Eine schneckliche Geschichte

Es wurde nach Schneckenbildern verlangt. Schließlich hat sich seit dem letzten Mal einiges im Schneckenbecken getan. Elfriede, Ed und Friedbert schnecken immer noch glücklich durchs Becken.

Vor ein paar Monaten kam mein Bruder zu mir und fragte von Karl Ottos ehemaliger Besitzerin, ob ich nicht noch eine Schnecke aufnehmen möchte. Eine sogenannte White Jade. Das ist eine Achatina fulica, die einen albinotischen Körper hat. Und da ich mich ohnehin nach einer White Jade umgesehen hatte, habe ich sie kurzerhand aufgenommen. In all meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich, ich bekomme eine niedliche kleine Schnecke zum Knuddeln und Wuddeln.
Holla, die Waldfee, sagt: Am Arsch!
Was ich bekam war ein riesen Vieh von 10 cm Hauslänge.

Huiii

Huiii

Hier mal ein Größenvergleich. Oben ist eins der drei Schnecks, unten, wie man unschwer erkennen kann, das Riesenschneck. Ich habe es Gertrude getauft. Lustiger Weise hat es Gertrude geschafft, die drei Anderen zu aktivieren. Seit sie da ist, sind sie viel aktiver und haben plötzlich auch viel mehr Interesse daran zu wachsen und quatsch zu machen.

Das gefährliche Rochenschneck

Das gefährliche Rochenschneck

Hier sehen wir das gefährliche Rochenschneck beim Heilerdebad. Auf Heilerde steht Ed total. Immer, wenn ich es neu befülle, kriecht er rein, macht sich ganz platt und bleibt ein Weilchen regungslos liegen. Das sieht dann so aus wie auf dem Bild. Ich glaube, der Heilerde ist es auch geschuldet, dass Ed in seinem Wachstum regelrecht explodiert ist. Er ist mittlerweile fast so groß wie Gertrude.

Das seltene Bromelienschneck

Das seltene Bromelienschneck

Hier haben wir das seltene Bromelienschneck. Beachten Sie genau, wie es sich als Bromelienblatt tarnt und dabei mit einem Auge seine Umgebung erkundet.
Elfriede liebt es in der Bromelie zu schlafen. Leider sind Bromelien zu groß, weswegen ich sie nach diversen Vorfällen lieber durch eine etwas kleinere Pflanze ersetzt habe.

Fluchtversuch

Fluchtversuch

Sowas passiert dann nämlich. Hier habe ich ihn gerade noch erwischt. Ein anderes Mal hatte ich nicht so viel Glück. Da machte ich das Becken sauber und vermisste Ed und Friedbert. Ist auch schon ne Kunst seine Schnecken zu verlieren. Brüderchen half mir beim Suchen. Ed hockte pennend und wohl auch frierend unter dem Schränkchen, auf dem das Becken steht. Friedbert war erst mal unauffindbar. Klar, die Bude steht seit der Baustelle voll von irgendwelchem Zeug. Ein Paradies zum Verstecken. Als Brüderchen nachsehen wollte, ob Friedbert vielleicht unter die Couch gekrochen war, hörte ich nur noch schallendes Gelächter. Grund dafür?

Haltet ihn!

Haltet ihn!

Der Herr hatte es sich im ingesourcten Garten bequem gemacht und schneckte fröhlich seines Weges.

Ja, man hat schon allerhand Action mit den Viechern, wenn man es richtig macht.
Da die große Gertrude und der kleine Friedbert beide bereits geschlechtsreif waren, dauerte es auch nicht lange, bis ich beim Saubermachen das erste Gelege fand. Zwei Eier habe ich davon zum Ausbrüten behalten. Die anderen kamen in den Froster.

Ein neues Schneck

Ein neues Schneck

Das kam aus einem der beiden zurückbehaltenen Eier. Ein klitzekleines Schneckchen, gerade mal ein paar Millimeter groß. Mittlerweile hat es Farbe bekommen und ist ganz kräftig gewachsen. Es ist bestimmt schon drei Zentimeter groß. Derzeit wohnt es als Untermieter in einem anderen Becken.

