Meet the Schnecks

Wer mir bei Twitter folgt, weiß, dass seit letzter Woche Karl Otto Schneck bei mir wohnt. Karl Otto Schneck ist eine Achatschnecke. Wer nicht weiß wie eine Achatschnecke aussieht, der klicke bitte hier, hier und hier. Ich habe zwar Bilder von Herrn Schneck, aber braunes Schneckenhaus auf braunen Kokosfasern..ihr versteht. Ich weiß ja auch nicht wie Schneckophil meine Leser so sind..Will ja hier niemandem Instant Herpes verschaffen und so. Man kennt das.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Schnecken bei mir beherrbergen würde und tatsächlich kam Herr Schneck auf eher spontane Weise zu mir.
Ich dachte vor einiger Zeit darüber nach, mir andere Viecher zuzulegen, über die ich noch bloggen werde, wenn sie dann da sind, deswegen verrate ich auch noch nicht um was es sich handelt. Als diese Pläne konkreter wurden, wurde es Zeit sich um eine Behausung für besagtes Viehzeug zu organisieren. Ein Terrarium musste her. Da die Angebote bei Ebay aber eher so mittelgut waren, fragte ich meinen Bruder, ob der nicht jemanden kennt, der gerade zufällig eins abzugeben hätte. Und tatsächlich, eine Bekannte von ihm wollte ihres gerade verkaufen.

Wir fuhren also zu ihr, um das Ungetüm abzuholen. 80 cm hoch. Bekomm das mal in so nen kleinen Corsa… Ich betrat die Wohnung und da waren Räume voller Tiere. Von Leguan über Schlange, über Einsiedlerkrebse, über kleinen Spinnen..da war echt alles. Und eben auch ein kleines Becken, an dessen Wände mehrere Schnecken vor sich hin glitschten. Und Euphorisch, wie ich beim Anblick von Tieren aller Art nunmal bin, brüll ich gleich: „Himmel, was hast du denn da für tolle Schnecken?!“. Und als Antwort bekomme ich: „Achatschnecken. Willste eine haben? Ich kann die ohnehin nicht alle behalten. Ich hab auch noch ein Becken für dich, das kannste so mitnehmen, das brauche ich sowieso nicht mehr.“

Klar, sag ich da nicht nein. Und bevor ich weiß, wie mir geschieht, hocke ich zu Hause und habe eine Schnecke. Eine Schnecke, deren Haus mal eben 15cm groß werden kann. Eine Schnecke, die bis zu 7 Jahren lebt. Eine Schnecke, die sich wohler fühlt, wenn sie Gesellschaft hat. Auch wenn die Vorbesitzerin mir von weiteren Schnecken abrät, wegen der vielen Eier, möchte ich nicht, dass Karl Otto sich einsam fühlt. Ich kann ein Tier, dass Artgenossen braucht, nicht einzeln halten, damit ich es leichter habe.
Am nächsten Tag ziehe ich aber erstmal los und suche Einrichtung für Karl Ottos neues zu Hause. Kokosfasern mit Calciumreichen Vogelsand als Bodengrund (Beim nächsten Wechsel werde ich den Sand durch Kalk ersetzen. Brauche aber noch etwas, mit dem ich den Boden pH messen kann und natürlich Kalk.) Eine kleine Bromelie als Deko und ein umgekippter Blumentopf zum Verstecken. Und natürlich ein Futternapf und ein Schälchen mit Wasser und Sepiaschalen zur Kalkaufnahme. Für den kleinen Kalksnack zwischendurch liegen auch Eierschalen bereit. Außerdem habe ich mir so eine fröhliche Sprühflasche gekauft, da die Schnecks es gern feucht haben. Also besprühe ich den Beckeninhalt zwei Mal am Tag.

Nachdem das Becken eingerichtet ist, stellt sich noch die Frage nach der Gesellschaft. Im Internet werden einem Achatschnecken hinterhergeworfen. Die sind auch nicht besonders teuer, aber bei den kalten Temperaturen mute ich es keinem zu, die Tiere durch halb Deutschland zu schicken und in der Nähe gab es niemanden, der Achatina fulica verkauft hätte. Also pilgere ich ins Zoogeschäft in der Nähe. Die haben eine große Terra Abteilung und die Vorbesitzerin von Karl Otto sagte, die hätten auch Achatschnecken. Haben sie tatsächlich. Ich stand allerdings vor einem leeren Terrarium und dachte schon, ich sei umsonst gekommen, aber die zahlreichen Schnecken hatten sich nur eingegraben.

Derzeit sind die alle so ein bisschen in einer negativen Aktivitätsphase. Im Winter gehen die nämlich in die Trockenruhe. Heißt, die pennen dann. Da sie ursprünglich aus Afrika stammen, und es da, während wir uns die Popos abfrieren, brüllend heiß wird und eben trocken, deckeln die sich um diese Zeit ein und sind dann einfach ein bisschen inaktiv.

Jedenfalls habe ich mir die zwei kleinsten Schnecken ausgesucht, die sie da hatten, denn Karl Otto ist erst winzige drei Zentimeter groß. Die beiden neuen sind ein wenig größer, aber ich glaube, das macht Herrn Schneck nichts. Als ich die beiden ins Becken setze, kommt er ganz neugierig zu ihnen geglitscht. Ich glaube, er hat sich gefreut, dass er endlich Gesellschaft hat. Die drei schlafen jetzt auch alle ganz nah beieinander. Die zweite Schnecke heißt übrigens Elfriede Schneck. Für die dritte Schnecke habe ich noch keinen befriedigenden Namen gefunden. Wer einen Vorschlag hat, der zu den beiden anderen Namen passt, möge diesen Kund tun.

