt er nun beides, zusätzlich zum Antibiotikum. Eine Spritze hat der kleine tapfere Möppel auch wieder bekommen. Auffrischung des Cortisons und der Vitamine.

Ich hoffe, ich kann bald etwas positives vermelden. Es zerreißt mir das Herz, den Kleinen so zu sehen. In vielen Fällen bildet sich der schiefe Kopf nicht mehr zurück. Wenn zu viel Gewebe im Innenohr geschädigt wurde, bleibt der Kopf schief. Die Ratte glaubt dann, sie hält den Kopf gerade. Wie ich gelesen habe, kann man als Ratte damit ganz gut leben. Man muss nur alles Absturzsicher gestalten. Schauen wir mal.

Ich hoffe natürlich, dass sich sein Zustand noch bessert, aber wenn nicht, hab ich ihn auch mit schiefem Kopf lieb.

9 Gedanken zu “Cobalt

  1. Oje. Cobald, werd wieder gesund. Sonst kommt das böse, wilde Wölfchen und knuddelt dich einmal feste durch! *nick nick*

    Was Homoöooooooo…. ach das Zeugs da eben angeht:
    Ich bin da auch sehr kritisch – aber nur weil es viel Zeugs gibt, was Zucker in Rest in Wasser ist – oder wie der Kinderdoc immer so schön sagt: Glaubuli – heißt das ja nicht, dass alles Mist ist.
    Einmal in meinen Leben hab ich auch Homoöooooooooooooooooooo – scheiß Wort – genommen. Das war irgendwas für die Nerven. Also die psychischen, nicht die physischen. Die haben mir immer im ersten Augenblick sehr geholfen – ob nun aus wirkungstechnischer oder Placebo-Sicht ist ja erst mal Schnuppe. xD

    Gut. bei einer Ratte scheidet der Placebo wohl eher aus.


    Wobei… wenn ich mir da so die „Wirkstoffliste“ da drin mal so anschaue… >_<

    • Ich verspreche mir auch erstmal nicht zu viel davon, aber versuchen kann man es ja mal. Hauptsache dem Kleinen gehts bald wieder gut. Ich habe damals zum Examen häufig BachblütenBonBons gelutscht, da ich bei zu viel Nervösität gerne mal meine Fähigkeit zu jeglicher Artikulation verliere. Wenn man zwei auf einmal genommen hat, haben die mir auch geholfen. Ob es an den Blüten lag, oder daran, dass ich irgendwie abgelenkt war, oder eben am wunderbaren Placeboeffekt, weiß ich auch nicht. Aber manchmal ist das „Warum?“ ja auch eher zweitrangig. Und ich glaube, dem Möppel ist es egal, was ich in ihn reinkippe. Der wird alles unangenehm finden. Immerhin die Tablette gibts mit nem fetten Klecks Leberwurst. ^^

  2. Da meld ich mich nach langer Zeit auch mal wieder zu Wort – bin ja eher stille Mitleserin😉
    Ich will auch keine Diskussion pro/contra Homöopathie anzetteln, aber ich erzähl einfach eine kurze Geschichte:
    Nachdem wir schon überlegt hatten, ob wir für meinen armen Gaul nicht doch den Abdecker bestellen müssen, weil der „normale“ Tierarzt gesagt hat, das Tier ist austherapiert und das wird nix mehr (ganz schlimmes Asthma, total abgemagert und mit Reiten war natürlich nix – und er war erst 7 Jahre alt O_O) haben wir über 3 Ecken von einem homöopathischen Tierarzt erfahren. Und der hat mein Pferdchen rein mit homöopatischen Mitteln wieder hingekriegt. Er wurde 27 Jahre – leider hat ihn dieses Jahr Ostern eine Kolik dahingerafft😦
    Allerdings hat der Tierarzt eine akribische Erstanamnese bei ihm gemacht. Und weil Pferde ja nicht reden können, mussten wir verschiedene Sachen mit ihm ausprobieren und testen. Unter anderem z.B. ob er Bier trinken würde (bitte verschiedene Sorten ausprobieren) oder Snickers mag. Vorm Snickers ist er schnaubend abgehauen und Bier fand er nicht so prickelnd, er hat immer nur probiert.Das Pferd meines Dads hat sich hingegen immer auf die Eimer gestürzt … den mussten wir mit Gewalt entfernen *g*
    Was ich sagen will: Homöopathie kann mehr, als man „beweisen“ kann – und nein, wie man im Bereich der Tiermedizin sieht, es kann nicht nur ein Placeboeffekt sein.
    (Von mir selbst rede ich gar nicht – Neurodermitis – aber seit über 30 Jahren Cortisonfrei🙂

    Ich wünsche den Tierchen auf jeden Fall gute Besserung!

    • Wie gesagt, wenn es hilft, ist es dem Patienten -oder im Fall von einem tierischen Begleiter- dem Besitzer des Patienten vermutlich egal, wieso es wirkt, solange es wirkt. Es ist schön, dass es dem Tier geholfen hat und du scheinbar auch gut damit fährst. Hier scheint es nicht zu wirken. Der Kopf ist immernoch schief. Jetzt kann ich natürlich nicht sagen, ob es daran liegt, dass das Mittel nichts bringt oder ob es einfach bereits zu spät gegeben wurde. Mal schauen, was der Tierarzt nachher noch so anzubieten hat. Wenn es dazu führt, dass es meinem Kleinen gut geht, spring ich auch gern mit Leuchtfarbe bemalt ums Feuer und heule die Götter an. Hauptsache, es hilft.

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