Jeder Gank macht schlank

Krankenhaus ruft an: Hallo KKH hier. Wir haben ein Problem. Naja, also eigentlich kein Problem, also wir haben da diesen Patienten. Für den habe ich vier Lyos aus dem Notfalldepot entnommen. Die müsstest du wieder auffüllen. 

Fee: Okö. 

KKH: Ja und außerdem hätte ich gerne noch vier Lyos für den. 

Fee: Okö. 

KKH: Ja und dann braucht der bitte noch vier EKs nachgekreuzt. Blut habter schon da. 

Fee: Okö. 

KKH: Prima. Dankeschön. 

~fünf Minuten später~

*ring ring* 

Fee: Labor Dingensheim, Fee hier, Hallo?

KKH: Hallo. Ich bins noch mal. Die Konserven sollen übrigens bitte ungekreuzt raus. Der Patient liegt schon im OP. 

Ö.Ö

*Alles fallen lass* 

(Notfall ungekreuzt muss flott gehen. In spätestens 30 Minuten muss der ganze Krempel fertig sein, um dann mit Blaulicht zum Patienten gebracht zu werden. „Normale“ Notfallkonserven brauchen ca. 90 Minuten.)

Es rattert in meinem Kopf.

  • Patient ist bekannt. Ich kann Blutgruppengleich kreuzen. 
  • Konserven sind rausgesucht. 
  • Notfall ist vermerkt. 
  • Konserven sind zugeordnet. 
  • Segmente sind abgetrennt. 
  • Klebis sind an Segmenten. 
  • Im Hintergrund werden die Begleitscheine noch gedruckt. Die muss ich noch unterschreiben. 
  • Blaulichtfahrt anmelden. Wer ist der anfordernde Arzt? >.< Kacke, vergessen zu fragen. 

Gerade will ich den Aufwachraum anrufen und nachfragen, als das Telefon klingelt. 

KKH: Hallo, KKH hier. Ihr braucht die Konserven doch nicht ungekreuzt zu schicken. Schickt die einfach raus, wenn sie fertig sind. 

-.- 

Fee: O-kö. 

KKH: Aber die Lyos, die könnter ja schon mal schicken. 

Fee: Ja, mach ich fertig. 

*Lyos fertigmach Geräusch*

~Telefon: KKH 3 will Konserven geschickt haben~ 

*Alles fallen lass*

~Konserven sind rausgeschickt~

*Lyos fertigmach Geräusch*

~Telefon: KKH 3 hätte gerne noch mal Konserven (anderer Patient)~

*Alles fallen lass. Noch mal.*

~Konserven sind wieder rausgeschickt~

*Lyos fertigmach Geräusch*

~Telefon: KKH 3 hätte gerne schon wieder Konserven (wieder anderer Patient)~ 

*Alles fallen lass. Schon. wieder.*

~Konserven sind schon wieder rausgeschickt.~ 

So, jetzt aber die Lyos. 

~Telefon~

KKH: Hallo, KKH hier. Also die Lyos und die EKs für den Patienten haben sich erledigt. Die Therapie wird eingestellt. Die Konserven könnt ihr ja zur Vorsicht mal bereitstellen, aber die Lyos braucht der nicht mehr. 

ö.Ö Atme, Fee. 

Fee: Aber die NotfallLyos fürs Depot schick ich euch dann noch raus(?)

KKH: Ja das ist die Frage.. der hat die NotfallLyos gar nicht bekommen. Soll ich euch die jetzt schicken und ihr schickt mir neue?

Fee: Das wäre ja Quatsch. Wenn die unangetastet sind, nehmt die doch einfach wieder in den Bestand auf und ich storniere die hier und dann ist doch gut. 

KKH: Ja gut, dann verbleiben wir so. 

*Lyo stornier Geräusch*

Ich möchte jetzt bitte auf den Arm!!

Kurz vor Feierabend dann eine Anforderung: von KKH, gleicher Patient, vier Lyos.

Atme, Fee. Atme. 

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Definiere Notfall

Anruf in der Blutbank – Konserven werden benötigt. Sofort. Am besten gestern.