Beim dritten Schneck bin ich mir zuerst gar nicht sicher, ob da überhaupt noch Leben im Schneckenhaus herrscht. Während Elfriede schon fröhlich aktiv durch die Tansportbox glitscht, ist der Namenlose so weit in seinem Haus verschwunden, dass ich denke, der sei tot. Zu Hause angekommen wirft Elfriede sich gleich auf ein Salatblatt, um dann im fliegenden Wechsel ein Stück Möhre in Angriff zu nehmen. Karl Otto eilt zu ihr, um zu ergründen, was der Tumult im Becken soll. Der Namenlose wird von mir erstmal besprüht. Nach einiger Zeit sehe ich ihm dabei zu, wie er nach einem Salatblatt angelt. Jetzt liegt er eingegraben im Boden und pennt. Wie die anderen auch. Karl Otto hat sich wie immer unter einem Salatblatt verkrochen. Das macht er gern. Elfriede liegt ebenfalls rum und schläft.

Da sie nun zu dritt sind, wird es bald die ersten Eier geben. Das heißt für mich jede Woche im Boden wühlen und Eier suchen. Die kommen dann für einige Zeit in den Froster, damit sie nicht schlüpfen. Da ein Gelege aus mehreren hundert Eiern bestehen kann, würde ich nach ein paar Malen Eier legen in einer Flut aus Schnecken begraben werden. Einfach wegschmeißen darf ich die Eier nicht, denn dort würden sie trotzdem schlüpfen. Das wäre in etwa so, als hätte ich die Schnecken ausgesetzt und das ist verboten, weil es unsere Fauna hier beeinflussen kann. Und auch die Flora, denn anderswo sich Achatschnecken echte Schädlinge. In den USA z.B. ist die Haltung bei Strafe verboten.
Da wir aber hier noch nicht soweit sind, erfreue ich mich jetzt an meinen drei neuen Mitbewohnern. Ich hoffe, dass ich alles richtig mache.

16 Gedanken zu “Meet the Schnecks

  1. Heinrich von Schneck😀
    Hilde von Schneck
    Wenn wir denn schon bei hässlichen Namen sind *gnihihihi*

    Schnecken… warum ausgerechnet… SCHNECKEN? Könnte ich mir nicht vorstellen, auch wenn ich Achatschnecken schon reichlich auf Bildern bewundert habe.🙂

    • Die sind tatsächlich interessant, wenn man sie einmal bei sich sitzen hat. Ich habe ihnen heute angeregt dabei zugesehen, wie sie Sepia von der Sepiascheibe abgeraspelt haben. ^^
      Außerdem sind sie perfekte Studentenhaustiere. Kosten nicht viel, brauchen nicht viel und man hat trotzdem was zu gucken. Und ich guck doch so gerne Dingen (und Tieren) beim Wachsen zu. ^^
      Vielen Dank für die Namensvorschläge.😉

  2. Wie wäre es mit „Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester von und zu Weinberg“ ? Kannst ihm auch nen Doktortitel vorne dran tackern, fragt keine Schnecke nach…😉

  3. Ich schließe mich dem Votum für „Ed von Schneck“ an^^
    Schnecken finde ich auch toll. Aber irgendwie gilt das für ziemlich viele Tiere, darunter einige, die andere sicher auch eher gruselig finden. Z.B. Fauchschaben (die finde ich faszinierend, seit ich sie vor laaaaaaaanger Zeit bei den zool. Bestimmungsübungen auf der Hand hatte), Stab- oder Gespenstheuschrecken, ungefährliche Schlangen (letztere würde ich aber aus Tierschutzgründen wohl nie halten) und natürlich auch Ratten und Mäuse🙂

    • Wenn mal versehentlich eine schlüpft, schick ich sie gern zu dir.😉
      Ich habe neulich mal aufgezählt, was ich alles gern hätte und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich später mal einen kleinen Zoo haben werde.
      Fauchschaben finde ich auch super. Allein schon, weil sie einen anfauchen😀 Aber auch Hirschkäfer fauchen einen an, wenn man ihrem Baum zu nahe kommt. Leider leben die nur einige Monate als Käfer.
      Stabschrecken finde ich auch super. Ich überlege, ob ich mir nicht ein kleines Becken zur Haltung einer Gottesanbeterin bastle. Wenn ich irgendwann mal eine eigene Wohnung habe, werden da auf jeden Fall verdammt viele Terrarien stehen.😀

  4. Rein schlangentechnisch schön sind auch Scharlachnattern http://de.wikipedia.org/wiki/Scharlachnatter oder rote Königsnattern http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_K%C3%B6nigsnatter – die ungiftigen Nicht-Verwandten der schwer giftigen Korallenottern. Findet man übrigens auch immer wieder als „Double“ in allen möglichen Hollywood-Produktionen. Ich amüsiere mich immer nattern-königlich, wenn im Actionfilm mal wieder jemand von einer Königsnatter gebissen wird und dann den Helden- bzw. Neurotoxin-Tod stirbt…😉

    Das Wahlspruch lautet: Red on yellow, poison fellow; red on black, safe from attack.

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