Von einem Kumpel meines Bruders bekam ich ein großes Aquariumbecken geschenkt, weswegen ich plötzlich wieder Platz für ein paar Schnecken mehr hatte. Daher habe ich mich in den Kleinanzeigen nach einigen Schnecks umgesehen und wurde fündig. Vier Schnecken sollten es werden. Eine Wildfarbene und drei sogenannte Two Tones. Die Two Tones fand ich unheimlich schön, weswegen ich gleich verliebt war.

Als sie dann bei mir zu Hause waren, fand ich heraus, dass es sich bei den Two Tones nicht um die von mir gehaltenen Achatina fulica, sondern um Achatina immaculata handelte. Blöd, wenn der Verkäufer einem was anderes erzählt. Nun saß ich auf drei Schnecken, die ich nicht zu den anderen setzen konnte, weil die sich irgendwann untereinander verpaaren und irgendwelche nicht gewollten Hybriden zeugen würden. Das geht so nicht. Nun musste ich mir überlegen, ob ich sie abgeben oder behalten soll.

Two Tone Knubbel

Two Tone Knubbel

Als könnte ich sowas niedliches einfach abgeben. Es musste also ein Heim für die Kleinen gefunden werden. Die erste Zeit wohnten sie in einer kleinen Ratten Transportbox. Mittlerweile haben sie ein etwas ansprechenderes Domizil.

Das Schwedenhaus

Das Schwedenhaus

Das ist das Haus der Two Tones. Da es sich hierbei um ein Gewächshaus des schwedischen Möbelhauses handelt, nenne ich sie liebevoll die Schwedenschnecks. Daher ihr nordisch angehauchter Nachname: Schneckson. Vor kurzem ist das kleine Schneckenbaby zu den Schnecksons gezogen, da seine Heimchenbox etwas zu klein wurde. Leider ist es den Schwedenschnecks eindeutig etwas zu kalt, weswegen bald noch eine kleine Heizmatte an das Häuschen gebastelt wird. Es soll ihnen ja schließlich gut gehen.

Neulich erst begab ich mich mal wieder auf Eiersuche. Derzeit wollen mich die von Schnecks allerdings wirklich verarschen, denn sie produzieren keine vollständigen Gelege mehr, sondern immer mal wieder zwei, drei Eier, die sie einfach unmotiviert durch die Gegend fallen lassen. Einmal mit Profis arbeiten. Ich erkläre mir das so, dass Elfriede und Ed die Geschlechtsreife erlangt haben und deswegen ein paar Probeeier produziert haben. Das passiert wohl, wenn Schnecken noch nicht so geübt im Erwachsensein sind. So begab es sich also, dass ich ein Ei fand und dieses aus der Erde fischen wollte. Allerdings entglitt es mir und war weg. Ich habe ewig lange gesucht, doch ich habe es nicht mehr gefunden.

Irgendwann letzte Woche habe ich es dann gefunden.

Ei entwickelt sich zu MikroKnubbel

Ei entwickelt sich zu MikroKnubbel

Es hatte sich zu einem Mikroknubbel weiterentwickelt und hockte dreist an der Scheibe. Soviel Kühnheit konnte ich schlecht mit dem Froster bestrafen, deswegen wohnt der kleine Knubbel nun in der Schnecken WG, bis der Kindergarten hier Einzug hält.

Die Schnecken WG besteht derzeit aus drei Schnecken. Zwei davon sind Findelschnecken, die ich hier bei mir überwintern lasse. Eine von beiden hing in dem Farn, den ich für die Farnschrecken aus dem Wald geholt habe. Plötzlich hing sie klein und schlafend am Fliegengitter und bewegte sich nicht. Ich habe sie also kurzerhand abgepflückt und sie bei mir einquartiert. Ich habe noch immer nicht die geringste Ahnung, was für eine Schnecke sie mal werden will, wenn sie groß ist.