Konserven werden dem Patienten zugeordnet, es werden Segmente abgetrennt und zusammen mit dem Blut des Patienten aufs Gerät gestellt. Dieses ermittelt dann Blutgruppe, Antikörpersuchtest und führt die Kreuzprobe durch. Wenn alles fertig ist, werden die Werte freigegeben und die Konserve auf die Reise geschickt. Das dauert, wenn alles schnell geht, etwa anderthalb Stunden.

Konserven kommen im Krankenhaus an.

Krankenhaus-MTA ruft an: Das sind ja normale Konserven..der Patient braucht bestrahlte.

(Stand natürlich nirgendwo. Hätte die Kollegin erspüren müssen. Hätte sie mal am Anforderungsschein geleckt, hätte sie es vielleicht auch schmecken können)

Kollegin: Hättet ihr vielleicht mal früher erwähnen können. Bestrahlte muss ich erst bestellen.

KH-MTA: Ja, wir brauchen die aber jetzt. Der Patient ist schon im OP.

Kollegin: Alleine das Bestrahlen dauert eine halbe Stunde. Ich bestelle die jetzt und schicke die dann mit Blaulicht ungekreuzt zu euch rüber.

KH-MTA: Aber wie kommst du denn dann an die Segmente? Lass die lieber erst zu dir bringen, dann kannst du die noch abmachen.

Kollegin: Das ist doch Quatsch. Das kostet doch viel zu viel Zeit. Ich schicke die zu euch, dann kannst du die Segmente abtrennen und mir per Eilfahrt zuschicken. Ich kreuz die dann.

~ Gefühlte Ewigkeiten der Diskussion später ~

Die Konserven kommen an, die Segmente werden abgetrennt und der ganze Krempel wird mit Blaulicht ungekreuzt weiter ins Krankenhaus geschickt.

Am Mittag, als der Spätdienst ankommt, sind die Konserven, die vor Stunden noch so wahnsinnig dringend waren, noch immer nicht als ausgegeben markiert, und damit auch noch nicht im Patienten drin. Es wird gewartet, bis auch der letzte Kreuzprobenbefund vorliegt. Am frühen Nachmittag werden sie dann transfudiert.

 

Kenn‘ wa nich

Ein Krankenhaus, irgendwo in unserem Wirkungskreis. Im OP stehen Ärzte und entnehmen Proben bei dem Patienten, der da gerade vor ihnen liegt und davon nix mitbekommt.
Diese Proben werden fachgerecht verpackt und sollen sich nun auf den Weg zur hausinternen Pathologie machen, die sie untersuchen soll.
Dass die Pathologie sich zwar im gleichen Haus, wohl aber in einem anderen Flügel befindet, hat dem armen Tropf, der sich der Proben annahm, wohl niemand gesagt. Gelandet sind sie auf dem Stapel mit den Proben, die zu uns kommen sollen.
Die Proben werden zu uns gebracht und landen in der Annahme. Die kann, berechtigter Weise, nichts mit ihnen anfangen. Sie sind nicht beschriftet wie gewohnt und auch sonst lässt nur der Absender auf dem Umschlag darauf schließen woher sie kommen.
Die Annahme schickt, nach ausgiebiger Prüfung, alles wieder zurück ins AbsenderKrankenhaus.
Im Krankenhaus werden die Proben ausgepackt, geprüft und man kommt einstimmig zu dem Schluss, dass man keine Ahnung hat, warum das Labor das Geraffel ins Krankenhaus geschickt hat.
Die Proben werden zurück ans Labor geschickt. Wohlgemerkt alles mit dem Regeltransport. Zwischen diesen Routinefahrten liegen mehrere Stunden.
In unserer Annahme ist man aufgrund des erneuten Auftauchens der Proben überrascht und auch ein wenig verstimmt.
Anrufe werden getätigt, ohne Ergebnis.
Die Proben werden erneut ins Krankenhaus geschickt…
…und kommen erneut zu uns zurück.
Nun wird für weitere Investigation der Probenumschlag geöffnet. Dort nun findet sich endlich der entscheidende Hinweis, wohin die einstmals wertvolle Fracht geschickt werden muss.
Anrufe werden getätigt, Proben werden per Kurier verschickt.
Da das ganze Hin und Her einen halben Tag in Anspruch nahm, kann man davon ausgehen, dass die Ärzte im OP vermulich längst neue Proben entnommen haben, so es denn möglich war. Man will ja schließlich auch irgendwann mal fertig werden.

Der Kreis schließt sich

Wie ich bereits erzählte, bin ich wieder Laborfee. Dieses Mal habe ich mich in ein Zentrallabor eingezeckt, welches einige Krankenhäuser in der näheren Umgebung versorgt.
Und wisst ihr, wer ebenfalls wieder mit von der Partie ist?
„Mein“ Krankenhaus, mit dem hier damals alles anfing. Die heißen jetzt anders (weil Pleite gegangen..), haben (offensichtlich) keine eigenen Laborräumlichkeiten mehr und haben (ebenfalls offensichtlich) den Anbieter gewechselt (wahrscheinlich ebenfalls wegen Pleite). Bietet sich an, da der letzte Versorger in einer ganz anderen Stadt lag. So geht das mit den Proben jetzt viel flotter und dauert nicht mehr den ganzen Tag. So die Proben denn auch losgeschickt werden.. Wir kennen das.

Ich habe sogar schon mit Dr. Huhn telefoniert! Ausgehend von dem, was mir die Kollegen erzählt haben, hat er sich kein bisschen verändert. ^^ Er erinnert sich allerdings nicht mehr an mich. Natürlich nicht. Soviel Hysterie frisst wahrscheinlich eine Menge Ressourcen und es ist ja auch schon ein Weilchen her. Ich habe aber auch erfahren, dass meine Lieblingspflegerin noch immer dort arbeitet und das hat mich wirklich gefreut. Ich hatte befürchtet, sie sei schon längst low gegangen oder weggetrackt (ihr merkt, ich werbe hier gerade schamlos für ältere Beiträge..), aber Schwester Annegret ist noch da. Ich hätte fast ein kleines Tränchen verdrückt. Ich freue mich schon darauf, sie mal am Telefon zu haben. Ich hoffe, wenigstens sie erinnert sich noch an mich. Wäre doch seine Minzfrische König Nachforder noch dort. Es wäre ein gar königlicher Spaß.

BäpschlorFee setzt „Job“ ein. Es ist sehr effektiv.

Na ihr?

Kaum dreht man sich um, steht plötzlich schon wieder Ostern vor der Tür. Ich habe ein paar Tage frei und kann euch deswegen endlich erzählen, was es neues gibt.

Das BäpschlorStudium ist endlich geschafft. Da alle Masterstudiengänge, die ich interessant fände, erst im Wintersemester starten, vertreibe ich mir bis dahin ein bisschen die Zeit. Und zwar mit arbeiten.
Mir fiel Mitte Februar, quasi mitten im Lernstress, nämlich siedend heiß ein, dass man nach dem Studium möglicherweise Geld benötigt, um all den Luxus, an den man sich während des Studiums doch irgendwie gewöhnt hat, weiter finanzieren zu können. Zum Glück habe ich mir einen Job ausgesucht, in dem immer Stellen frei sind. Ich möchte allerdings erstmal nicht darüber nachdenken, warum das so sein könnte. Jedenfalls habe ich mich beworben und wurde prompt eingestellt. YAY!
Ich bin also, erstmal befristet bis Ende September, wieder Laborfee. DOPPELYAY!

Im Moment ist alles noch furchtbar anstrengend, weil da so viele neue Menschen und Eindücke auf mich niederregnen, aber ich habe nette Kollegen und einen interessanten Arbeitsplatz, which is nice.

Vor allem habe ich aber endlich wieder was zu erzählen. Nochmal YAY!

Ich werde mich nun also anschicken und alles niedeschreiben, was mir einfällt, damit ich es nicht vergesse und ihr in den nächsten Tagen was zu lesen habt. Das wird schön.