Kleines Findelschneck

Kleines Findelschneck

So sah sie aus, als ich sie gefunden habe. Da war sie vielleicht zwei Millimeter groß.

großes Findelschneck

Großes Findelschneck

Und so sieht sie heute aus. Sie ist ein ganzes Stück größer geworden und scheint sich ein nobles rosa Häuschen zuzulegen. Ich tippe vorsichtig darauf, dass es eine Bänderschnecke werden könnte. Ich werde es sehen, wenn sie etwas älter ist. Im nächsten Frühjahr werde ich sie an die Stelle zurückbringen, an der ich den Farn gepflückt habe. Jetzt ist es bereits zu kalt dafür. Sie würde erfrieren, da sie sich nicht auf den Winterschlaf vorbereiten konnte. Der andere WG Mitbewohner ist eine keine, verfressene Nacktschnecke, die ebenfalls nächstes Frühjahr an die Luft gesetzt wird. Von ihr habe ich aber bisher kein Foto.

Nächste Woche fahre ich wieder in Giesberts Gefilde. Dort beherbergt der Mann für mich den Kindergarten. Acht kleine Achatina fulica Vollalbinos. Ich wollte zwar anfangs nur zwei, aber ob jetzt zwei oder acht..was soll der Geiz.

Kindergarten

Kindergarten

Sind sie nicht süß? Der Mann hat heute mal durchgezählt und scheinbar sind es nur noch sieben. Entweder, er hat am Anfang falsch gezählt, oder jetzt. Oder einer der Knubbel hat es nicht geschafft und wurde der Nahrungskette zugeführt. Aber ob sieben oder acht Knubbels, ich habe sie jetzt schon alle lieb. Guckt doch nur wie niedlich die sind!

Sobald sie hier sind, wird dann der große Umzug beginnen. Die großen Schnecken ziehen in das große Becken, der Kindergarten kommt in das kleine Becken. Die Schnecksons bleiben erst mal wo sie sind, bis sie sich dazu entschließen zu wachsen. Dann kommen sie in mein Back up Becken, dass noch bei einer Bekannten steht. Ein Becken werde ich wohl noch brauchen, aber erst, wenn alle Schnecken größer sind. Und das dauert zum Glück noch einige Monate.

Wie sich die Babyschnecken entwickeln, werde ich euch hier natürlich in regelmäßigen Abständen berichten.

Ich glaube, ihr seid jetzt wieder auf dem neuesten Schnecken Stand. Ich habe natürlich noch drölfzig Fotos von den Schnecks, aber ich brauche ja noch ein paar, die ich in zukünftige Posts einbauen kann.

Hiermit verabschiede ich mich ins Wochenende und wünsche euch ein schönes selbiges. Ich weiß ja nicht, was ihr so treibt, aber die Schnecken und ich, wir werden…

Fernsehschneck

Fernsehschneck

2 Gedanken zu “Eine schneckliche Geschichte

  1. Wie niedlich! *.* Ich mag Schnecken ja total! (..und rette sie ständig, wenn sie vor’m Haus auf dem Fußweg rumkriechen, mit dem Risiko, von achtlosen Menschen zertrampelt zu werden…)
    Aber ich wäre im Leben nicht drauf gekommen, dass man Schnecken als Haustiere (?) halten kann.

    Obersüß!

    • Doch doch, das geht ganz wunderbar. ^^ Gerade Achatina fulica sind sehr schöne Anfängerschnecken, weil sie keine großen Ansprüche an ihre Umgebungstemperatur stellen. Die freuen sich schon über Zimmertemperatur. Die Luftfeuchte sollte nur etwas höher sein, aber da hilft ein wenig sprühen schon. Ich beobachte sie super gern, wie sie durch die Gegend schnecken und habe auch den Mann schon erfolgreich angefixt. Sobald ich etwas mehr Platz zur Verfügung habe, möchte ich mir noch Bänderschnecken und gefleckte Weinbergschnecken dazu holen. Das werde ich aber wohl erst nach dem Studium realisieren können.

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